{"id":31685,"date":"2011-10-08T09:17:07","date_gmt":"2011-10-08T08:17:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=31685"},"modified":"2013-09-20T11:56:49","modified_gmt":"2013-09-20T10:56:49","slug":"globale-chemikalien-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/globale-chemikalien-strategie-1031685\/","title":{"rendered":"Globale Chemikalien-Strategie"},"content":{"rendered":"<p>Nicht Risiken, sondern nachhaltige L\u00f6sungen exportieren<br \/> Das Umweltbundesamt (UBA) will Chemikalien international sicherer machen und schl\u00e4gt eine globale Chemikalien-Strategie vor: \u201eProduktion und Nutzung von Chemikalien sind in einer globalisierten Welt schon lange keine nationale Angelegenheit mehr. Belastungen von Mensch und Umwelt machen ebenfalls keinen Halt vor Staatsgrenzen. Daher m\u00fcssen wir das internationale Chemikalienmanagement ausbauen und hochwertige Standards f\u00fcr den nachhaltigen Umgang mit Chemikalien f\u00fcr alle Staaten etablieren\u201c, <!--more-->sagte UBA-Pr\u00e4sident Jochen Flasbarth am 6. Oktober 2011 auf der internationalen Konferenz \u201eSustainable Chemistry\u201c in Berlin. Der UBA-Pr\u00e4sident lobte dort den von der internationalen Staatengemeinschaft ins Leben gerufenen \u201eStrategic Approach to International Chemicals Management\u201c (SAICM). Ziel der Strategie m\u00fcsse sein, immer mehr chemische Prozesse und Produkte so zu gestalten, dass viel weniger Energie, Roh- und Hilfsstoffe zum Einsatz kommen. Ebenso m\u00fcssten Luft, Boden und Wasser m\u00f6glichst gering belastet und der Chemieabfall minimiert werden.<br \/> Das UBA r\u00e4t auch dazu, besonders problematische Chemikalien f\u00fcr bestimmte Anwendungen ganz zu verbieten. Flasbarth verwies auf aktuelle internationale Verhandlungen mit dem Ziel, das giftige Schwermetall Quecksilber weiter zu minimieren. Stoffregulierungen h\u00e4tten in der Vergangenheit positive Innovationen hervorgebracht: \u201eDas europaweite Anwendungsverbot der kurzkettigen Chlorparaffine &#8211; ein K\u00fchlmittelzusatz in der Metallverarbeitung &#8211; hat in Europa daf\u00fcr gesorgt, dass viele Prozesse in der Metallverarbeitung heute komplett ohne K\u00fchlschmierstoffe auskommen. Intelligente staatliche Regulierung hilft also, innovative Verfahren marktreif zu machen.\u201c \u00c4hnlich positiv bewertete der UBA-Pr\u00e4sident das Verbot langlebiger, organischer Schadstoffe. Im Stockholmer-Abkommen sei es in kurzer Zeit gelungen, ein weltweites Verbot hochgiftiger Pestizide wie Chlordan oder DDT und anderer langlebiger, organischer Substanzen durchzusetzen.<\/p> <p>\u201eNachhaltige L\u00f6sungen ergeben sich aber nicht nur durch internationale Regulierung, gerade Unternehmen k\u00f6nnen kooperativ zusammen arbeiten\u201c, so Flasbarth. Paradebeispiel ist das so genannte Chemikalienleasing. Hier verdient ein Chemikalienlieferant nicht am Verkauf m\u00f6glichst vieler Chemikalien, sondern vermietet diese \u2013 etwa ein L\u00f6semittel zur Platinenherstellung. Dieses nimmt er dann zur\u00fcck, um es aufzubereiten und gegebenenfalls erneut anzubieten. Ein Chemikaliennutzer kauft also lediglich die Funktion der Chemikalie nebst fach- und umweltgerechter Entsorgung. Beim Chemikalien-Leasing verdient der Anbieter an seinem Know-how. Das entlastet die Umwelt, da gro\u00dfer Anreiz besteht, weniger Stoffe einzusetzen und der Chemieabfall und Emissionen deutlich verringern. Ein anderes Beispiel ist die Krankenhaushygiene: wo spezialisierte Anbieter Desinfektionsmittel wesentlich effizienter einsetzen.<\/p> <p>Die Industriestaaten mit ihrer gro\u00dfen Innovationskraft ermutigte Flasbarth, schon heute die Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern beim nachhaltigen Umgang mit Chemikalien zu unterst\u00fctzen: \u201eAllein die Massenproduktion unseres Bedarfs an Kleidung und Schuhen in den Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern verursacht erhebliche Probleme f\u00fcr die globale Umwelt und vor Ort. Wir reiche L\u00e4nder sollten st\u00e4rker daf\u00fcr sorgen, dass wir mit unseren Chemieprodukten und -prozessen auf dem Weltmarkt keine Risiken exportieren, sondern nachhaltige L\u00f6sungen.\u201c<\/p> <p>Mehr Informationen zu Konferenz \u201eSustainble Chemistry \u2013 Herausforderungen und Chancen f\u00fcr ein internationales Chemikalienmanagement\u201c veranstaltet von Umweltbundesamt (UBA), Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Organisation der Vereinten Nationen f\u00fcr industrielle Entwicklung (UNIDO) am 6. und 7. Oktober 2011 in Berlin: http:\/\/www.sustainablechemistry2011.com\/<\/p> <p>Weitere Informationen zum Thema Nachhaltige Chemie unter:<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/chemikalien\/nachhaltige_chemie\/index.htm\" title=\"Das Konzept der Nachhaltigen Chemie hat das Ziel, vorsorgenden Umwelt- und Gesundheitsschutz mit einer innovativen \u00f6konomischen Strategie zu verbinden\" >http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/chemikalien\/nachhaltige_chemie\/index.htm<\/a><\/p> <p>Umweltbundesamt<br \/> Pr\u00e4sidialbereich \/ Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Pressesprecher<br \/> W\u00f6rlitzer Platz 1<br \/> 06844 Dessau-Ro\u00dflau<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht Risiken, sondern nachhaltige L\u00f6sungen exportieren Das Umweltbundesamt (UBA) will Chemikalien international sicherer machen und schl\u00e4gt eine globale Chemikalien-Strategie vor: \u201eProduktion und Nutzung von Chemikalien sind in einer globalisierten Welt schon lange keine nationale Angelegenheit mehr. 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