{"id":32280,"date":"2011-10-13T15:38:33","date_gmt":"2011-10-13T14:38:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=32280"},"modified":"2012-08-14T19:37:05","modified_gmt":"2012-08-14T18:37:05","slug":"so-spart-der-staat-an-der-pflege-pflegende-angehoerige-machen-den-job-von-32-millionen-vollzeit-pflegekraeften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/so-spart-der-staat-an-der-pflege-pflegende-angehoerige-machen-den-job-von-32-millionen-vollzeit-pflegekraeften-1032280\/","title":{"rendered":"Deutliche Kluft zwischen Arm und Reich"},"content":{"rendered":"<p>(ddp direct)Zum Thema Pflege ist gerade in diesem Jahr der Pflege schon viel gesagt worden. Vernachl\u00e4ssigt wird dabei meist die wirtschaftliche Dimension. Was zum Beispiel pflegende Angeh\u00f6rige leisten, l\u00e4sst sich durchaus auch in Zahlen ausdr\u00fccken: Ohne sie w\u00fcrden in Deutschland zurzeit 3,2 Millionen mehr Vollzeit-Pflegekr\u00e4fte ben\u00f6tigt. Dies w\u00e4ren zwischen 75 und 145 Milliarden Euro Lohnkosten, je nach zu Grunde gelegtem Stundenlohn, so VdK-Landesvorsitzender Karl-Heinz Fries in seiner Rede anl\u00e4sslich des 6. Sozialen Forums des Sozialverbands VdK NRW zum Thema Pflege-Armut: Folge der Pflege-, Gesundheits- und Grundsicherungsreformen?<\/p> <p><!--more-->Fries machte deutlich, dass in einem der reichsten L\u00e4nder der Welt eine Abkehr von sozialstaatlicher Vorsorge und Versorgung &#8211; hin zu Privatisierung von sozialen Risiken &#8211; zu verzeichnen sei. In Deutschland herrsche in der gesundheitlichen, aber auch in der pflegerischen Versorgung eine deutliche Kluft zwischen Arm und Reich. Die derzeitige Gesundheits- und Pflegeversorgung zahlreicher Bev\u00f6lkerungsgruppen ist absolut unzureichend. Mit geringem Einkommen kann man sich allenfalls eine Minimalpflege nach dem Prinzip satt und sauber leisten, eine menschenw\u00fcrdige Pflege sieht anders aus, stellte der VdK-Landesvorsitzende klar. Er wies darauf hin, dass die Vereinten Nationen in ihrem j\u00fcngsten Staatenbericht die deutsche Sozialpolitik r\u00fcgten und Deutschland unter anderem einen Pflegenotstand attestierten.<\/p> <p>Pflege-Armut, so Fries, habe verschiedene Dimensionen &#8211; hierzu geh\u00f6re auch das Thema Altersarmut. Der Lohnniedrigsektor und br\u00fcchige Erwerbsbiografen, wie Arbeitslosigkeit, Teilzeit und befristete Besch\u00e4ftigung, f\u00fchrten derzeit schon &#8211; und in der Zukunft in verst\u00e4rktem Ma\u00dfe &#8211; zu niedrigen Renten und somit in die Altersarmut. Wir sprechen zurzeit von rund 7 Millionen Menschen in prek\u00e4rer Besch\u00e4ftigung, davon sind zu 80 Prozent Frauen betroffen. Reicht die Rente nicht, muss der Staat einspringen, sei es bei der Angeh\u00f6rigenpflege oder der Unterbringung in der vollstation\u00e4ren Pflege. Subventionieren wir damit nicht indirekt die vielen Arbeitgeber, die L\u00f6hne zahlen, die nicht zur Sicherung des Existenzminimums reichen? Was erforderlich ist, wissen wir. In diesem Kontext reicht es nicht, ein Jahr der Pflege auszurufen und vielleicht noch ein Folgejahr der Pflege oder gar eine Dekade. Aufschieberitis hat ihren Preis, sagte der VdK-Landesvorsitzende.<\/p> <p>Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen hatte zu seinem Sozialen Forum namhafte Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Politik eingeladen, um das Thema Pflege-Armut aus verschiedensten Blickwinkeln zu beleuchten. Dabei ging es im besondern darum, auch die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Aspekte von Pflege im Kontext von Arbeitsmarkt und medizinischer Versorgung bezogen auf NRW sichtbar zu machen. Prognosen f\u00fcr NRW besagen, dass die Zahl der pflegebed\u00fcrftigen Menschen in NRW bis zum Jahr 2040 auf rund 700.000 ansteigen wird (Ende 2009 waren es 509.145).<\/p> <p>verantwortlich: Daniela von Jagow<\/p> <p>6. Soziales Forum des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen zum Thema Pflege-Armut: Folge der Pflege-, Gesundheits- und Grundsicherungsreformen? &#8211; am 13. Oktober 2011 im Maritim Hotel D\u00fcsseldorf<\/p> <p>10.00 Uhr Er\u00f6ffnung und Begr\u00fc\u00dfung<br \/> Karl-Heinz Fries, Landesvorsitzender, Sozialverband VdK NRW e.V., D\u00fcsseldorf, Vizepr\u00e4sident Sozialverband VdK Deutschland<\/p> <p>10.10 Uhr Pflegearmut und Gesundheitsarmut:<br \/> Hartz IV-Einkommen reicht nicht f\u00fcr die Pflegekosten und die Gesundheitskosten<br \/> Dr. Thomas Beyer, Nationale Armutskonferenz (NAK), Berlin<\/p> <p>10.30 Uhr Aktuelle Entwicklung in der Pflegepolitik<br \/> Markus Le\u00dfmann, Ltd. MR, Ministerium f\u00fcr Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW, D\u00fcsseldorf<\/p> <p>10.45 Uhr Angeh\u00f6rigenpflege und Altersarmut:<br \/> Pflege-, Gesundheits- und Grundsicherungsreform auf Kosten der Familien?<br \/> Karl-Heinz Fries, Landesvorsitzender, Sozialverband VdK NRW e.V., D\u00fcsseldorf, Vizepr\u00e4sident Sozialverband VdK Deutschland<\/p> <p>11.15 Uhr Kaffeepause<\/p> <p>11.30 Uhr Pauschal-Behandlung:<br \/> Pflegeversorgung als Abstellplatz der Gesundheitswirtschaft?<br \/> Prof. Dr. Sigrid Leitner, Fachhochschule K\u00f6ln<\/p> <p>11.50 Uhr Autorit\u00e4re Medizin und Pflege:<br \/> Rationierung und Priorisierung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss und den Medizinischen Dienst?<br \/> Dr. Rolf Schmucker, Fakult\u00e4t f\u00fcr Gesundheitswissenschaften, Universit\u00e4t Bielefeld<\/p> <p>12.15 Uhr Lebenslagen-Medizin:<br \/> Soziale Pflege- und Gesundheitswirtschaft f\u00fcr die Regionen NRWs<br \/> Prof. Albrecht Goeschel, Akademie und Institut f\u00fcr Sozialforschung Verona<\/p> <p>12.45 Uhr Mittagsbuffet<\/p> <p>13.45 Uhr Statements und Diskussion:<br \/> Fusionierung und Regionalisierung von Pflegeversicherung<br \/> und Krankenversicherung sowie Kooperation in der Pflegeversorgung:<br \/> Wie kann man Pflege- und Gesundheitsarmut vermeiden?<\/p> <p>Manuela Anacker<br \/> Dipl.-Soz., Sozialverband VdK NRW e.V., D\u00fcsseldorf<\/p> <p>Dr. Stefan G\u00e4rtner<br \/> Institut Arbeit und Technik, Gelsenkirchen<\/p> <p>Wolfgang Meunier<br \/> Deutscher Haus\u00e4rzteverband e.V., K\u00f6ln<\/p> <p>Dr. Not-Rupprecht Siegel<br \/> Geriatriezentrum Neuburg mit VdK-Pflegeakademie, Neuburg a. d. Donau<\/p> <p>Prof. Dr. Wolfgang George<br \/> Technische Hochschule Mittelhessen, Gie\u00dfen-Friedberg<\/p> <p>Kornelia Hagen<br \/> Dipl.-Volksw., Dt. Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin<\/p> <p>Moderation:<br \/> Prof. Dr. Bernd Schl\u00fcter<br \/> Bernzen Sonntag Rechtsanw\u00e4lte, Berlin<\/p> <p>Firmenkontakt<br \/> Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen<br \/> Daniela von Jagow<br \/> F\u00fcrstenwall 132<\/p> <p>40217 D\u00fcsseldorf<br \/> Deutschland<\/p> <p>E-Mail: von-jagow@vdk.de<br \/> Homepage: <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.vdk.de\/nrw\" title=\"Sozialverband NRW\" >www.vdk.de\/nrw<\/a><br \/> Telefon: (0211) 384 12 &#8211; 43<\/p> <p>Pressekontakt<br \/> Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen<br \/> Daniela von Jagow<br \/> F\u00fcrstenwall 132<\/p> <p>40217 D\u00fcsseldorf<br \/> Deutschland<\/p> <p>E-Mail: von-jagow@vdk.de<br \/> Homepage:<br \/> Telefon: (0211) 384 12 &#8211; 43<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(ddp direct)Zum Thema Pflege ist gerade in diesem Jahr der Pflege schon viel gesagt worden. 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