{"id":33453,"date":"2011-10-25T13:04:35","date_gmt":"2011-10-25T12:04:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=33453"},"modified":"2025-03-28T11:59:27","modified_gmt":"2025-03-28T10:59:27","slug":"medizinischer-durchbruch-beim-chronischen-erschoepfungssyndrom-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/medizinischer-durchbruch-beim-chronischen-erschoepfungssyndrom-2-1033453\/","title":{"rendered":"Hoffnung f\u00fcr an ME erkrankte Patienten"},"content":{"rendered":"<p>Medikamentenforschung belegt Behandlungserfolg mit Retuximab<\/p> <p>Die Myalgische Enzephalomyelitis (veraltet: Chronisches Ersch\u00f6pfungssyndrom) ist eine erworbene neurologische Erkrankung mit vielschichtigen, umfassenden Dysfunktionen. Die hervorstechenden Merkmale sind eine pathologische Dysregulation des Nerven- und des Immunsystems sowie der endokrinen Systeme, verbunden mit einem gest\u00f6rtem zellul\u00e4ren Energiestoffwechsel und gest\u00f6rtem Ionentransport.<\/p> <p><!--more-->Jetzt gelang einem Forscherteam aus Norwegen mit einem Medikament aus der Krebsmedizin erstmals ein Durchbruch bei der Behandlung. Die norwegische Studie l\u00e4sst hoffen, dass die schwerwiegende medizinische Mangelversorgung hierzulande bald endg\u00fcltig der Vergangenheit angeh\u00f6ren wird. Das norwegische Direktorat f\u00fcr Gesundheit hat sich, nach der Ver\u00f6ffentlichung der bahnbrechenden Forschungsarbeiten der Haukeland-Universit\u00e4tsklinik in Bergen, f\u00fcr die Art und Weise, in der ME-Patienten in Norwegen behandelt worden entschuldigt. Wird es auch f\u00fcr deutsche Betroffene eine solche Geste geben?<\/p> <p>In Deutschland leiden sch\u00e4tzungsweise 300.000 Menschen an der Myalgischen Enzephalomyelitis (ME). Zustandsverschlechterung nach k\u00f6rperlicher oder geistiger Belastung, h\u00e4ufig zeitverz\u00f6gert nach Aktivit\u00e4t, pl\u00f6tzlich aufflackernde Erk\u00e4ltungssymptome mit Hals und Kopfschmerzen, anhaltende, massive Schw\u00e4che, Muskel- und Gelenkschmerzen, Taubheitsgef\u00fchle, Lymphschwellungen, Schlafst\u00f6rungen, massive Einschr\u00e4nkung des Kurzzeitged\u00e4chtnisses, starke Benommenheit und Magen-Darm-Beschwerden sind nur ein Auszug der typischem Symptome bei diesem Krankheitsbild.<\/p> <p>Bei schwerem Verlauf werden die Patienten arbeitsunf\u00e4hig, teilweise auch bettl\u00e4gerig und pflegebed\u00fcrftig. Weil bisher allgemein anerkannte Diagnosemarker fehlen, wird ME nur selten richtig diagnostiziert und oft f\u00e4lschlicher Weise als psychisches Leiden betrachtet. Dabei beginnt eine ME-Erkrankung in der Regel zun\u00e4chst mit einem Infekt. Erfahrene \u00c4rzte weisen bei Ihren Patienten immer wieder Immundefekte nach.<\/p> <p>In Deutschland finden sich bisher keine Zentren, die Erfahrung mit ME haben und sich mit der Krankheit besch\u00e4ftigen. Es gibt selbst in gro\u00dfen Kliniken keine Sprechstunde f\u00fcr ME-Patienten und es fehlt an Spezialisten, die sich damit auskennen. Die internationalen Leitlinien zum Krankheitsbild sind den meisten deutschen \u00c4rzten nicht bekannt. In deutschen Leitlinien, die das Krankheitsbild anschneiden, werden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse h\u00e4ufig nicht bzw. nicht richtig dargestellt.<\/p> <p>Eine gerade abgeschlossene Patientenstudie der norwegischen Haukeland-Universit\u00e4tsklinik in Bergen belegt jetzt abermals, dass es sich um eine k\u00f6rperliche Fehlfunktion handelt, f\u00fcr die es eine erfolgversprechende Therapie gibt. Die ME-Patienten wurden mit dem Antikrebsmittel Rituximab behandelt und zw\u00f6lf Monate beobachtet. Rituximab, entwickelt f\u00fcr Chemotherapie bei Lymphdr\u00fcsenkrebs, setzt die B-Zellen des Lymphsystems au\u00dfer Gefecht. Bei zwei Dritteln der ME-Patienten verbesserte sich dadurch der gesundheitliche Zustand. \u201eErstmals wurde eine Therapiestudie mit einem Medikament durchgef\u00fchrt, das wirklich am Immunsystem ansetzt und bei einem gro\u00dfen Teil der Patienten wirksam war\u201c berichtet Frau Prof. Scheibenbogen (Berliner Charit\u00e9) in einem Interview auf Spiegel Online. Die jetzigen Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass es sich bei ME um eine Autoimmunerkrankung handeln k\u00f6nnte.<\/p> <p>Selbstverst\u00e4ndlich m\u00fcssen die jetzt ver\u00f6ffentlichten Forschungsergebnisse durch weitere Studien belegt werden. Aber es ist ein weiterer Schritt zu der Entschl\u00fcsselung des Krankheitsbildes. Ob und wann diese Erkenntnisse Betroffenen zugute kommen, bleibt allerdings abzuwarten. Der Hersteller Roche zeigt bisher laut Spiegel Online wenig Interesse an der weiteren Erforschung des Medikaments bei ME.<br \/> Auch ohne ein Fortsetzen der Medikamentenstudie sind die gewonnen Erkenntnisse hinsichtlich der Immunologie zu ME bedeutsam und wegweisend.<\/p> <p>Pressekontakt:<br \/> Nicole Kr\u00fcger, Gro\u00df-Buchholzer Str. 36B, 30655 Hannover,<br \/> Tel. +49(0)511|2706751,E-Mail:info@lost-voices-stiftung.org,<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.lost-voices-stiftung.org\/\" title=\"Die Lost Voices Stiftung setzt sich f\u00fcr Menschen ein, die an der neuroimmunologischen Erkrankung ME\/CFS  erkrankt sind\" >http:\/\/www.lost-voices-stiftung.org\/<\/a><\/p> <p>Informieren Sie sich weiter \u00fcber <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/seite\/p\/kat\/katid\/38\" title=\"Fachzeitschriften rund um die Medizin\" >Fachzeitschriften aus dem medizinischen Bereich<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medikamentenforschung belegt Behandlungserfolg mit Retuximab Die Myalgische Enzephalomyelitis (veraltet: Chronisches Ersch\u00f6pfungssyndrom) ist eine erworbene neurologische Erkrankung mit vielschichtigen, umfassenden Dysfunktionen. 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