{"id":36082,"date":"2011-11-17T15:46:04","date_gmt":"2011-11-17T14:46:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=36082"},"modified":"2014-11-26T16:59:25","modified_gmt":"2014-11-26T15:59:25","slug":"archaeologen-untersuchen-wie-eiszeit-hominiden-sich-klimaveraenderungen-angepasst-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/archaeologen-untersuchen-wie-eiszeit-hominiden-sich-klimaveraenderungen-angepasst-haben-1036082\/","title":{"rendered":"Evolution\u00e4re Konsequenzen der Klimaver\u00e4nderungen w\u00e4hrend der letzten Eiszeit"},"content":{"rendered":"<p>Komplexe Computermodelle liefern Hinweise auf das Aussterben der Neandertaler<\/p> <p>New York \/ Heidelberg, 17. November 2011<\/p> <p>Es gibt rechnergest\u00fctzte Modelle, die nachweisen, wie Hominiden-Gruppen kulturell und biologisch auf Klimaver\u00e4nderungen w\u00e4hrend der letzten Eiszeit reagiert und sich entsprechend weiter entwickelt haben. Sie liefern auch neue Erkenntnisse \u00fcber das Aussterben der Neandertaler. Einzelheiten der komplexen Modellversuche, die von der Arizona State University und der University of Colorado Denver durchgef\u00fchrt wurden, erscheinen in der Dezember-Ausgabe des Springer-Fachjournals Human Ecology, die ab dem 17. November 2011 online verf\u00fcgbar ist.<br \/> <!--more-->\u201eUm die Human\u00f6kologie besser zu verstehen und insbesondere, wie sich die menschliche Kultur und Biologie gemeinsam bei J\u00e4gern und Sammlern des sp\u00e4tpleistoz\u00e4nen West-Eurasiens (vor ca. 128.000-11.500 Jahren) entwickelte, haben wir theoretische und methodische Rahmenbedingungen entworfen, die Informationen aus drei Evolutionssystemen ber\u00fccksichtigten: Biologie, Kultur und Umwelt\u201c, sagt Michael Barton von der Arizona State University, Erstautor der Studie.<br \/> \u201eEin wissenschaftlich interessantes Ergebnis dieser Forschung, bei der die kulturell und umweltbedingten Ver\u00e4nderungen bei der Landnutzung untersucht wurden, ist eine These, wie die Neandertaler ausgestorben sein k\u00f6nnten. Nicht weil sie etwa weniger gut an die ver\u00e4nderten Bedingungen angepasst waren als alle anderen Hominiden w\u00e4hrend der letzten Vergletscherung, vielmehr entsprach ihr Verhalten dem des modernen Menschen\u201c, f\u00e4hrt Barton fort.<br \/> \u201eLange Zeit glaubte man, dass die Neandertaler durch \u201afittere\u2018, moderne Menschen verdr\u00e4ngt wurden und sich nicht anpassen konnten\u201c, sagt Co-Autor Julien Riel-Salvatore von der University of Colorado Denver. \u201eWir \u00e4ndern diese Hauptaussage. Neandertaler waren genauso anpassungsf\u00e4hig und in gewisser Weise einfach Opfer ihres eigenen Erfolgs.\u201c<br \/> Das interdisziplin\u00e4re Wissenschaftlerteam verwendete arch\u00e4ologische Daten, um die Verhaltens\u00e4nderungen in West-Eurasien \u00fcber einen Zeitraum von 100.000 Jahren zu verfolgen. Die Wissenschaftler konnten aufzeigen, dass die Menschen wahrscheinlich deswegen mobiler wurden, weil sie auf die ver\u00e4nderten Umweltbedingungen reagieren mussten. Barton zufolge bewegten sich J\u00e4ger und Sammler &#8211; darunter auch die Neandertaler und die Vorfahren der modernen Menschen &#8211; w\u00e4hrend der wesentlichen Ver\u00e4nderung des Weltklimas in einem viel gr\u00f6\u00dferen Umkreis in Eurasien, um Nahrung zu finden.<br \/> Die Wissenschaftler verwendeten Computermodelle zur Untersuchung der evolution\u00e4ren Konsequenzen dieser Ver\u00e4nderungen, einschlie\u00dflich der \u00c4nderung bei den Wanderungen der Neandertaler und der modernen Menschen, was h\u00e4ufiger zur Interaktion und Kreuzung der beiden Gruppen f\u00fchrte.<br \/> Gem\u00e4\u00df Riel-Salvatore ergeben sich aus der Studie weitere Beweise daf\u00fcr, dass die Neandertaler flexibler und einfallsreicher waren als bisher angenommen.<br \/> \u201eDie Neandertaler haben bewiesen, dass sie leicht mit Ver\u00e4nderungen zurecht kamen. Als sie auf die zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegenen modernen Menschen trafen, passten sie sich wieder an\u201c, erl\u00e4utert Riel-Salvatore. \u201eWahrscheinlich betrachteten die modernen Menschen die Neandertaler als m\u00f6gliche Partner. Dies f\u00fchrte dazu, dass die Neandertaler mit der Zeit als physisch erkennbare Bev\u00f6lkerung ausstarben.\u201c<br \/> Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler beruht auf einem Computerprogramm, mit dem ein Zeitraum von 1.500 Generationen simuliert wurde. Es zeigt, dass die Neandertaler und die modernen Menschen Jahr f\u00fcr Jahr ihre Einzugsgebiete ausweiteten, der Neandertaler wurde dabei allm\u00e4hlich von den zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegenen modernen Menschen \u201ageschluckt\u2018.<br \/> \u201eWir verglichen die Ergebnisse des Modells mit den empirischen arch\u00e4ologischen Aufzeichnungen und kamen zur Schlussfolgerung, dass die Neandertaler und die modernen Menschen ihr Verhalten in der Art und Weise anpassten, wie wir es modelliert hatten\u201c, erkl\u00e4rte Barton. \u201eDes Weiteren sagt das Modell die niedrige Beimischung der Gene der Neandertaler voraus. Dies ist das Ergebnis neuester genetischer Studien, die erst jetzt ver\u00f6ffentlicht wurden.\u201c<br \/> \u201eMit anderen Worten: Erfolgreiche Verhaltensanpassungen an die erschwerten Umweltbedingungen f\u00fchrten zum Aussterben der Neandertaler und anderer nicht-moderner Gattungen, \u00fcber die wir wenig wissen, wobei diese Gruppen gleichzeitig einen genetischen Beitrag zur modernen Bev\u00f6lkerungen leisteten\u201c, f\u00fcgt Barton hinzu.<\/p> <p>Quelle<br \/> Barton CM et al. (2011) Modeling Human Ecodynamics and Biocultural Interactions in the Late Pleistocene of Western Eurasia. Human Ecology. DOI 10.1007\/s10745-011-9433-8<\/p> <p>Der Volltext-Artikel und eine Abbildung sind f\u00fcr Journalisten auf Anfrage verf\u00fcgbar.<\/p> <p>Kontakt:<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Wissenschaftsverlag mit Online-Dantebanken\" >Springer Science+Business Media<\/a><br \/> Joan Robinson, Joan.Robinson@springer.com, Tel.: +49-6221-4878130<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Komplexe Computermodelle liefern Hinweise auf das Aussterben der Neandertaler New York \/ Heidelberg, 17. November 2011 Es gibt rechnergest\u00fctzte Modelle, die nachweisen, wie Hominiden-Gruppen kulturell und biologisch auf Klimaver\u00e4nderungen w\u00e4hrend der letzten Eiszeit reagiert und sich entsprechend weiter entwickelt haben. Sie liefern auch neue Erkenntnisse \u00fcber das Aussterben der Neandertaler. 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