{"id":36111,"date":"2011-11-18T12:14:13","date_gmt":"2011-11-18T11:14:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=36111"},"modified":"2011-11-18T12:14:13","modified_gmt":"2011-11-18T11:14:13","slug":"geier-nach-wie-vor-vom-aussterben-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/geier-nach-wie-vor-vom-aussterben-bedroht-1036111\/","title":{"rendered":"Geiersterben durch verseuchte Viekadaver"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Wildlife Ecotoxicology\" src=\"http:\/\/images.springer.com\/cda\/content\/image\/cda_displayimage.jpg?SGWID=0-0-16-913262-0\" alt=\"\" width=\"95\" height=\"144\" \/>Geier nach wie vor vom Aussterben bedroht<\/p> <p>S\u00fcdasiatische Geier verenden wegen R\u00fcckst\u00e4nden von Tierarzneimitteln in Viehkadavern<\/p> <p>New York \/ Heidelberg, 17. November 2011<\/p> <p>Die Geier in S\u00fcdasien standen kurz vor der Ausrottung, als Lindsay Oaks und Richard Watson vom \u201aThe Peregrine Fund\u2018 in den USA Beobachtungsstudien und forensische Analysen durchf\u00fchrten, um herauszufinden, warum die Anzahl der V\u00f6gel so rasant abnahm. <!--more-->Sie fanden heraus, dass die Geier durch R\u00fcckst\u00e4nde des entz\u00fcndungshemmenden Medikaments Diclofenac vergiftet wurden, das sie \u00fcber Kadaver von Rindern und anderem Vieh aufnahmen. Ihre Arbeit ist in einem Kapitel des neuen Buches Wildlife Ecotoxicology &#8211; Forensic Approaches von Springer erschienen.<\/p> <p>\u201eDie ganze Geschichte ist noch lange nicht vorbei und es steht viel auf dem Spiel\u201c, sagen die Autoren. \u201eWenn es nicht gelingt, Diclofenac effektiv in den Griff zu kriegen, um verseuchte Kadaver zu vermeiden, werden diese pr\u00e4chtigen V\u00f6gel bald ausgerottet sein. Seit Jahrtausenden haben die Aasfresser durch ihr Fressverhalten dazu beigetragen, dass sich ansteckende Krankheiten nicht ausbreiten konnten. Dar\u00fcber hinaus haben sie weitere wichtige \u00f6kologische Funktionen erf\u00fcllt.\u201c<\/p> <p>Oaks und Watson beschreiben ihre wissenschaftlichen Untersuchungen zur Entwicklung der Tierpopulation der orientalischen Wei\u00dfr\u00fcckengeier und dem D\u00fcnnschnabelgeier in den neunziger Jahren in Indien und in Pakistan Anfang 2000. Beide Vogelarten gelten als die weltweit meist verbreiteten Raubv\u00f6gel. Die Autoren beschreiben den beispiellosen R\u00fcckgang dieser beiden Raubv\u00f6gel, einschlie\u00dflich der vielen Herausforderungen und R\u00fcckschl\u00e4ge, die sie erlebt haben. Sie konnten durch ihre Arbeit nachweisen, dass das allgemein gebr\u00e4uchliche entz\u00fcndungshemmende Medikament Diclofenac, das auch an krankes Vieh verf\u00fcttert wird, von den V\u00f6geln \u00fcber die Kadaver aufgenommen wird und dann zu Eingeweidegicht und in Folge zu Nierenversagen f\u00fchrt.<\/p> <p>Die Autoren beschreiben ihre Bem\u00fchungen im Jahr 2004, die Regierungen von Indien, Pakistan und Nepal zum Handeln zu bewegen, nachdem sie sie mit dem unwiderlegbaren Nachweis konfrontierten, dass Diclofenac f\u00fcr den dramatischen R\u00fcckgang der Geier verantwortlich ist. Sie zeigen, wie fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu schnellen Gesetzes\u00e4nderungen f\u00fchren k\u00f6nnen. Im Jahr 2006 verbieten Indien, Nepal und Pakistan die Herstellung von Diclofenac f\u00fcr die Verwendung in der Tierhaltung.<\/p> <p>Ungeachtet des zehnj\u00e4hrigen Feldzuges der Forscher und ihrer bedeutenden Beitr\u00e4ge, wird Diclofenac fast vier Jahre nach dem Verbot weiterhin im gro\u00dfen Stil illegal in der Tiermedizin eingesetzt. F\u00fcr die G\u00e4nsegeier bedeutet dies also nach wie vor eine unmittelbare Bedrohung. Die Autoren empfehlen eine Reihe m\u00f6glicher Ma\u00dfnahmen, die bei der effektiveren Umsetzung des Verbotes helfen k\u00f6nnten.<\/p> <p>Diese forensische Arbeit und weitere wissenschaftliche Kriminalf\u00e4lle werden in Wildlife Ecotoxicology &#8211; Forensic Approaches vorgestellt. Die Herausgeber stellen wissenschaftliche Falluntersuchungen vor, die Herausforderungen beschreiben, mit denen Biologen w\u00e4hrend ihrer Forschungsarbeit konfrontiert sind und bringen diese Probleme an die \u00d6ffentlichkeit und Beh\u00f6rden.<\/p> <p>Quelle<br \/> Elliott JE, Bishop CA, Morrissey CA, Wildlife Ecotoxicology, Springer. 2011. 978-0-387-89431-7<br \/> (Oaks JL and Watson RT, Chapter 14: South Asian Vultures in Crisis: Environmental<br \/> Contamination with a Pharmaceutical)<\/p> <p>Kapitel 14 ist f\u00fcr Journalisten auf Anfrage verf\u00fcgbar. Journalisten und Rezensenten k\u00f6nnen \u00fcber <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/978-0-387-89431-7\" title=\"Wissenschaftsverlag, Fachbereich Umwelttoxikologie\" >www.springer.com\/978-0-387-89431-7<\/a> auf das komplette Buch online zugreifen.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, Springer, Tel.: +49-6221-487-8130, E-Mail: joan.robinson@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geier nach wie vor vom Aussterben bedroht S\u00fcdasiatische Geier verenden wegen R\u00fcckst\u00e4nden von Tierarzneimitteln in Viehkadavern New York \/ Heidelberg, 17. November 2011 Die Geier in S\u00fcdasien standen kurz vor der Ausrottung, als Lindsay Oaks und Richard Watson vom \u201aThe Peregrine Fund\u2018 in den USA Beobachtungsstudien und forensische Analysen durchf\u00fchrten, um herauszufinden, warum die Anzahl<\/p>\n","protected":false},"author":291,"featured_media":197800,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8808],"tags":[],"class_list":["post-36111","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36111","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/291"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36111"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36111\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/197800"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36111"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36111"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}