{"id":3750,"date":"2010-02-08T07:28:09","date_gmt":"2010-02-08T06:28:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=3750"},"modified":"2011-03-18T12:02:35","modified_gmt":"2011-03-18T11:02:35","slug":"aerzte-beschrieben-eiszeittiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/aerzte-beschrieben-eiszeittiere-103750\/","title":{"rendered":"\u00c4rzte beschrieben Eiszeittiere"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; width: 100px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-3753\" title=\"HoehlenloeweHarder.jpg\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/3750\/HoehlenloeweHarder-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Wiesbaden \u2013 Der H\u00f6hlenl\u00f6we (Panthera leo spelaea, die H\u00f6hlenhy\u00e4ne (Crocuta crocuta spelaea) und der H\u00f6hlenb\u00e4r (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter verdanken ihren wissenschaftlichen Namen zwei deutschen Medizinern. Der Arzt und Pal\u00e4ontologe Georg August Goldfu\u00df (1782-1848), der in Erlangen und in Bonn arbeitete, hat 1810 erstmals den H\u00f6hlenl\u00f6wen und 1823 erstmals die H\u00f6hlenhy\u00e4ne wissenschaftlich beschrieben. Bereits 1794 hatte der Chirurg Johann Christian Rosenm\u00fcller (1771\u20131820) aus Erlangen die erste Beschreibung des H\u00f6hlenb\u00e4ren vorgenommen.<!--more--><br \/> Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch \u201eH\u00f6hlenl\u00f6wen. Raubkatzen im Eiszeitalter\u201c des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Die Funde, nach deren Untersuchung der H\u00f6hlenl\u00f6we, die H\u00f6hlenhy\u00e4ne und der H\u00f6hlenb\u00e4r benannt wurden, stammen allesamt aus<br \/> der Zoolithenh\u00f6hle von Burggaillenreuth bei Muggendorf in der Fr\u00e4nkischen Schweiz (Bayern). Dort sind Reste von mehr als 800 H\u00f6hlenb\u00e4ren, aber auch von vielen H\u00f6hlenhy\u00e4nen  und H\u00f6hlenl\u00f6wen entdeckt worden. Die in dieser H\u00f6hle geborgenen Z\u00e4hne und Knochen von H\u00f6hlenl\u00f6wen stammen von rund 30 Tieren. Nirgendwo auf der Erde sind mehr H\u00f6hlenl\u00f6wen entdeckt worden als in der Zoolithenh\u00f6hle!<br \/> Die H\u00f6hlenl\u00f6wen sind vor etwa 300.000 Jahren aus den riesigen Mosbacher L\u00f6wen (Panthera leo fossilis) hervorgegangen, die nach dem ehemaligen Dorf Mosbach bei Wiesbaden in Hessen bezeichnet  sind. Der Mosbacher L\u00f6we erreichte eine Gesamtl\u00e4nge von etwa 3,60 Metern und \u00fcbertraf heutige L\u00f6wen damit um rund 50 Zentimeter. H\u00f6hlenl\u00f6wen brachten es auf maximal 3,20 Meter, womit sie gr\u00f6\u00dfer als jetzige L\u00f6wen in Afrika waren.<br \/> Genau genommen, tragen die im Eiszeitalter vor etwa 300.000 bis 11.700 Jahren lebenden H\u00f6hlenl\u00f6wen einen falschen Namen. Diesen verdanken sie dem Umstand, dass ihre Knochenreste h\u00e4ufig in H\u00f6hlen entdeckt wurden. In Wirklichkeit waren diese L\u00f6wen aber Tiere der Steppe, der Busch- und Waldtundra und in Gebieten mit H\u00f6hlen genauso verbreitet wie in Landschaften ohne H\u00f6hlen.<br \/> Anders als H\u00f6hlenb\u00e4ren und H\u00f6hlenhy\u00e4nen haben H\u00f6hlenl\u00f6wen vermutlich nur selten H\u00f6hlen als Versteck aufgesucht. Wahrscheinlich kamen vor allem geschw\u00e4chte, kranke oder alte H\u00f6hlenl\u00f6wen in solche nat\u00fcrlichen Unterschl\u00fcpfe und suchten dort Schutz oder einen ruhigen Platz zum Sterben. Wom\u00f6glich dienten H\u00f6hlen auch als Unterschlupf f\u00fcr L\u00f6winnen, die dort ihren Nachwuchs zur Welt brachten und in der ersten Zeit aufzogen.<br \/> Sogar in hochgelegenen alpinen H\u00f6hlen von Italien, \u00d6sterreich und der Schweiz hat man Reste von H\u00f6hlenl\u00f6wen entdeckt. An erster Stelle ist hier die in etwa 2800 Meter H\u00f6he liegende Conturinesh\u00f6hle in S\u00fcdtirol (Italien) zu nennen. Weitere Fundorte von H\u00f6hlenl\u00f6wen sind die Salzofenh\u00f6hle bei Grundlsee im \u00f6sterreichischen Bundesland Steiermark (2000 Meter H\u00f6he),  die Ramesch-Knochenh\u00f6hle in Ober\u00f6sterreich (1960 Meter H\u00f6he) und die H\u00f6hle Wildkirchli im Ebenalpstock des S\u00e4ntisgebirges im schweizerischen Kanton Appenzell (ca. 1500 Meter H\u00f6he).<br \/> Teilweise sind H\u00f6hlenl\u00f6wen wohl durch H\u00f6hlenhy\u00e4nen, denen sie zum Opfer gefallen waren, in H\u00f6hlen verschleppt worden. Die bis zu etwa 1,50 Meter langen und rund 0,90 Meter hohen H\u00f6hlenhy\u00e4nen ern\u00e4hrten sich nicht nur von Aas, sondern waren wegen ihrer K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und Kraft auch f\u00e4hig, im Rudel zu jagen. Sie fra\u00dfen nicht alles vor Ort, sondern schleppten Fleisch- und Knochenteile zu einem gesch\u00fctzten Fressplatz, der auch in einer H\u00f6hle liegen konnte. Dort bissen sie in Ruhe die Knochen auf, um so an das begehrte energiereiche Knochenmark zu gelangen.<br \/> Besonders h\u00e4ufig entdeckte man Reste von H\u00f6hlenhy\u00e4nen in so genannten Hy\u00e4nenhorsten, die sich in H\u00f6hlen befanden. Dort brachten sie offenbar \u00fcber Generationen hinweg ihren Nachwuchs zur Welt und schleppten ihre Beutetiere ein. Hy\u00e4nenhorste kennt man aus England, Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Ein solcher Hy\u00e4nenhorst war die erw\u00e4hnte  Zoolithenh\u00f6hle von Burggaillenreuth gewesen.<br \/> *<br \/> <strong>Ernst Probst<br \/> Journalist und Autor<br \/> Im See 11<br \/> 55246 Wiesbaden<br \/> Telefon: 06134\/21152<br \/> E-Mail: ernst.probst (at) gmx.de<br \/> Internet: <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/buecher-von-ernst-probst.blogspot.com\"  >buecher-von-ernst-probst.blogspot.com<\/a><\/strong><br \/> Der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst hat mehr als 30 B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht. Er schrieb vor allem popul\u00e4rwissenschaftliche Werke und Biografien \u00fcber ber\u00fchmte Frauen und M\u00e4nner.<br \/> Popul\u00e4rwissenschaft: Deutschland in der Urzeit, Deutschland in der Steinzeit, Deutschland in der Bronzezeit, Rekorde der Urzeit, Rekorde der Urmenschen, Dinosaurier in Deutschland (zusammen mit Raymund Windolf), Archaeopteryx, Der Ur-Rhein, H\u00f6hlenl\u00f6wen, S\u00e4belzahnkatzen, Der H\u00f6hlenb\u00e4r, Die Bronzezeit, Die Aunjetitzer Kultur, die Straubinger Kultur, Die Adlerberg-Gruppe, Die H\u00fcgelgr\u00e4ber-Bronzezeit, Die L\u00fcneburger Gruppe in der Bronzezeit, Die Stader Gruppe in der Bronzezeit, Die nordische Bronzezeit, Die Urnenfelder-Kultur, Die Lausitzer Kultur<br \/> Kryptozoologie: Affenmenschen, Nessie. Das Monsterbuch, Monstern auf der Spur, Seeungeheuer<br \/> Biografien: 14 Taschenb\u00fccher \u00fcber Superfrauen, K\u00f6niginnen der L\u00fcfte, K\u00f6niginnen des Tanzes, Superfrauen aus dem Wilden Westen, Der Schwarze Peter. Ein R\u00e4uber aus dem Hunsr\u00fcck und Odenwald, Meine Worte sind wie die Sterne. Die Rede des H\u00e4uptlings Seattle und andere indianische Weisheiten (zusammen mit Sonja Probst)<br \/> Aphorismen: Der Ball ist ein Sauhund, Worte sind wie Waffen (beide zusammen mit Doris Probst<br \/> Die meisten dieser Titel sind bei \u201eGRIN Verlag f\u00fcr akademische Texte\u201c erschienen und in rund 1.000 Online-Buchshops sowie in jeder guten Buchhandlung erh\u00e4ltlich.<\/p> <p><a href=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/3750\/HoehlenloeweHarder.jpg\"><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiesbaden \u2013 Der H\u00f6hlenl\u00f6we (Panthera leo spelaea, die H\u00f6hlenhy\u00e4ne (Crocuta crocuta spelaea) und der H\u00f6hlenb\u00e4r (Ursus spelaeus) aus dem Eiszeitalter verdanken ihren wissenschaftlichen Namen zwei deutschen Medizinern. Der Arzt und Pal\u00e4ontologe Georg August Goldfu\u00df (1782-1848), der in Erlangen und in Bonn arbeitete, hat 1810 erstmals den H\u00f6hlenl\u00f6wen und 1823 erstmals die H\u00f6hlenhy\u00e4ne wissenschaftlich beschrieben. Bereits<\/p>\n","protected":false},"author":291,"featured_media":198957,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8808],"tags":[],"class_list":["post-3750","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3750","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/291"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3750"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3750\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/198957"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3750"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3750"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3750"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}