{"id":38599,"date":"2011-12-08T14:46:06","date_gmt":"2011-12-08T13:46:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=38599"},"modified":"2012-12-17T15:57:12","modified_gmt":"2012-12-17T14:57:12","slug":"eurogipfel-in-bruessel-krieg-der-bankster-gegen-die-zivilisierte-welt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/eurogipfel-in-bruessel-krieg-der-bankster-gegen-die-zivilisierte-welt-2-1038599\/","title":{"rendered":"Der Teufel steckt im Detail"},"content":{"rendered":"<p>In seinem Kommentar zum Euro-Gipfel sagt GT-Wirtschaftsautor Peter Haisenko: S&amp;P drohen den Euro-Staaten mit Derating. Kanzlerin Merkel nimmt\u00b4s gelassen. Gut so? Ja und nein. Gerade zum Start des morgigen Gipfeltreffens ist es sicher gut, auf die politisch gewollte Kriegserkl\u00e4rung der amerikanischen Ratingagenturen nicht mit Panik zu reagieren.<\/p> <p>Haisenko weiter: Eine Wahrheit darf die Kanzlerin dennoch nicht verschweigen: Die Ratings haben massive Auswirkungen auf die deutsche Finanz-Wirtschaft.<\/p> <p><!--more-->Die deutschen Lebensversicherer zum Beispiel sind an die Ratings per Gesetz gebunden. Sie d\u00fcrfen nur Staatsanleihen kaufen, die eine Spitzenbewertung der Amerikaner genie\u00dfen. (St\u00fcndlich minutenlang qu\u00e4len uns unqualifizierte Wirtschafts-Kommentatoren in allen m\u00f6glichen TV-Sendern mit ihren unma\u00dfgeblichen Meinungen &#8211; doch diese Folge eines Wirtschaftsangriffs aus den USA und England hat bisher keine der Sendeanstalten ihren Zuschauern erkl\u00e4rt.)<\/p> <p>Gut so? K\u00f6nnte man meinen. Der H\u00f6rer\/Zuschauer soll nicht beunruhigt werden &#8211; und unterm Strich die werthaltigste Anlage in seine Depots geschoben bekommen?<\/p> <p>Doch damit sind die Fehler in der &#8222;Berichterstattung&#8220; programmiert. Denn die Folgen der S&amp;P-Attacke sind so vielf\u00e4ltig, dass es an Nachrichtenunterdr\u00fcckung grenzt, sie nicht zu erkl\u00e4ren. Auch wenn sie kaum in ihrer ganzen Tragweite zu erfassen sind. Einmal abgesehen davon, dass ich es f\u00fcr ausgesprochen zweifelhaft erachte, wenn der deutsche Gesetzgeber die Lebensversicherer abh\u00e4ngig von etwas macht, dessen Kriterien weder offenliegen noch von ihm kontrolliert werden k\u00f6nnen. Die Ratings geben den eiskalten Finanzkriegern aus \u00dcbersee einen Hebel in die Hand, dessen Auswirkungen fataler nicht sein k\u00f6nnten.<br \/> Erkl\u00e4rung:<\/p> <p>Nehmen wir an, die Euro-Staaten werden tats\u00e4chlich ihres Spitzenstatus beraubt. Dann darf fortan kein deutscher Lebensversicherer mehr Euro-Staatsanleihen kaufen.<\/p> <p>Das hat mindestens drei Folgen.<\/p> <p>1. Einer der gr\u00f6\u00dften Aufk\u00e4ufer f\u00fcr Euro-Staatsanleihen entf\u00e4llt und damit sind diese noch schwerer an den Mann zu bringen. Man wird noch abh\u00e4ngiger von Investoren, die nicht im Euro-Raum beheimatet und an der Lebensqualit\u00e4t der Menschen hierzulande \u00fcberhaupt nicht interessiert sind.<\/p> <p>2. Amerikanische Hedgefonds k\u00f6nnen durch Kaufzur\u00fcckhaltung die Zinsen in die von ihnen gew\u00fcnschte H\u00f6he treiben.<\/p> <p>3. Au\u00dferdem m\u00fcssten deutsche Lebensversicherer in fremde Staatsanleihen ausweichen. Das st\u00e4rkt den Dollar und macht Zinsen in diesem Bereich g\u00fcnstiger.<\/p> <p>Angesichts des angedrohten Deratings wird die &#8211; tats\u00e4chlich sehr wahrscheinliche &#8211; Verschw\u00f6rung der postkolonialen Politik des Empire und seines Schwertes, der USA mit ihren Ratingagenturen, sichtbar. Und deren Aggressions-Berechtigung nat\u00fcrlich abgelehnt.<\/p> <p>Das ist gut und richtig so, reicht aber nicht: Tats\u00e4chlich handelt es sich n\u00e4mlich nicht nur um etwas so Niedliches wie eine Verschw\u00f6rung.<\/p> <p>Es ist offener Krieg gegen den Euro.<\/p> <p>Realistisch betrachtet, d\u00fcrfte die Zukunft keines einzigen Landes der Welt positiv bewertet werden. (Von Steueroasen und \u00d6lproduzenten sehe ich einmal ausdr\u00fccklich ab. Au\u00dfer diesen wird kein Land in der Lage sein, jemals seine Schulden zu begleichen.) Ausnahme ist ausgerechnet ein deutsches Bundesland, das tats\u00e4chlich Schulden abbaut &#8211; daf\u00fcr zynischerweise auch noch vom Rechnungshof gescholten wird: Bayern wird 2012 nicht nur seine Zinszahlungen bedienen, es wird 250 Millionen Euro Schulden real abl\u00f6sen. Alle anderen werden weiterhin anwachsende Schuldenberge und die Zinsen darauf stemmen m\u00fcssen.<\/p> <p>Allein Deutschland m\u00fcsste f\u00fcr eine Dauer von etwa 50 Jahren jedes Jahr, beginnend jetzt, 100 Milliarden f\u00fcr Schuldenzins und Schuldenabbau aufbringen, damit es dann schuldenfrei sein k\u00f6nnte.<\/p> <p>(W\u00e4re ich eine Ratingagentur, w\u00fcrde ich alle Staaten auf Ramschstatus setzen, denn es betrifft tats\u00e4chlich alle Staaten: Sie k\u00f6nnen noch nicht einmal ihre Zinsen bedienen, ohne ihre Nettoneuverschuldung zu erh\u00f6hen. Jedes Privatunternehmen h\u00e4tte unter diesen Umst\u00e4nden schon l\u00e4ngst Konkurs anmelden m\u00fcssen. In dieser Hinsicht mache ich den Ratingagenturen keine Vorw\u00fcrfe.)<\/p> <p>Allerdings m\u00fcssen sich die Ratingagenturen Parteilichkeit vorwerfen lassen. Sie werden massiv politisch beeinflusst, gerieren sich dabei als wirtschaftliche \u00dcberregierung, die der Politik mit Derating droht, wenn die Euro-Staaten nicht so verfahren, wie es die Agenturen fordern.<\/p> <p>Das ist eine offene Kriegserkl\u00e4rung, zumal die Forderungen dieser &#8222;Zwerge Allwissend&#8220; alles andere als eine taugliche L\u00f6sung der Krise sein k\u00f6nnen.<\/p> <p>Wenn etwa die Euro-Staaten aufgefordert werden, in \u00e4hnlich verantwortungsloser Weise wie die USA einfach Geld zu drucken, so muss man kein Finanzfachmann sein, um zu erkennen, dass dieser Weg keine ann\u00e4hernd nachhaltige L\u00f6sung der Krise sein kann: Die &#8222;Delinquenten&#8220; w\u00fcrden dann n\u00e4mlich auch genau dort landen, wo die USA und England heute schon stehen &#8211; direkt \u00fcber dem Abgrund.<\/p> <p>Die Parteilichkeit ist un\u00fcbersehbar. Euro-Land wird abgewatscht!<\/p> <p>Nicht mit Sanktionen bedroht werden von S&amp;P \u00fcbrigens ausgerechnet diese \u00fcbelsten der Zocker unter den Schuldens\u00fcndern, obwohl gerade der Ausblick f\u00fcr die USA und England wesentlich schlechter ist als selbst der f\u00fcr Griechenland. Nach den Kriterien der Ratingagenturen werden \u00fcber Kurz oder Lang nur noch die Staaten Bestnoten erhalten, die keinerlei produktive Industrie haben. Die L\u00e4nder, die vom Schwarzgeld der Steuerfl\u00fcchtlinge leben und somit zumindest einen Teil der Krise zu verantworten haben. Liechtenstein, Bahamas &#8230;<\/p> <p>Der Welt des Ratings fehlt jede Sozialhygiene.<\/p> <p>Die Ratingagenturen haben sich ihre eigene Welt gebastelt, in der nur Geld z\u00e4hlt. Sie beurteilen das, was sie f\u00fcr &#8222;Gut&#8220; und &#8222;B\u00f6se&#8220; halten, fernab der Realit\u00e4t. Sie missachten die Au\u00dfenhandelsbilanzen vollst\u00e4ndig, obwohl genau die ein Kriterium daf\u00fcr sind, ob ein Land in der Lage sein k\u00f6nnte, in Zukunft Schulden gegen\u00fcber dem Ausland zu begleichen.<br \/> Das hat Methode und beweist die Parteilichkeit.<\/p> <p>Die zwei L\u00e4nder mit den gr\u00f6\u00dften, akkumulierten Au\u00dfenhandelsdefiziten, also den gr\u00f6\u00dften Auslandsschulden, sind die USA und England &#8211; die Heimat der Ratingagenturen.<\/p> <p>F\u00fcr Politik, die sich einen Hauch von Anstand noch bewahrt hat, ist allein dieser Umstand an Peinlichkeit nicht zu \u00fcberbieten.<\/p> <p>Mit ihrem Angriff gegen den Euro versuchen die Ratingagenturen, den US-Dollar zu retten, damit die Basis f\u00fcr den &#8222;american way of live&#8220; und selbstverst\u00e4ndlich ihr eigenes, unversch\u00e4mt hohes Einkommen. Die Wirtschaftskraft der USA wird mit einem positiven Ausblick bewertet, obwohl gerade in diesem Land massivste Umstrukturierungen n\u00f6tig w\u00e4ren, um jemals wieder eine ausgeglichene Handelsbilanz erreichen zu k\u00f6nnen. Aber in der Welt der Ratingagenturen erh\u00e4lt ein Land offensichtlich dann beste Noten, wenn es seine Gelddruckmaschine gut geschmiert hat.<\/p> <p>Der Teufel steckt immer im Detail. Deshalb sind von S&amp;P schon mal vorab Eurobonds mit einem negativen Ausblick versehen worden, obwohl sie noch gar nicht existieren und ihre genauen Ausgabekriterien &#8211; sofern sie \u00fcberhaupt kommen &#8211; noch nicht einmal ansatzweise festliegen.<\/p> <p>Wer angesichts dessen noch immer eine Verschw\u00f6rung gegen den Euro als Theorie l\u00e4cherlich machen will, schleimt seine Spur durchs selbe Milieu wie die Warlords der Ratingagenturen.<\/p> <p>Es ist ein Wirtschaftskrieg des angels\u00e4chsischen Kapitals gegen den Euro &#8211; mit unlautersten Mitteln. Der Euro mit seinem Zentrum in Deutschland ist die sch\u00e4rfste Bedrohung f\u00fcr die Weiterf\u00fchrung der weltweiten Ausbeutung durch den Dollarraum. Dieser hat sich selbst durch die Gier seiner Finanzelite in eine aussichtslose wirtschaftliche Lage gebracht. Damit steht die Welt an einer ganz \u00e4hnlichen Stelle, wie vor 100 Jahren.<\/p> <p>Damals war es das British Empire, das sich durch seine Konzentration auf die milit\u00e4rische St\u00e4rke in eine katastrophale wirtschaftliche Lage gebracht hatte. Nur der Erste Weltkrieg und der folgende Zweite konnten damals das Versinken des British Empire in der Bedeutungslosigkeit verhindern. Heute wird der Krieg mit den Waffen der &#8222;Finanzm\u00e4rkte&#8220; weitergetragen &#8211; und ist noch effektiver geworden. Ohne auch nur eine Bombe zu werfen, k\u00f6nnen ganze Volkswirtschaften vernichtet oder unter Kontrolle gebracht werden.<\/p> <p>Was mich auch pers\u00f6nlich besonders traurig macht: Ich sehe keine Aussicht auf Besserung, solange uns unsere Regierung so wie zurzeit bel\u00fcgt und behauptet, Deutschland h\u00e4tte lediglich &#8222;\u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse gelebt&#8220;. Das Gegenteil ist der Fall. Deutschland und der Euro-Raum sollten den Fehdehandschuh deshalb unumwunden aufnehmen.<\/p> <p>Europa und die europ\u00e4ische Politik k\u00f6nnen nur bestehen, wenn sie gemeinsam gegen die scheinbare Allmacht der scheinheiligen Allianz des unfair Play der angels\u00e4chsisch dominierten Finanzm\u00e4rkte vorgehen.<\/p> <p>Politiker d\u00fcrfen nicht mehr wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren, wenn Bankster ihre Knarre ziehen, sondern m\u00fcssen selbstbewusst ihre (wirtschaftliche) St\u00e4rke durch eigene Regeln demonstrieren. Die Finanztransaktionssteuer w\u00e4re da die ad\u00e4quate, durch und durch gerechte, glasklare Ansage. M\u00f6gen die Engl\u00e4nder auch noch so sehr dagegen sein. Die Chancen auf Erfolg stehen gut, denn heute, anders als vor 100 Jahren, f\u00fchrt das angels\u00e4chsische Kapital nicht Krieg gegen Deutschland allein, sondern gegen die gesamte Euro-Zone und damit gegen das ganze vereinte Europa &#8211; zu dem England sowieso nicht (mehr) geh\u00f6ren will, wie es die Akteure des Parteitags der Tories klar und vernehmlich selbst gesagt haben.<\/p> <p>Zwei B\u00fccher des GT-Autors und Wirtschaftsexperten Peter Haisenko zu diesem Thema:<\/p> <p>&#8222;Bankraub globalisiert&#8220;<\/p> <p>&#8222;England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert&#8220; &#8211; dieses ist das richtige f\u00fcr Buch f\u00fcr alle, die wissen wollen, warum die heutige Situation der vor 100 Jahren so \u00e4hnelt und mit welch perfiden Mitteln das British Empire damals seine katastrophale Wirtschaftslage mit (realen) Kriegen verschleiert und Deutschland daf\u00fcr die Verantwortung aufgezwungen hat.<\/p> <p>Mehr in GT &#8211; <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.gt-worldwide.com\" title=\"Online-Zeitschrift f\u00fcr politische Kultur\" >http:\/\/www.gt-worldwide.com<\/a> &#8211; dem Online-Magazin des Global Village.<\/p> <p>Wer mit klugen Lesern rechnet, steht in GT, einem der besten, journalistischen Magazine in Deutschland.<\/p> <p>GT &#8211; Das Online-Magazin f\u00fcr Politische Kultur und Mobilit\u00e4t.<\/p> <p>Chefredakteur:<br \/> Norbert Gisder<br \/> 15712 K\u00f6nigs Wusterhausen<br \/> Deutschland\/Germany<br \/> Telefon: +49\/3375-21 56 62<br \/> Telefax: +49\/3375-21 56 60<br \/> E-Mail: mail@gt-worldwide.com<br \/> Internet: http:\/\/www.gt-worldwide.com<\/p> <p>Firmenkontakt<br \/> GT &#8211; Online-Magazin f\u00fcr Politische Kultur und Mobilit\u00e4t<br \/> Norbert Gisder<br \/> Dorfstra\u00dfe 15<\/p> <p>15712 K\u00f6nigs Wusterhausen<br \/> Brandenburg<\/p> <p>E-Mail: mail@gt-worldwide.com<br \/> Homepage: http:\/\/www.gt-worldwide.com<br \/> Telefon: 033755285127<\/p> <p>Pressekontakt<br \/> GT &#8211; Online-Magazin f\u00fcr Politische Kultur und Mobilit\u00e4t<br \/> Norbert Gisder<br \/> Dorfstra\u00dfe 15<\/p> <p>15712 K\u00f6nigs Wusterhausen<br \/> Brandenburg<\/p> <p>E-Mail: mail@gt-worldwide.com<br \/> Homepage: http:\/\/www.gt-worldwide.com<br \/> Telefon: 033755285127<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seinem Kommentar zum Euro-Gipfel sagt GT-Wirtschaftsautor Peter Haisenko: S&amp;P drohen den Euro-Staaten mit Derating. 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