{"id":43544,"date":"2012-04-11T13:14:23","date_gmt":"2012-04-11T12:14:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=43544"},"modified":"2025-03-28T11:59:44","modified_gmt":"2025-03-28T10:59:44","slug":"grundlagen-studie-zur-occupy-bewegung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/grundlagen-studie-zur-occupy-bewegung-1043544\/","title":{"rendered":"Grundlagen-Studie zur Occupy-Bewegung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-43545 alignleft\" title=\"valide und reliable Forschung\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/gim_logo.jpg\" alt=\"\" width=\"171\" height=\"72\" srcset=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/gim_logo.jpg 171w, https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/gim_logo-40x17.jpg 40w, https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/gim_logo-88x37.jpg 88w\" sizes=\"auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px\" \/>Auf den ersten Blick wirken die Aktivisten im Frankfurter Occupy-Camp nur wie eine unstrukturierte Outsider-Gruppe, die gr\u00f6\u00dftenteils aus einer selbst gew\u00e4hlten Opfer-Rolle heraus gegen das Finanzwesen demonstrieren. Bei n\u00e4herer Betrachtung zeigt sich aber, dass ihre Skepsis und Kritik mehr als nur kurzlebiger Ausdruck des Unmutes einer kleinen Randgruppe ist. Mittlerweile w\u00e4chst die Kritik am Bankenwesen auch in anderen Teilen der Bev\u00f6lkerung, ja sie ist selbst bankenintern deutlich sp\u00fcrbar. <!--more-->Zur Erforschung dieser Stimmungslage hat die GIM (Gesellschaft f\u00fcr Innovative Marktforschung) aus Heidelberg eine Grundlagen-Studie zur Occupy-Bewegung unter den Occupy-Aktivisten und Sympathisanten durchgef\u00fchrt.<\/p> <p>\u201eHaltet den Dieb!\u201c Die Gruppendiskussion im Frankfurter Occupy-Camp begann mit einer Verfolgungsjagd mitten durch die H\u00e4userschluchten der Bankgeb\u00e4ude in Frankfurt. Gleich nach der Ankunft im Camp wurde der Rucksack der Forscher samt dem kompletten Equipment, Kamera, Aufnahmeger\u00e4t, Stativ, Fotoapparat, Geldbeutel, von einem Dieb entwendet. Jedoch: Die sich selbst als unstrukturiert, heterogen und egalit\u00e4r verstehenden Occupy-Aktivisten organisierten sich in Sekundenschnelle in vier kleine Gruppen, die den T\u00e4ter nach kurzer Zeit erfolgreich stellten.<br \/> \u201eIch dachte ihr seid so unstrukturiert. Jetzt habt ihr uns aber \u00fcberrascht!\u201c war der erste Satz der beiden Moderatoren bei Start der Diskussion. \u201eSeht ihr, euch geht es auch nicht anders als uns!\u201c, wurde ihnen entgegnet. Daraus entwickelte sich dann eine hoch spannende Gruppendiskussion, die unkonventioneller nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen.<br \/> Am Ende der Gruppendiskussion standen klare Kritikpunkte aber auch &#8211; und vor allem! \u2013 L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge &#8211; gerichtet an das Finanzwesen und an die Banken: Aus tief verwurzeltem Idealismus heraus verfolgen die Aktivisten Lebensziele wie soziale Gerechtigkeit, Weltfrieden, allgemeinen und nachhaltigen Wertewandel, Transparenz und mehr Demokratie. Vor allem die Gro\u00dfbanken stellen durch unethische und risikoreiche Spekulationsgesch\u00e4fte ohne dinglichen Gegenwert und den permanenten Drang nach Gewinnsteigerung und Profit eine massive Gefahr f\u00fcr Gesellschaft und Umwelt dar. L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge orientieren sich an den Genossenschaftsbanken fr\u00fcherer Zeiten: Banken sollen sich als kundennaher Dienstleister wieder dem eigentlichen Kerngesch\u00e4ft, der Verwaltung und Sicherung des Geldes und der Investition in dingliche G\u00fcter widmen. Weitere Forderungen verlangen Transparenz und Mitbestimmung sowie einen Wertewandel hinsichtlich der Produkte, in die Banken das Geld ihrer Kunden investieren. Als Wegbereiter gelten die \u00d6kobanken, die in sozial und \u00f6kologisch vertr\u00e4gliche Produkte investieren, oder teilweise auch die islamischen Banken, die an Stelle von Zinsen Geb\u00fchren erheben.<br \/> Aufgabe und Verantwortung der Politik ist hierbei, durch Gesetze, Kontrollinstanzen und die Wahrnehmung eines erzieherischen Auftrages im Bildungssystem, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.<br \/> Die eigentliche \u00dcberraschung folgte dann bei den Gruppendiskussionen mit den Occupy-Sympathisanten, h\u00e4ufig finanziell und beruflich etablierte Bankkunden &#8211; weniger von Idealismus gepr\u00e4gt, kommen sie aus ganz anderen Beweggr\u00fcnden zum gleichen Ergebnis: \u201eIrgendetwas l\u00e4uft falsch im System!\u201c.<br \/> Sie sehen n\u00e4mlich ein Auseinanderdriften der eigenen pers\u00f6nlichen Werte und den Werten, die Banken verk\u00f6rpern: W\u00e4hrend die Occupy-Sympathisanten sich als ehrenwerte Gesch\u00e4ftsleute oder verantwortungsvolle Leistungstr\u00e4ger verstehen, werden Banken als zu einseitig profitorientierte und zusehends verantwortungslose Institutionen wahrgenommen, so dass das eigene dort investierte Kapital nicht mehr als sicher gilt. Die Folge ist eine \u00c4nderung des Investitionsverhaltens \u2013 weg von klassischen Gro\u00dfbanken, hin zu nachhaltigen Investitionen.<br \/> Die Forderungen der Sympathisanten an Banken sind also fast deckungsgleich mit denen der Aktivisten: Transparenz, Partizipation, dingliche und nachhaltige Investitionen, Regionalit\u00e4t \u2013 aber auch ein gerechter eigener Anteil am Profit der Banken.<br \/> Somit zeigt sich, dass die Forderungen der Occupy-Bewegung zusehends nicht als Utopie zu betrachten sind, sondern langsam beginnen, sich auch in weiteren Kreisen nieder zu schlagen: Gerechtes Banking mit einer ethisch vertretbaren Ausrichtung, mit nachhaltigen Produkten und fairen Kundenbindungen ist immer mehr im Kommen.<\/p> <p>Zur Methode: Ethnologische Rekrutierung und fluide Gruppendiskussion<\/p> <p>In der Marktforschung gibt es g\u00e4ngige Rekrutierungs- und Datenerhebungsmethoden, die f\u00fcr viele Forschungszwecke sinnvoll und gewinnbringend sind. Der Zugang zu bestimmten Zielgruppen wird dabei nur bedingt thematisiert oder reflektiert.<br \/> Schon bei der Planung der Studie war klar, dass bei der Erforschung der Occupy-Bewegung, zumindest bei der Gewinnung der Aktivisten im Camp, andere Wege bestritten werden m\u00fcssen. Welche Antwort erhielte ein Call-Center-Agent, der bei einem Occupy-Aktivisten anruft:\u201eHallo, wir sind ein Marktforschungsunternehmen und w\u00fcrden Sie gerne zu einer Gruppendiskussion einladen.\u201c Die freundlichste Reaktion w\u00e4re da wohl noch: \u201eVielen Dank f\u00fcrs Gespr\u00e4ch!\u201c<br \/> Eine weitere Schwierigkeit entsteht durch die Heterogenit\u00e4t und programmatische Unstrukturiertheit der Gruppe, die aus Marktforschungssicht obendrein unerschlossen ist. Um die ma\u00dfgeblichen Akteure und Wortf\u00fchrer zu erkennen und f\u00fcr eine Gruppendiskussion zu gewinnen, ist es n\u00f6tig, zun\u00e4chst einmal die innere Logik einer solchen Gruppe zu verstehen.<br \/> Dazu mussten Barrieren \u00fcberwunden werden, weil aus Sicht der Aktivisten Marktforschungsinstitute auch Wirtschaftsunternehmen sind, die f\u00fcr Finanzinstitute arbeiten. Somit ist es eine Frage des Zugangs und des Vertrauens, an den Kern der Gruppe heran zu kommen. Hierf\u00fcr stellt die Ethnologie die Methode der Teilnehmenden Beobachtung bereit. Ziel dieser ethnographischen Methode ist das m\u00f6glichst vorurteilsfreie Eintauchen in eine fremde Ethnie, deren innere Logik auf den ersten Blick nicht zu verstehen ist. Aus diesem Grund hielt sich einer der Forscher eine Woche im Camp auf, f\u00fchrte in dieser Zeit Gespr\u00e4che, kn\u00fcpfte Kontakte und schaffte dadurch den Zugang zur Gruppe. Methodisch wurde so die eigentliche Rekrutierung bereits Teil der Datenerhebung.<br \/> Weitere Informationen: http:\/\/www.g-i-m.com\/unternehmen\/presse\/news.html<\/p> <p>Ansprechpartner: Godehard Wakenhut<br \/> Anschrift: Gesellschaft f\u00fcr Innovative Marktforschung mbH<br \/> Goldschmidtstra\u00dfe 4-6<br \/> 69115 Heidelberg<br \/> Telefon: + 49 (0) 62 21\/83 28 841<br \/> Fax: + 49 (0) 62 21\/83 28 33<br \/> Internet: http:\/\/www.g-i-m.com<br \/> EMail: g.wakenhut@g-i-m.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick wirken die Aktivisten im Frankfurter Occupy-Camp nur wie eine unstrukturierte Outsider-Gruppe, die gr\u00f6\u00dftenteils aus einer selbst gew\u00e4hlten Opfer-Rolle heraus gegen das Finanzwesen demonstrieren. Bei n\u00e4herer Betrachtung zeigt sich aber, dass ihre Skepsis und Kritik mehr als nur kurzlebiger Ausdruck des Unmutes einer kleinen Randgruppe ist. 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