{"id":51096,"date":"2013-01-07T16:44:58","date_gmt":"2013-01-07T15:44:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=51096"},"modified":"2013-01-07T16:45:14","modified_gmt":"2013-01-07T15:45:14","slug":"mit-viel-mut-tatkraft-eigeninitiative-die-frauen-vom-roten-fluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/mit-viel-mut-tatkraft-eigeninitiative-die-frauen-vom-roten-fluss-1051096\/","title":{"rendered":"Mit viel Mut, Tatkraft, Eigeninitiative &#8211; Die Frauen vom Roten Fluss"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-51118\" title=\"Das zweite Standbein der Kooperative ist ein kleines Keramikatelier direkt am Kizilirmak gelegen.\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/8c009dda06def7da138e30146ca59ecb.jpg\" width=\"188\" height=\"112\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/8c009dda06def7da138e30146ca59ecb.jpg\" \/>Im Juni 2012 f\u00fchrt uns unsere Wanderreise in die faszinierende Tuffsteinlandschschaft Kappadokiens. Tief eingeschnittene Canyons, bizarre Felst\u00fcrme, unterirdische St\u00e4dte und zahllose byzantinische H\u00f6hlenkirchen machen diese Region in Zentralanatolien zu einem beliebten Reiseziel.<br \/> Dabei ist nicht nur die Vergangenheit beeindruckend. Unser Freund Talet erz\u00e4hlt begeistert von einem Frauenprojekt das ihm sehr am Herzen liegt: Die Gemeinschaft der Frauen Unternehmerinnen Avanos, im t\u00fcrkischen Avanos Kad\u0131n Girisimciler Kooperatifi genannt.<\/p> <p><!--more-->Nach einer Fahrt \u00fcber staubige Stra\u00dfen und durch eine grandioseLandschaft \u00fcberqueren wir auf einer schmalen Br\u00fccke den Roten Fluss Kizilirmak, den l\u00e4ngsten Fluss der T\u00fcrkei. Wir sind bei der Kooperative zum Essen eingeladen. Neugierig betreten wir das imposante Geb\u00e4ude. Die Frauen erwarten uns schon und sitzen um einen gro\u00dfen runden Tisch bei der Arbeit.Wir treffen Frau Nurcan und ihre Kolleginnen im selbstverwalteten Restaurant des Projektes. Die 2009 gegr\u00fcndete Frauen-Kooperative hat hier ihren Sitz und das Restaurant ist mittlerweile zu einem Geheimtipp geworden.<br \/> Von folgenden Bedingungen muss man hier ausgehen: In Zentralanatolienstehen Frauen nach der Scheidung oder nach dem Tod ihres Mannes oftmals vor dem finanziellen Ruin. Eine Absicherung durch Unterhalt oder staatliche Leistungen ist nicht oder nur unzureichend gegeben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Tradition es den Frauen fast unm\u00f6glich macht Arbeit zu finden und einer eintr\u00e4glichen Erwerbst\u00e4tigkeit nach zu kommen. Dies gilt besonders f\u00fcr l\u00e4ndliche Regionen. Aus dieser Situation heraus haben sich Frau Nurcan und Frau Nurten mit anderen Frauen zusammen getan und 2009 mit viel Mut und Engagement neue Wege beschritten.<br \/> Durch den B\u00fcrgermeister von Avanos haben sie dabei gro\u00dfe Unterst\u00fctzung erhalten. Die Gemeinde hat der Frauen-Kooperative damals ein altes Verwaltungsgeb\u00e4ude zur Verf\u00fcgung gestellt. In viel Eigenarbeit und mit geringen finanziellen Mitteln wurde das Haus renoviert und in ein Restaurant umgebaut. Zur Einweihung im Jahr 2010 erschien der B\u00fcrgermeister mit dem gesamten Stadtrat. Das hatte nat\u00fcrlich eine tolle \u00d6ffentlichkeitswirkung. Schnell sprach es sich herum, dass die Frauen ihre Speisen mit viel Sorgfalt zubereiten und man hier \u00e4u\u00dferst gastfreundlich empfangen wird.<br \/> Heute arbeiten etwa zehn Frauen im Alter von 35 bis 65 Jahren im Restaurant. Die frisch zubereiten traditionellen Gerichte werden ausschlie\u00dflich aus regionalenZutaten hergestellt. Es versteht sich von selbst, dass Fertiggerichte oder vorgefertigte Waren in ihrer K\u00fcche nichts verloren haben.<br \/> Wir sitzen in dem ger\u00e4umigen, hellen Speisesaal unddie Frauen verw\u00f6hnen uns mit k\u00f6stlichen Vorspeisen.Nun kommen dampfende Teller auf den Tisch, bis an den Rand gef\u00fcllt mit leckeren Manti, die mit t\u00fcrkischem Joghurt und feiner Tomatensauce \u00fcbergossen sind.Diese kleinen Teigtaschen werden in aufwendiger Handarbeit hergestellt. Einzeln werden sie geformt, mit Fleisch gef\u00fcllt und sorgf\u00e4ltig verschlossen.<br \/> Wir wollen mehr wissen \u00fcber die Lebenssituation der Frauen und wie sie von dem Einkommen aus ihrer Arbeit im Restaurant \u00fcber die Runden kommen. Frau Nurten erkl\u00e4rt uns, dass Frauen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz noch immer mit gro\u00dfen Vorurteilen zu k\u00e4mpfen haben. Die Frauen der Kooperative m\u00fcssen ihren Lebensunterhalt f\u00fcr sich und ihre Kinder bestreiten und dazu noch in der Welt der M\u00e4nner ihre Stellung behaupten. Allen Projekt-Frauen ist eine schwierige wirtschaftliche und soziale Situation gemeinsam. Einige der Frauen sind geschieden. Obwohl es seit 2 Jahren in der T\u00fcrkei eine gesetzliche Regelung zur Unterhaltspflicht gibt, sieht die Realit\u00e4t meistens anders aus. Geschiedene Frauen m\u00fcssen den Unterhalt f\u00fcr sich und ihre Kinder, die Schulkosten, Miete, Arztbesuche etc. h\u00e4ufig selbst finanzieren.<br \/> Sie berichtet, dass die staatliche Rente in H\u00f6he von 350 \u2013 400 \u20ac viel zu gering ist um den Lebensunterhalt zu bestreiten.<br \/> Eine der Frauen k\u00fcmmert sich seit Jahren um ihren kranken Mann. Aufgrund einer schweren Krankheit ist er arbeitsunf\u00e4hig. Die langen Krankenhausaufenthalte und die Kosten f\u00fcr Medikamente haben die geringen Ersparnisse der Familie verschlungen und sie in gro\u00dfe finanzielle Not gebracht. Das Einkommen durch die Fr\u00fchrente reicht bei weitem nicht um die die Familie zu ern\u00e4hren.<br \/> Mit viel Mut, Tatkraft, Eigeninitiative und hohem sozialen Verantwortungsgef\u00fchl gr\u00fcndeten die Frauen die Gemeinschaft der Frauen Unternehmerinnen Avanos. Durch die selbstgeschaffenen Arbeitspl\u00e4tze haben sie ihrem Leben eine neue Wendung gegeben.<br \/> Das zweite Standbein der Kooperative ist ein kleines Keramikatelier direkt am Kizilirmak gelegen. Wir verabschieden uns von den Frauen des Restaurants und spazieren zum Atelier. Auch hier arbeiten etwa 10 Frauen. Die Stadt Avanos blickt auf eine Jahrtausende alte Tradition des T\u00f6pferhandwerks zur\u00fcck. Die Frauen haben diese Tradition aufgegriffen und stellen mit gro\u00dfer Kunstfertigkeit und Liebe zum Detailunterschiedlichste Keramiken her. Jedes St\u00fcck ist ein Unikat und wird abschlie\u00dfend von der K\u00fcnstlerin handsigniert.<br \/> Die Frauen erkl\u00e4ren uns begeistert die einzelnen Arbeitsschritte. Mit viel Spa\u00df und Gel\u00e4chter versuchen wir uns an einem Rohling und bekommen einen Eindruck von der gro\u00dfen Sorgfalt die bei der Herstellung der Keramiken n\u00f6tig ist. Von der h\u00e4ufig angebotenen Massenware ist man hier weit entfernt.<br \/> Frau Nurten erz\u00e4hlt uns, dass die Frauen in der Hochsaison 350 \u2013 500 \u20ac im Monat verdienen k\u00f6nnen. Ganz anders ist die Situation in den Wintermonaten. Die Touristen fehlen und das Einkommen reduziert sich auf 100 \u2013 150 \u20ac.<br \/> Der Bedarf an Einkommensm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Frauen ist weiterhin sehr gro\u00df. Immer mehr Frauen bewerben sich bei der Kooperative um einen Arbeitsplatz. Die Kapazit\u00e4ten sind momentan jedoch ausgesch\u00f6pft. Immer wieder diskutieren die Projekt-Frauen dar\u00fcber wie sie es schaffen k\u00f6nnen noch mehr Frauen in ihre Gemeinschaft aufzunehmen. Die Gemeinschaft bedeutet allen viel mehr als nur die Existenzsicherung: \u201eWir haben hier die M\u00f6glichkeit zusammen zu halten, uns zuzuh\u00f6ren und beizustehen und ganz wichtig ist es auch unseren Kindern ein Vorbild zu sein und ihnen neue Wege zu zeigen.<br \/> Abschlie\u00dfend wollen wir wissen welche Themen f\u00fcr die Zukunft des Projektes anstehen. Frau Nurten sch\u00e4tzt das sehr klar ein: \u201eWir erwarten keine Wunder. Das Restaurant erfreut sich ja schon gro\u00dfer Beliebtheit. Aber wir ben\u00f6tigen unbedingt eine kontinuierlichere Auslastung. Und f\u00fcr das Keramikatelier stehen noch Anschaffungen wie ein eigener Brennofen an, um unabh\u00e4ngiger arbeiten zu k\u00f6nnen.Die Lage des Ateliers ist zentral und wirklich prima. Nun m\u00fcssen die Verkaufszahlen noch st\u00e4rker zulegen. Es hilft uns sehr, wenn man uns weiter empfiehlt und f\u00fcr uns Werbung macht. Die Gemeinschaft ist unsere Familie und die Familie soll wachsen.\u201c<br \/> Wir sind beeindruckt von der Energie dieser Frauen, wie sie sich ihrer Situation annehmen und engagiert f\u00fcr ein Miteinander eintreten. Wir freuen uns darauf die Frauen beim n\u00e4chsten Mal im Rahmen einer unserer Reisen mit einer Gruppe aus Deutschland zu besuchen.Im Verabschieden versprechen wir uns daf\u00fcr einzusetzen, die Avanos Kad\u0131n Girisimciler Kooperatifi bekannter zu machen und w\u00fcnschen den Frauen viel Erfolg damit diese gro\u00dfartige Idee weiter leben kann.<br \/> Bizde buradan Avanos Kad\u0131n Girisimciler Kooperatifi ve Han\u0131mlar\u0131na en i\u00e7ten dileklerimizi sunar ve ba\u015far\u0131lar\u0131n\u0131n devam\u0131n\u0131 dileriz. (Wir w\u00fcnschen den Damen der Gemeinschaft der Frauen Unternehmerinnen Avanos viel Gl\u00fcck und Erfolg f\u00fcr die Zukunft.)<\/p> <p>Weitere Informationen und Angaben finden Sie unter http:\/\/www.prseiten.de\/pressefach\/alpinkreaktiv\/news\/1181 sowie http:\/\/www.alpinkreaktiv.de.<\/p> <p>\u00dcber Alpinkreaktiv:<br \/> Unsere Leidenschaft ist es Berge kreativ zu erleben. F\u00fc\u00dfe in einen sprudelnden Bergbach halten, wilde Nelken riechen, knorrigen Zirben beim Wachsen zusehen, Alpen-Sagen lauschen, Steine tasten, barfu\u00df \u00fcber eine Almwiese laufen, Stille h\u00f6ren und der Weite des blauen Himmels folgen.<\/p> <p>Seit 10 Jahren f\u00fchren wir H\u00fcttenwanderungen und Hotelreisen in den unterschiedlichsten Alpenregionen durch. Unsere Reiseziele liegen zwischen Seealpen und Slowenischen Alpen, dem sonnigen Tessin und den eisigen Gletscherh\u00f6hen Tirols, den zackigen Felst\u00fcrmen der Dolomiten und den weitl\u00e4ufigen Bergen der Haute-Provence.<br \/> In der T\u00fcrkei erkunden wir Kappadokien und den Aladaglar Nationalpark sowie die lykische K\u00fcste.<br \/> Und immer wieder zieht es uns in die atemberaubenden H\u00f6hen des Himalayas.<br \/> Naturerlebnis, Freude am Drau\u00dfen Sein und an der Bewegung werden auf sch\u00f6nste Weise miteinander verbunden.<\/p> <p>Pressekontakt:<br \/> Alpinkreaktiv<br \/> Gudrun Queitsch<br \/> Lengenwies 2<br \/> 82547 Eurasburg<br \/> Deutschland<br \/> 08179\/929284<br \/> info@alpinkreaktiv.de<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.alpinkreaktiv.de\" title=\"Wander- und Trekkingreisen f\u00fcr Frauen\" >http:\/\/www.alpinkreaktiv.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juni 2012 f\u00fchrt uns unsere Wanderreise in die faszinierende Tuffsteinlandschschaft Kappadokiens. 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