{"id":51107,"date":"2013-01-07T16:51:18","date_gmt":"2013-01-07T15:51:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=51107"},"modified":"2013-01-07T16:51:57","modified_gmt":"2013-01-07T15:51:57","slug":"prophylaktischer-einsatz-von-saeurehemmenden-arzneimitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/prophylaktischer-einsatz-von-saeurehemmenden-arzneimitteln-1051107\/","title":{"rendered":"Prophylaktischer Einsatz von s\u00e4urehemmenden Arzneimitteln"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-51123\" title=\"Springer-Fachzeitschrift Journal of General Internal Medicine\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/9b3cc26e7da68e4ce5eef16165270d45.jpg\" width=\"100\" height=\"136\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/9b3cc26e7da68e4ce5eef16165270d45.jpg\" \/>Gezielter Einsatz von S\u00e4urehemmern bei Krankenhauspatienten<\/p> <p>Neue Studie zu gastrointestinalen Blutungen: Wer ist Risikopatient?<\/p> <p>Magen-Darmblutungen im Krankenhaus sind zwar selten, dennoch sind sie oft Ursache f\u00fcr eine Erkrankung, die unter Umst\u00e4nden t\u00f6dlich enden kann. Um der Erkrankung entgegenzuwirken, werden in vielen Krankenh\u00e4usern alle Patienten prophylaktisch mit s\u00e4urehemmenden Medikamenten behandelt \u2013 obwohl von dieser fl\u00e4chendeckenden Medikation abgeraten wird.<\/p> <p><!--more-->Shoshana Herzig vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Massachusetts, USA, und ihre Kollegen glauben, dass das Risiko gastrointestinaler Blutungen bei einigen Patienten tats\u00e4chlich so hoch ist, dass die routinem\u00e4\u00dfige Verschreibung von s\u00e4urehemmenden Arzneimitteln gerechtfertigt ist. Bei den meisten Patienten kann jedoch ohne Risiko auf diese Medikation verzichtet werden. In ihrer neuen Studie\u00b9 wurde daher ein Risikoeinstufungssystem zur Identifizierung gef\u00e4hrdeter Patienten entwickelt; die Arbeit erscheint online in der Springer-Fachzeitschrift Journal of General Internal Medicine\u00b2.<\/p> <p>Aktuelle Studien haben gezeigt, dass das Risiko gastrointestinaler Blutungen bei nicht-schwerkranken Patienten in Krankenh\u00e4usern relativ gering ist. Einzelne k\u00f6nnen aber ein deutlich erh\u00f6htes Erkrankungsrisiko aufweisen. Doch dem medizinischen Personal steht bisher keine Methode zur Verf\u00fcgung, um Patienten mit dem gr\u00f6\u00dften Blutungsrisiko vorab zu erkennen. Die Autoren machten sich daher auf die Suche nach klinischen Faktoren, mit denen die gef\u00e4hrdeten Patienten identifiziert werden k\u00f6nnen. Ziel war, die s\u00e4urehemmenden Arzneimittel gezielt dort einzusetzen, wo sie ben\u00f6tigt wurden, w\u00e4hrend die \u00fcberfl\u00fcssige Medikation bei nicht-gef\u00e4hrdeten Patienten vermieden werden sollte.<\/p> <p>\u00dcber einen Zeitraum von drei Jahren untersuchten Herzig und ihre Kollegen die Akten von insgesamt 75.723 Patienten eines gro\u00dfen Lehrkrankenhauses. Nicht analysiert wurden die Daten von Patienten, die bereits wegen Magen-Darmblutungen aufgenommen worden waren bzw. solche, bei denen innerhalb des ersten Tages nach der Aufnahme eine Blutung auftrat; ausgeschlossen wurden auch Patienten, bei denen ein Herzkatheter gelegt wurde. Insgesamt hatten 203 Patienten eine Blutung erlitten.<\/p> <p>Die Analyse ergab eine Reihe von Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer gastrointestinalen Blutung erh\u00f6hten: \u00e4lter als 60, m\u00e4nnlich, Lebererkrankung, akutes Nierenversagen, Sepsis, Aufnahme durch den sogenannten \u201emedizinischen Dienst\u201c, Einnahme prophylaktischer gerinnungshemmender Mittel, akute Blutgerinnungsprobleme. Mit diesen Informationen konnten die Autoren nun ein Risikoeinstufungssystem entwickeln. Das Ergebnis zeigte, dass das Risiko von gastrointestinalen Blutungen mit diesen genannten klinischen Faktoren anstieg.<\/p> <p>Die Autoren unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Studien zur Best\u00e4tigung dieser Daten. Dennoch l\u00e4sst sich mit ihrem Einstufungssystem schon jetzt eine Untergruppe von Patienten identifizieren, bei denen der prophylaktische Einsatz von s\u00e4urehemmenden Arzneimitteln n\u00fctzlich sein kann, wie auch eine Gruppe, bei der diese Medikation \u00fcberfl\u00fcssig ist. Fazit der Autoren: \u201eUnter der Voraussetzung weiterer Best\u00e4tigungen an anderen Kliniken, kann dieses System dazu beitragen, f\u00fcr jeden Patienten eine individuelle Entscheidung f\u00fcr oder gegen den prophylaktischen Einsatz von s\u00e4urehemmenden Arzneimitteln treffen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p> <p>Quelle<br \/> 1. Herzig SJ et al (2013). Risk factors for nosocomial gastrointestinal bleeding and use of acid-suppressive medication in non-critically ill patients. Journal of General Internal Medicine; DOI 10.1007\/s11606-012-2296-x<br \/> 2. Das Journal of General Internal Medicine ist das offizielle Organ der Society of Internal Medicine.<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel. +49 6221 487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gezielter Einsatz von S\u00e4urehemmern bei Krankenhauspatienten Neue Studie zu gastrointestinalen Blutungen: Wer ist Risikopatient? Magen-Darmblutungen im Krankenhaus sind zwar selten, dennoch sind sie oft Ursache f\u00fcr eine Erkrankung, die unter Umst\u00e4nden t\u00f6dlich enden kann. 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