{"id":51255,"date":"2013-01-11T13:11:27","date_gmt":"2013-01-11T12:11:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=51255"},"modified":"2013-01-11T13:11:27","modified_gmt":"2013-01-11T12:11:27","slug":"die-mona-lisa-falle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/die-mona-lisa-falle-1051255\/","title":{"rendered":"Die &#8222;Mona-Lisa-Falle&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-51256 alignleft\" title=\"War Caterina Sforza Mona Lisa?\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/5fa939a98134f1008212f8dc167a1b00.jpg\" width=\"139\" height=\"139\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/6db7bc0cf834dca2c7a16ec2e6a6f24d.jpg\" \/>Wer war Mona Lisa?<\/p> <p>Bonner Frauenmuseum pr\u00e4sentiert vom 13.1. bis 10.3.2013 Arbeiten zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstlerinnen zur Mona Lisa<\/p> <p>Mona Lisa &#8211; das weltber\u00fchmte \u00d6lgem\u00e4lde von Leonardo da Vinci inspirierte K\u00fcnstler und Wissenschaftler seit jeher. Sie wurde zum Sinnbild weiblicher Sch\u00f6nheit und Medienikone.<br \/> Die bekannteste und damals auch provokanteste k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung mit dem Bild ist jene von Marcel Duchamp: L.H.O.O.Q. (Elle a chaud au cul &#8211; Sie ist hei\u00df am Hintern) von 1919. <!--more-->Der f\u00fchrende Bilderst\u00fcrmer seiner Zeit hatte eine Kopie der Mona Lisa mit Schnurr- und Kinnbart versehen und setzte der idealisierenden Leonardoverehrung ein abruptes Ende.<br \/> In der Kunstgeschichte bahnte sich 2002 ein vergleichbarer Umbruch mit dem revolution\u00e4ren Neuansatz von Magdalena Soest an. Das ber\u00fchmteste Bild der abendl\u00e4ndischen Kunstgeschichte schien sich damit Giorgio Vasaris Zuschreibungen endg\u00fcltig zu entziehen. Auf die Frage: Wer war Mona Lisa? gab Soest die \u00fcberraschende Antwort: Caterina Sforza. Die Renaissancef\u00fcrstin ist eine der interessantesten Herrscherinnen ihrer Zeit. &#8222;Bild&#8220;-sch\u00f6n und grausam, k\u00fchn &#8222;wie ein Mann&#8220;, war sie eine Frau, die alles besa\u00df und alles verlor. Das war das Thema f\u00fcr Leonardo, den Maler, der das Au\u00dfergew\u00f6hnliche in seinen Arbeiten darzustellen suchte.<br \/> Caterina Sforza: Zeitgenossen sprechen von ihr als &#8222;La tigressa&#8220;. Machiavelli bewunderte sie als vorbildliche F\u00fcrstin, als &#8222;Illustrissima Madonna&#8220;, die ebenso sch\u00f6n wie grausam und klug ihr Schiff durch die Nepotenwirtschaft des Papstes Sixtus IV steuerte. Verheiratet mit dem brutalen und feigen Papstneffen Girolamo Riario wird die Herrin von Imola und Forli im Volksmund zur &#8222;Virago&#8220;, der k\u00e4mpferischen Jungfrau, die schlie\u00dflich sogar die Engelsburg in Rom besetzt. Nach der Ermordung ihres Gatten \u00fcbt sie grausame Rache, indem sie ein ganzes Dorf ausl\u00f6scht. Sie verteidigt ihr Kastell Rovaldino und meistert souver\u00e4n Krise um Krise. Ihre Liebhaber sucht sie sich selbst aus.<br \/> Doch mit dem Erstarken der Borgia in Rom, die den Kirchenstaat um Caterinas Besitzungen arrondieren m\u00f6chte, beginnt ihr Niedergang. Auf Seiten der Borgia steht schlie\u00dflich ein riesiges um 14.000 Franzosen verst\u00e4rktes Heer. Caterinas Heldenmut ist dagegen chancenlos. Eineinhalb Jahre schmachtet sie nun selbst in den Verliesen der Engelsburg, wird vergewaltigt und vermutlich mit der Syphillis angesteckt. Durch franz\u00f6sische Intervention wird sie freigelassen und flieht verkleidet nach Florenz in ein Kloster. Dort trifft sie 1503 auf Leonardo, der ihr Inkognito zu wahren wei\u00df, und sie in ihrer Witwenkleidung malt.<br \/> Wenn Magdalena Soest recht hat, dann ist der Raum nach langer Zeit wieder offen f\u00fcr neue Spekulationen:<br \/> Das vielbeschworene geheimnisvolle L\u00e4cheln der Mona Lisa &#8211; mal als Ausdruck der &#8222;Erf\u00fcllung eines tausendj\u00e4hrigen Begehrens des Mannes&#8220; (Walter Pater) mal als romantische Ikone des Weiblichen interpretiert (Th\u00e9ophile Gautier) &#8211; d\u00fcrfte dann pass\u00e9 sein.<br \/> Wenn die Mona Lisa in Wirklichkeit eine Renaissancef\u00fcrstin war, die mit Waffengewalt und K\u00fchnheit gegen ihre Gegner antrat, dann k\u00f6nnte dieses Wissen bei Betrachtern und K\u00fcnstlern ganz andere Assoziationen wecken. Das L\u00e4cheln der Mona Lisa erhielte dann eine neue Qualit\u00e4t.<br \/> Daher entstand 2011 die Idee, K\u00fcnstlerinnen aufzufordern, sich vor diesem aktuellen Hintergrund mit dem ber\u00fchmtesten Gem\u00e4lde der Welt auseinanderzusetzen.<br \/> Was dabei herausgekommen ist: Die K\u00fcnstlerinnen von heute fasziniert die Sch\u00f6nheit der Mona Lisa und die Malerei jener Zeit. Dies f\u00fchrt einige in die &#8222;Mona-Lisa-Falle&#8220; &#8211; sie identifizieren sich mit ihr. Andere wiederum werden ihrerseits zu Forscherinnen der Zeit und ihrer Akteure; sie nehmen die neue Vorlage auf, verabschieden sich von den klassischen Vorstellungen weiblicher Sch\u00f6nheit und Sinnlichkeit und kontrastieren sie mit der politischen Realit\u00e4t von heute.<\/p> <p>K\u00fcnstlerinnen:<br \/> Martina Auweiler-Gewaltig, Susanne Bons, Tremezza von Brentano, Cornelia Enax, Daniela &amp; Karin Fl\u00f6rsheim &amp; Mama Baer, Maria Gim\u00e9nez, Magret Gloger, Agii Gosse, Uta G\u00f6bel-Gro\u00df, Gisela Heide, Renate Hochscheid, Thyra Holst, Ute Jungclas, Anne R. Kieschnick, Mo Kleinen, Barbara Kroke, Heidi H. Kuhn, Marlene Leal da Silva-Quabeck, MAMU, Martina Metzing-Peyre, Marion M\u00fcller-Schroll, Conny M\u00fcscher, Irene Naef, Monika Ortmann, Marianne Pitzen, Silvia Philipp, Renate Schenk, Marlen Seubert, Elizabeth Steinhauser, Marianne Schr\u00f6der, Tina Schwichtenberg, Ursula Schwirzer, Ursula Spinner-Cerutti &amp; Christine Willms, Angelika &amp; Sarah Stienecke, Gamma ThesaTerheyden, Christine Theile, Jutta Tutzauer, Sharon Ventura, Ursula Witzlau<\/p> <p>Die Ausstellung ist vom 13. Januar bis 10. M\u00e4rz 2013 zu sehen.<br \/> Es erscheint ein Katalog.<\/p> <p>Frauenmuseum, Im Krausfeld 10, 53111 Bonn<br \/> Di. &#8211; Sa. 14.00 &#8211; 18.00 Uhr sowie So. 11.00 &#8211; 18.00 Uhr<\/p> <p>Vernissage:<\/p> <p>Sonntag, 13. 1. 2013 um 13 Uhr<\/p> <p>Marianne Pitzen: Begr\u00fc\u00dfung<br \/> Petra Thorand, B\u00fcrgermeisterin der Bundesstadt Bonn: Gru\u00dfwort<br \/> Dr. Heidrun Wirth, Kunstjournalistin: &#8222;verkannt, versteckt, erschaut &#8211; Mona Lisa &#8211;<br \/> Caterina Sforza&#8220;<\/p> <p>Tanz &#8211; eine Bonner Gruppe zelebriert T\u00e4nze der Renaissance in historischen Kost\u00fcmen<br \/> Musik &#8211; eigene Kompositionen spielt die Band Children of the Moon (Ariane Schenk, Carolin Scherer und Florian Holl\u00e4nder)<\/p> <p>Veranstaltungsprogramm:<br \/> Sonntag, 3.2. um 15 Uhr<br \/> Lesung, Gespr\u00e4ch, Diskussion mit der Leonardo-Forscherin und Autorin Magdalena Soest<\/p> <p>Freitag, 22.2. um 19 Uhr<br \/> &#8222;Von Angesicht zu Angesicht&#8220; &#8211; \u00f6kumenischer Frauengottesdienst<\/p> <p>Sonntag, 17.2. um 15 Uhr<br \/> Buchvorstellung &#8222;R\u00f6misch Roulette&#8220; (Vatikan-Skandal) durch den Autor JeAndr\u00e9 (J\u00fcrgen Laue)<\/p> <p>Sonntag, 10.3. um 15 Uhr &#8211; Finissage<br \/> Dr. Andrea-S. V\u00e9gh: Vortrag \u00fcber K\u00fcnstlerinnen der Renaissance<br \/> T\u00e4nze der Renaissance<\/p> <p>Das Bonner Frauenmuseum wurde 1981 von der heutigen Direktorin Marianne Pitzen und einer Gruppe interdisziplin\u00e4r arbeitender Frauen gegr\u00fcndet. Zu diesem Zeitpunkt existierte weltweit noch keine Institution gleichen Namens oder vergleichbarer Zielsetzung. Das Frauenmuseum ist kein statischer Ort mit festem Bestand, sondern ein lebendiges Haus, das sich aus der F\u00fclle der weiblichen Kreativit\u00e4t und Vielfalt immer wieder erneuert.<br \/> Mehr als 2.500 nationale und internationale K\u00fcnstlerinnen haben Im Krausfeld ausgestellt, 600 Ausstellungen wurden durchgef\u00fchrt, darunter 30 &#8222;Riesenprojekte&#8220; auf jeweils 2.000 qm, 200 Kataloge ediert und mit mehr als 1000 Veranstaltungen wissenschaftlich oder sparten\u00fcbergreifend untermauert. In den Archiven wird zu Geschichte, Zeitgeschichte und Kunst gesammelt, allein die Bibliothek der K\u00fcnstlerinnen umfasst 12.000 Kataloge. Die Sammlung w\u00e4chst stetig; sie ist ausschlie\u00dflich auf Schenkungen angewiesen: Nachl\u00e4sse, Stiftungen, Sponsoren.<br \/> Marianne Pitzen und ihr Team sind auch neue Wege gegangen &#8211; das Kinderatelier, die Kunst- und Designmessen &#8211; sind Projekte, die in den letzten 10 Jahren entstanden sind. Der Aufbau des historischen Bereichs ist in den letzten Jahren st\u00e4rker in den Focus ger\u00fcckt. Das Frauenmuseum verbindet auf einzigartige Art und Weise Geschichte mit Gegenwartskunst.<\/p> <p>Kommende Ausstellungen:<br \/> 22.03.2013 bis 24.03.2013<br \/> Femme 3<br \/> Mode- &amp; Kunstkleidermesse<\/p> <p>31.03.2013 bis 28.04.2013<br \/> Die Rotarmistinnen<br \/> Dokumentation<\/p> <p>31.03.2013 bis 01.04.2013<br \/> Jankiman<br \/> das biografische Projekt &#8230;<\/p> <p>09.05.2013 bis 30.06.2013<br \/> stronger than&#8230;<br \/> Bilder von Wolfgang Klaus Maria Friedrich<\/p> <p>12.05.2013 bis 30.06.2013<br \/> Schwestern zur Sonne zur Gleichheit<br \/> Geschichte der SPD-Frauenpolitik<\/p> <p>28.7.2013 bis 10.11.2013<br \/> EVO &#8211; Frauen der Weltreligionen<\/p> <p>22.11.2013 bis 24.11.2013<br \/> 23. Kunstmesse<\/p> <p>Kontakt:<br \/> Frauenmuseum<br \/> Dr. Klaudia Nebelin<br \/> Im Krausfeld<br \/> 53111 Bonn<br \/> 0228 92 655 160<br \/> klaudia.nebelin@frauenmuseum.de<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.frauenmuseum.de\" title=\"1981 gr\u00fcndeten die heutige Direktorin Marianne Pitzen und eine Gruppe interdisziplin\u00e4r arbeitender Frauen das erste Frauenmuseum.\" >http:\/\/www.frauenmuseum.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer war Mona Lisa? Bonner Frauenmuseum pr\u00e4sentiert vom 13.1. bis 10.3.2013 Arbeiten zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstlerinnen zur Mona Lisa Mona Lisa &#8211; das weltber\u00fchmte \u00d6lgem\u00e4lde von Leonardo da Vinci inspirierte K\u00fcnstler und Wissenschaftler seit jeher. Sie wurde zum Sinnbild weiblicher Sch\u00f6nheit und Medienikone. 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