{"id":51382,"date":"2013-01-15T14:13:20","date_gmt":"2013-01-15T13:13:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=51382"},"modified":"2013-01-15T14:13:38","modified_gmt":"2013-01-15T13:13:38","slug":"spontan-entstandene-natuerliche-sprache-ganz-normaler-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/spontan-entstandene-natuerliche-sprache-ganz-normaler-menschen-1051382\/","title":{"rendered":"Spontan entstandene, nat\u00fcrliche Sprache ganz normaler Menschen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-51385\" title=\"Springer-Journal Memory &amp; Cognition\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/d42e47cb395532d367867c0a92ceaf70.jpg\" width=\"109\" height=\"146\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/d42e47cb395532d367867c0a92ceaf70.jpg\" \/>Facebook-Postings bleiben im Ged\u00e4chtnis<\/p> <p>Bemerkungen in Mikroblogs, ganz spontan ge\u00e4u\u00dfert, sind besonders einpr\u00e4gsam<\/p> <p>Facebook-Postings pr\u00e4gen sich deutlich besser ein als B\u00fccher oder sogar menschliche Gesichter. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Laura Mickes und Kollegen von der University of California San Diego in den Vereinigten Staaten. Die Erinnerung an Mikroblogs und Texte aus B\u00fcchern unterscheidet sich so grundlegend voneinander wie das Ged\u00e4chtnis eines gesunden Menschen von dem Ged\u00e4chtnis einer an Amnesie leidenden Person. <!--more-->Die Arbeit erscheint online im Springer-Journal Memory &amp; Cognition.<\/p> <p>Soziale Online-Netzwerke sind sehr popul\u00e4r: Hier kann jeder seine Gedanken als Mikroblog posten. Eine M\u00f6glichkeit, die bei Facebook \u00fcber drei\u00dfig Millionen Mal pro Stunde genutzt wird. Man k\u00f6nnte meinen, dass solche Postings sehr kurzlebig seien und sofort wieder aus dem Ged\u00e4chtnis verschw\u00e4nden \u2013 das Gegenteil ist der Fall.<\/p> <p>Mickes und ihr Team untersuchten, wie es um die Erinnerung an solche Mikroblogs bestellt ist. In einer Reihe von Experimenten mit Studenten verglichen sie die Einpr\u00e4gsamkeit von Facebook-Postings mit der von menschlichen Gesichtern und S\u00e4tzen aus B\u00fcchern. Sie gingen auch der Frage nach, ob die Einpr\u00e4gsamkeit der Postings m\u00f6glicherweise mit der Stimulierung sozialen Denkens zusammenh\u00e4ngt, ob also Verbindungen zu Menschen oder Situationen hergestellt werden, nach dem Motto: \u201eDas k\u00f6nnte auch mein Freund posten.\u201c<\/p> <p>Die beiden ersten Experimente machten deutlich, dass sich die Teilnehmer weitaus besser an Facebook-Postings erinnerten als an menschliche Gesichter oder S\u00e4tze aus B\u00fcchern. Dieser Unterschied hatte aber offenbar keine soziale Komponente, das bedeutet es wurden keine mentalen Verbindungen zu anderen Ereignissen, Situationen oder Menschen hergestellt.<\/p> <p>Die Autoren pr\u00fcften auch, ob Facebook-Postings vielleicht deshalb so einpr\u00e4gsam sind, weil sie koh\u00e4rente und vollst\u00e4ndige Gedanken darstellen. Sie verglichen zu diesem Zweck die Erinnerung an Schlagzeilen aus der Zeitung und S\u00e4tze aus Geschichten mit Leserkommentaren zu Nachrichten und Unterhaltungsartikeln. Die Analyse zeigte, dass die Leserkommentare am einpr\u00e4gsamsten waren. Dass man sich an Mikroblogs so gut erinnern kann, h\u00e4ngt deshalb weder ausschlie\u00dflich mit ihrer Vollst\u00e4ndigkeit noch mit dem Thema zusammen; ausschlaggebend ist eher eine Kombination aus beidem. Sowie die Tatsache, dass es sich bei den Mikroblogs um spontan entstandene, nat\u00fcrliche Sprache ganz normaler Menschen handelt.<\/p> <p>Die Autoren: \u201eUnsere Arbeit geht einem neuen Ph\u00e4nomen auf den Grund: der unglaublichen Einpr\u00e4gsamkeit der Mikroblogs. Facebook-Postings bleiben einfach haften. Diese Bemerkungen ganz normaler Menschen sprechen die grundlegenden Sprachf\u00e4higkeiten unseres Gehirns wahrscheinlich eher an als professionell formulierte S\u00e4tze. Vielleicht sind es gerade diese spontanen und ohne viel Nachdenken formulierten \u00c4u\u00dferungen, die darum so gut im Ged\u00e4chtnis bleiben.\u201c<\/p> <p>Quelle :<br \/> Mickes L et al (2013). Major memory for microblogs. Memory &amp; Cognition; DOI 10.3758\/s13421-012-0281-6<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel. +49 6221 487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Facebook-Postings bleiben im Ged\u00e4chtnis Bemerkungen in Mikroblogs, ganz spontan ge\u00e4u\u00dfert, sind besonders einpr\u00e4gsam Facebook-Postings pr\u00e4gen sich deutlich besser ein als B\u00fccher oder sogar menschliche Gesichter. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Laura Mickes und Kollegen von der University of California San Diego in den Vereinigten Staaten. 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