{"id":5264,"date":"2010-04-26T16:37:03","date_gmt":"2010-04-26T15:37:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=5264"},"modified":"2010-07-26T14:19:09","modified_gmt":"2010-07-26T13:19:09","slug":"power-frau-oder-hilfs-girlie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/power-frau-oder-hilfs-girlie-105264\/","title":{"rendered":"Power-Frau oder Hilfs-Girlie?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Heldinnen werden in amerikanischen Actionfilmen weiterhin als das schw\u00e4chere Geschlecht dargestellt<\/strong><\/p> <p>New York\/Heidelberg, 21. April 2010<\/p> <p>Obwohl es in amerikanischen Filmen immer mehr taffe und sogar gewaltt\u00e4tige weibliche Charaktere gibt, werden diese Frauen weiterhin nur als \u201aHandlangerinnen\u2018 von noch dominanteren m\u00e4nnlichen Helden dargestellt. Und fast immer sind sie mit diesen Helden in einer romantischen Liaison verbandelt. Die Arbeit von Katy Gilpatric von der Fakult\u00e4t f\u00fcr Sozialwissenschaften der Kaplan University in den USA zeigt, dass die Gender-Stereotypen auch im gewaltt\u00e4tigen zeitgen\u00f6ssischen Kino Amerikas nach wie vor aufrecht erhalten werden. <!--more-->Diese Stereotypen haben das Potenzial, die Vorstellungen \u00fcber Rollenverhalten und Gewalt beim jungen Filmpublikum* zu beeinflussen. Die Studie von Katy Gilpatric erscheint im Fachjournal Sex Roles von Springer.<\/p> <p>Filmwissenschaftler glauben, dass die Actionfigur Lt. Ripley, 1979 im Film Alien von Sigourney Weaver gespielt, den Weg f\u00fcr eine neue Form der Repr\u00e4sentation von Frauen in der amerikanischen Popul\u00e4rkultur bereitet hat. Inzwischen ist es normal, dass weibliche Actionfiguren an Nahk\u00e4mpfen beteiligt sind, Schwerter f\u00fchren, mit Maschinengewehren schie\u00dfen und hochtechnologische Waffen einsetzen, um sowohl Menschen als auch Eigentum zu zerst\u00f6ren &#8211; Verhaltensweisen, die fr\u00fcher ausschlie\u00dflich m\u00e4nnlichen Actionhelden vorbehalten waren.<\/p> <p>Mit der Analyse weiblicher Charaktere in amerikanischen Actionfilmen untersucht Katy Gilpatric wissenschaftlich, ob die Protagonistinnen die Grenzen der traditionellen Geschlechterrollen \u00fcberschreiten oder ob sie wieder in den alten Gender-Stereotypen nur in neuem Gewand daherkommen. Mit einem Fokus auf Gender-Stereotypen, Demographie, Ausma\u00df und Art der Gewalt untersuchte Katy Gilpatric die 112 erfolgreichsten Actionfilme aus den Jahren 1991 bis 2005, in denen Frauen eine Actionheldin darstellten.<\/p> <p>Mehr als 58 Prozent der gewaltt\u00e4tigen weiblichen Charaktere wurden gegen\u00fcber dem m\u00e4nnlichen Filmhelden in einer unterw\u00fcrfigen Rolle dargestellt; 42 Prozent hatten eine romantische Beziehung mit ihm. Die durchschnittliche gewaltt\u00e4tige Darstellerin war jung, von wei\u00dfer Hautfarbe, hoch gebildet und unverheiratet. Diese Frauen waren in m\u00e4nnliche Arten von Gewalt involviert (die meiste Zeit k\u00e4mpften sie gegen M\u00e4nner und Fremde, h\u00e4ufig unter Einsatz von Waffen, und verursachten ein hohes Ma\u00df an Zerst\u00f6rung), wobei sie aufgrund ihrer unterw\u00fcrfigen Rolle und romantischen Verwicklung mit dem dominanten m\u00e4nnlichen Heldencharakter ihre weiblichen Stereotypen beibehielten.<\/p> <p>Daraus schlussfolgert Katy Gilpatric: \u201eEs darf weiterhin heftig dar\u00fcber diskutiert werden, ob die wenigen, uns bekannten Actionrollen einer Sarah Connor oder einer Lara Croft die geschlechtsspezifischen Grenzen in Actionfilmen durchbrochen haben. Diese Forschungsarbeit liefert Belege daf\u00fcr, dass die Mehrheit der weiblichen Actioncharaktere, die in amerikanischen Kinos gezeigt werden, keine Machtfiguren sind. Sie ziehen keine Macht aus ihrer Weiblichkeit und sind keine \u201aPost-Gender-Frauen\u2018, die au\u00dferhalb der Grenzen traditioneller Gender-Einschr\u00e4nkungen agieren. Stattdessen agieren sie innerhalb hochgradig gesellschaftlich gepr\u00e4gter Gender-Normen, verlassen sich auf die St\u00e4rke und F\u00fchrung dominanter m\u00e4nnlicher Actioncharaktere und unterstreichen letztlich die ihnen zugewiesene geschlechtsspezifische Rolle.\u201c<\/p> <p>*Der Erfolg amerikanischer Actionfilme in den heimischen Kinos liegt bei der Zielgruppe jugendlicher Zuschauer.<\/p> <p>Quellenangabe<br \/> 1.\tGilpatric K (2010). Violent female action characters in contemporary American cinema. Sex Roles, DOI 10.1007\/s11199-010-9757-7<\/p> <p>Lehnert PR<br \/> Agentur f\u00fcr Public Relations, Pressearbeit &amp;  \u00d6ffentlichkeitsarbeit<br \/> Sonja Lehnert<br \/> Oberbilker Allee 6<br \/> 40215 D\u00fcsseldorf<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heldinnen werden in amerikanischen Actionfilmen weiterhin als das schw\u00e4chere Geschlecht dargestellt New York\/Heidelberg, 21. April 2010 Obwohl es in amerikanischen Filmen immer mehr taffe und sogar gewaltt\u00e4tige weibliche Charaktere gibt, werden diese Frauen weiterhin nur als \u201aHandlangerinnen\u2018 von noch dominanteren m\u00e4nnlichen Helden dargestellt. Und fast immer sind sie mit diesen Helden in einer romantischen Liaison<\/p>\n","protected":false},"author":291,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8808],"tags":[],"class_list":["post-5264","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissenschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5264","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/291"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5264"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5264\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5264"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5264"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}