{"id":579,"date":"2008-09-22T17:20:02","date_gmt":"2008-09-22T16:20:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/500-teilnehmer-beim-zeitungskongress-2008-10579\/"},"modified":"2010-07-26T14:21:45","modified_gmt":"2010-07-26T13:21:45","slug":"500-teilnehmer-beim-zeitungskongress-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/500-teilnehmer-beim-zeitungskongress-2008-10579\/","title":{"rendered":"500 Teilnehmer beim Zeitungskongress 2008"},"content":{"rendered":"<p>Zeitungsverleger: Politik muss handeln!<br \/> BDZV-Pr\u00e4sident kritisiert Postpl\u00e4ne f\u00fcr Gratisbl\u00e4tter, Online-Expansion von ARD und ZDF sowie drohende WerbeverboteBerlin (ots) &#8211; Der deutschen Zeitungen profitieren vom Wachstum in den digitalen M\u00e4rkten. Die Internetangebote der Verlage h\u00e4tten einen enormen Aufschwung genommen, erkl\u00e4rte der Pr\u00e4sident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, heute in Berlin bei der Er\u00f6ffnung des Zeitungskongresses in Gegenwart von Bundeskanzlerin Angela Merkel und rund 500 Kongressteilnehmern. <!--more-->Die Websites der Zeitungen erreichten fast 40 Prozent der Internetnutzer, deren Zahl innerhalb eines Jahres von 14 auf 16 Millionen angestiegen sei. Als Produzent von Qualit\u00e4tsinhalten nutzten die Verlage alle zur Verf\u00fcgung stehenden Plattformen &#8211; print, online, mobil -, wobei die gedruckte Zeitung noch auf lange Sicht die S\u00e4ule des Gesch\u00e4fts bleibe, so Heinen. Das Internet sei allerdings wichtiger Bestandteil der Zukunftsstrategie.<\/p> <p>Die \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten rief Heinen auf, die Expansionen im Internet zu stoppen. In der laufenden Kontroverse gehe es um die Bedingungen, unter denen ARD und ZDF \u00fcber ihren Rundfunkauftrag hinaus so genannte Telemedien im Internet verbreiten d\u00fcrften. Heinen w\u00f6rtlich: &#8222;Uns interessiert hier vor allem das Thema einer drohenden \u00f6ffentlich-rechtlichen elektronischen Presse. Die darf es genauso wenig geben, wie \u00fcberregionale oder regionale geb\u00fchrenfinanzierte \u00f6ffentlich-rechtliche Zeitungen.&#8220; Heinen kritisierte in diesem Zusammenhang die Berichterstattung von ARD und ZDF. Es sei nicht seri\u00f6s, wenn unter dem Deckmantel angeblicher Information in der breiten \u00d6ffentlichkeit Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Expansionsstrategien geweckt werden sollte. Den ARD-Film &#8222;Quoten, Klicks und Kohle&#8220; bezeichnete Heinen als &#8222;plumpes Propagandast\u00fcck&#8220;.<\/p> <p>Den Gesetzgeber rief Heinen auf, bei der Umsetzung der von der EU-Kommission verabschiedeten Fernsehrichtlinie in nationales Recht darauf zu achten, dass Product-Placement in Deutschland nicht erlaubt werde. Wenn Werbung als solche nicht mehr klar erkannt werde, verl\u00f6ren alle Medien an Glaubw\u00fcrdigkeit. Das Trennungsgebot sei f\u00fcr die Zeitungen nicht nur ein Glaubw\u00fcrdigkeits- sondern ein Qualit\u00e4tskriterium.<\/p> <p>Seine Kritik richtete der BDZV-Pr\u00e4sident auch auf Pl\u00e4ne, die Restriktionen und Verbote im Bereich der Werbung auszuweiten. Die Forderung des Europ\u00e4ischen Parlaments, wonach k\u00fcnftig 20 Prozent der Automobilwerbung in Zeitungen f\u00fcr umweltbezogene Aussagen genutzt werden, w\u00fcrde dazu f\u00fchren, dass die Automobilindustrie sich vom Werbetr\u00e4ger Print verabschiedet. Der Drogenbeauftragten der Bundesregierung warf Heinen vor, &#8222;mit allen Mitteln&#8220; Verbote im Bereich der Alkoholwerbung zu schaffen. So werde die funktionierende Selbstkontrolle im Bereich der Alkoholwerbung von der Drogenbeauftragten diffamiert. Heinen hob hervor, dass Zeitungen geradezu vorbildlich seien, wenn es um die Information zur Gef\u00e4hrlichkeit von erh\u00f6htem Alkoholkonsum gehe. Nach einer Untersuchung des BDZV erschienen t\u00e4glich in Deutschland etwa 1.000 Beitr\u00e4ge in Zeitungen und Zeitschriften, die die Gef\u00e4hrlichkeit von starkem Alkoholkonsum zum Thema h\u00e4tten. Dies sei ein Teil der redaktionellen Leistung, die etwa zur H\u00e4lfte aus Werbeeinnahmen finanziert werden m\u00fcsse, so Heinen. Doch leider ignoriere die Politik nur zu oft den direkten Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Leistungskraft der privaten Medien und ihrer publizistischen St\u00e4rke und Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p> <p>Scharfe Kritik \u00fcbte der BDZV-Pr\u00e4sident auch an den Pl\u00e4nen der Deutschen Post AG, mit Gratis-Titeln die privaten Zeitungen im Leser- und Werbemarkt anzugreifen. Dass ein Unternehmen, bei dem der Staat gr\u00f6\u00dfter Aktion\u00e4r sei, \u00fcberhaupt an ein solches Projekt denke, sei eine groteske Vorstellung. Heinen appellierte an die Bundeskanzlerin, der Staat m\u00fcsse daf\u00fcr sorgen, dass &#8222;derartige skandal\u00f6sen Pl\u00e4ne&#8220; nicht realisiert w\u00fcrden. &#8222;Hier droht ein ordnungspolitischer S\u00fcndenfall ersten Ranges&#8220;, so der BDZV-Pr\u00e4sident.<\/p> <p>Besorgt \u00e4u\u00dferte sich Heinen \u00fcber Entwicklungen im Bereich der inneren Sicherheit, die die Arbeit der Presse schwer belasten. Die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr den Daten- und Informantenschutz habe nachgelassen. Wenn Computerfestplatten von Journalisten nicht mehr vor staatlicher Durchforschung sicher seien, habe das gravierende Folgen f\u00fcr die Recherchearbeit. &#8222;Dass die W\u00e4chterfunktion der Presse &#8211; das Aufdecken von Skandalen und kriminellen Machenschaften &#8211; im \u00f6ffentlichen Interesse stattfindet, dieser Aspekt ist in der ganzen politischen Debatte bisher viel zu kurz gekommen.&#8220;<\/p> <p>Pressekontakt:<\/p> <p>Hans-Joachim Fuhrmann<br \/> Telefon: 030\/ 726298-210<br \/> E-Mail: fuhrmann@bdzv.de<\/p> <p>Anja Pasquay<br \/> Telefon: 030\/ 726298-214<br \/> E-Mail: pasquay@bdzv.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitungsverleger: Politik muss handeln! 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