{"id":59732,"date":"2013-04-09T13:38:45","date_gmt":"2013-04-09T12:38:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=59732"},"modified":"2013-04-09T13:38:45","modified_gmt":"2013-04-09T12:38:45","slug":"abwehr-von-brutparasitismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/abwehr-von-brutparasitismus-1059732\/","title":{"rendered":"Abwehr von Brutparasitismus"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-60038\" title=\"Behavioral Ecology and Sociobiology\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/b44db12e105d13457a7e207e282bd530.jpg\" width=\"104\" height=\"140\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/f2537dd9b99fd1000df6c4d2c450a737.jpg\" \/>Wie V\u00f6gel die Aufzucht von Kuckucksjungen vermeiden<\/p> <p>Studie zeigt: Schwalben und Hausschwalben br\u00fcten im Haus oder in der N\u00e4he von Menschen, um keine Kuckuckskinder aufzuziehen<\/p> <p>Einige Vogelarten ziehen ihre eigenen Jungen nicht selbst auf, sondern geben diese Aufgabe an andere Vogelarten ab. Dieses Verhalten, bekannt als Brutparasitismus, wurde beim Kuckuck besonders gr\u00fcndlich erforscht. Bisherige Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass die Nester von Schwalben und Hausschwalben in Europa selten vom Kuckuck befallen werden. <!--more-->Eine neue Studie von Wen Liang von der Hainan Normal University in China und seinen Kollegen deutet daraufhin, dass Schwalben ihre Nester in der N\u00e4he von Menschen bauen, um besser von Brutparasitismus verschont zu bleiben. Die Forschungsergebnisse erscheinen in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Behavioral Ecology and Sociobiology.<\/p> <p>Wenn ein Kuckuck ein Ei in einem Wirtsnest ablegt, erkennt der Wirt entweder, dass es sich dabei nicht um sein eigenes Ei handelt und wirft es aus dem Nest oder er br\u00fctet das Kuckucksei aus. Wenn der Kuckuck schl\u00fcpft, schiebt das K\u00fcken normalerweise alle anderen Eier und Nestlinge \u00fcber die Kante aus dem Nest. Sind die Wirtseltern erst einmal ihrer eigenen Jungen \u201aberaubt\u2018, verwenden sie ihre gesamte Zeit und Energie darauf, den Kuckuck zu f\u00fcttern.<\/p> <p>Der Kuckuck bevorzugt offene Gebiete f\u00fcr die Ablage seiner Eier und ist selten in D\u00f6rfern und St\u00e4dten anzutreffen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der schwach ausgepr\u00e4gte Brutparasitismus bei Schwalben und Hausschwalben in Europa darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass diese V\u00f6gel mittlerweile nah bei Menschenansiedlungen br\u00fcten und ihre Nester in Geb\u00e4uden bauen. Die Rauchschwalbe in China nistet noch vorwiegend au\u00dferhalb menschlicher Siedlungen. Interessanterweise ist bei ihr aber ebenfalls nur ein geringer Brutparasitismus durch Kuckucke zu verzeichnen.<\/p> <p>Um die Ursachen f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen besser zu verstehen, platzierten die Wissenschaftler nachgeahmte Kuckuckseier in den Nestern von Rauchschwalben, Hausschwalben und R\u00f6telschwalben. Sie fanden heraus, dass die k\u00fcnstlichen Kuckuckseier wesentlich h\u00e4ufiger von V\u00f6geln aussortiert wurden, die drau\u00dfen nisteten als von V\u00f6geln, die drinnen nisteten.<\/p> <p>Die Autoren sind der Ansicht, dass die europ\u00e4ischen Schwalben und Hausschwalben mit der Zeit immer h\u00e4ufiger ihre Nester in Geb\u00e4uden und an Pl\u00e4tzen bauten, die f\u00fcr Kuckucke unzug\u00e4nglich sind, um Brutparasitismus zu vermeiden. Deshalb ist bei diesen V\u00f6geln die F\u00e4higkeit, die k\u00fcnstlichen Kuckuckseier als F\u00e4lschung zu erkennen und aus ihren Nestern zu werfen, weniger entwickelt. Die Rauchschwalben in China bauen ihre Nester immer noch au\u00dferhalb menschlicher Siedlungen und werden deshalb eher Opfer von Brutparasitismus. Sie k\u00f6nnen besser beurteilen, wenn ein Ei nicht ihr eigenes ist und entfernen dieses umgehend aus ihrem Nest. Daran wird deutlich, dass sie eine alternative Strategie entwickelt haben, um dem Brutparasitismus zu entgehen.<\/p> <p>Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung: \u201ePotentielle Wirte f\u00fcr den Kuckuck, die in der N\u00e4he menschlicher Siedlungen nisten, besitzen durch ihre Nester in Geb\u00e4uden einen selektiven Vorteil, da sie hierdurch das Parasitismus-Risiko verringern. Kuckucke befallen h\u00e4ufiger Rauchschwalbennester au\u00dferhalb von Geb\u00e4uden als innerhalb. Diese Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass es zur Abwehr von Brutparasitismus f\u00fcr die V\u00f6gel vorteilhafter ist, wenn sie nah bei Menschenansiedlungen nisten.\u201c<\/p> <p>Quelle<br \/> Liang, W. et al. (2013). Avoiding parasitism by breeding indoors: cuckoo parasitism of hirundines and rejection of eggs. Behavioral Ecology and Sociobiology. DOI 10.1007\/s00265-013-1514-9<\/p> <p>Der Volltext-Artikel ist f\u00fcr Journalisten auf Anfrage verf\u00fcgbar.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel.: +49-6221-487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie V\u00f6gel die Aufzucht von Kuckucksjungen vermeiden Studie zeigt: Schwalben und Hausschwalben br\u00fcten im Haus oder in der N\u00e4he von Menschen, um keine Kuckuckskinder aufzuziehen Einige Vogelarten ziehen ihre eigenen Jungen nicht selbst auf, sondern geben diese Aufgabe an andere Vogelarten ab. Dieses Verhalten, bekannt als Brutparasitismus, wurde beim Kuckuck besonders gr\u00fcndlich erforscht. 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