{"id":5983,"date":"2010-05-31T08:48:39","date_gmt":"2010-05-31T07:48:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=5983"},"modified":"2014-04-04T13:19:04","modified_gmt":"2014-04-04T12:19:04","slug":"tiefe-stimme-alphamaennchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/tiefe-stimme-alphamaennchen-105983\/","title":{"rendered":"Die tiefe Stimme des Alpham\u00e4nnchens"},"content":{"rendered":"<p>Eine tiefe, m\u00e4nnliche Stimme reicht noch nicht, um dem Rivalen den Kampf anzusagen<\/p> <p>New York\/Heidelberg, 28. Mai 2010<\/p> <p>M\u00e4nner mit tiefer, maskuliner Stimme werden von anderen M\u00e4nnern in der Regel als dominanter empfunden. Die eigene Dominanz hingegen, ob subjektiv empfunden oder tats\u00e4chlich vorhanden, bestimmt nicht, wie sehr er auf die Stimme seines Konkurrenten achtet. Die eigene Dominanz hat aber sehr wohl Einfluss darauf, wie stark er seinen Gegner einsch\u00e4tzt.<!--more--> Je \u00fcberlegener er sich selbst f\u00fchlt, umso schw\u00e4cher sch\u00e4tzt er seinen Konkurrenten an Hand dessen Stimme ein. Diese Forschungsergebnisse1 ermittelten Sarah Wolff und David Puts, vom Fachbereich f\u00fcr Anthropologie an der Pennsylvania State University in den USA. Sie erscheinen in der aktuellen Online-Ausgabe des Springer-Journals Behavioral Ecology and Sociobiology.<\/p> <p>Dies ist die erste wissenschaftliche Studie, die der Frage nachgeht, warum sich M\u00e4nner untereinander unterschiedlich einsch\u00e4tzen, was ihre Dominanz anbelangt. Eine weitere Fragestellung ist, inwiefern die eigene M\u00e4nnlichkeit Einfluss auf sein \u00dcberlegenheitsgef\u00fchl hat. Die Wissenschaftler untersuchten hier erstmalig, ob und wie M\u00e4nner ihre eigene Dominanz im Bezug auf die M\u00e4nnlichkeit der Stimmlage ihres Rivalen einsch\u00e4tzen. Die Stimmlage gilt schlechthin als Ausdruck f\u00fcr Dominanz. Die Wissenschaftler f\u00fchrten zwei Studien durch, bei denen sie M\u00e4nner aufforderten, aufgezeichnete Stimmen zu bewerten. Diese unterschieden sich im Grad der M\u00e4nnlichkeit von tiefen, also eher m\u00e4nnlicheren Stimmlagen, bis hin zu h\u00f6heren und somit weniger m\u00e4nnlichen Stimmen.<\/p> <p>Ausgehend von Stimmaufzeichnungen wurden m\u00e4nnliche Teilnehmer der Studie in einem Dating-Rollenspiel befragt, wie sie ihre eigene physische Dominanz im Vergleich zu der geh\u00f6rten Stimme einsch\u00e4tzten. Wie erwartet, wurden tiefere, m\u00e4nnlichere Stimmen als dominanter empfunden. Je h\u00f6her M\u00e4nner jedoch ihren eigenen \u201aKampfeswillen\u2018 einsch\u00e4tzten, umso weniger dominant sch\u00e4tzten sie andere M\u00e4nner ein und gaben an, im vergangen Jahr mehr Sexualpartner gehabt zu haben. Es stellte sich heraus, dass M\u00e4nner bei der Beurteilung der Dominanz des Konkurrenten nicht unbedingt darauf achteten, wie m\u00e4nnlich deren jeweilige Stimme war.<\/p> <p>In der zweiten Studie wurde untersucht, welchen Einfluss objektive Kriterien f\u00fcr k\u00f6rperliche \u00dcberlegenheit von M\u00e4nnern auf die Einsch\u00e4tzung von Dominanz hatten. Dazu z\u00e4hlten Gr\u00f6\u00dfe, St\u00e4rke, Testosteronspiegel und k\u00f6rperliche Aggressivit\u00e4t. Von diesen Kriterien hatte nur das Testosteron einen Einfluss. M\u00e4nner mit entweder hohem oder niedrigem Testosteronspiegel empfanden andere M\u00e4nner aufgrund deren Stimmaufzeichnungen als dominanter. M\u00e4nner mit einem mittleren Testosteronspiegel hingegen f\u00fchlten sich anderen M\u00e4nnern gegen\u00fcber \u00fcberlegen.<\/p> <p>Die Autoren kommen zur Schlussfolgerung: \u201eUnsere Untersuchungsergebnisse zeigen, dass eine m\u00e4nnliche Stimmlage f\u00fcr die Bewertung von Dominanz wesentlich ist, die von der Dominanz des Empf\u00e4ngers nicht moduliert wird. Die Bewertung der Dominanz anderer M\u00e4nner wird durch Variablen in Bezug auf die eigene Dominanz eines Mannes bestimmt, auch wenn diese nichts dar\u00fcber aussagen, wie aufmerksam die M\u00e4nnlichkeit der Stimmlage wahrgenommen wurde. Durch weitere Forschung sollte untersucht werden, inwieweit durch Dominanz die Bewertung weiterer potentieller Zeichen f\u00fcr Dominanz beeinflusst wird, wie beispielsweise Gesichtsbehaarung, M\u00e4nnlichkeit der Gesichtsz\u00fcge, Auspr\u00e4gung der Muskeln und K\u00f6rperbau.\u201c<\/p> <p>Quellenangabe<br \/> 1. Wolff SE &amp; Puts DA (2010). Vocal masculinity is a robust dominance signal in men. Behavioral Ecology and Sociobiology; DOI 10.1007\/s00265-010-0981-5<\/p> <p>Der Volltext-Artikel ist f\u00fcr Journalisten als PDF-Datei verf\u00fcgbar.<\/p> <p>Kontakt: Renate Bayaz, Springer, Tel.: +49-6221-487-8531, E-Mail: renate.bayaz@springer.com<\/p> <p>Corporate Communications Manager, Springer-Verlag<\/p> <p>Tiergartenstra\u00dfe 17<br \/> 69121 Heidelberg<br \/> Deutschland<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/about+springer\/media\/springer+select?SGWID=1-11001-6-950521-0\"  >http:\/\/www.springer.com\/about+springer\/media\/springer+select?SGWID=1-11001-6-950521-0<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine tiefe, m\u00e4nnliche Stimme reicht noch nicht, um dem Rivalen den Kampf anzusagen New York\/Heidelberg, 28. Mai 2010 M\u00e4nner mit tiefer, maskuliner Stimme werden von anderen M\u00e4nnern in der Regel als dominanter empfunden. 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