{"id":60098,"date":"2013-04-10T15:54:02","date_gmt":"2013-04-10T14:54:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=60098"},"modified":"2013-04-10T15:54:02","modified_gmt":"2013-04-10T14:54:02","slug":"informationen-ueber-alter-und-sozialen-status-in-analdruesen-von-bibern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/informationen-ueber-alter-und-sozialen-status-in-analdruesen-von-bibern-1060098\/","title":{"rendered":"Informationen \u00fcber Alter und sozialen Status in Analdr\u00fcsen von Bibern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-60371\" title=\"Springer-Fachzeitschrift Behavioral Ecology and Sociobiology\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/15f1edd6693f4eb4d0d3c6becb189cda.jpg\" width=\"128\" height=\"168\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/15f1edd6693f4eb4d0d3c6becb189cda.jpg\" \/>Biber erkennen ihre Feinde am Geruch<\/p> <p>Wissenschaftler untersuchten, wie Biber am Geruch erkennen, ob ein Eindringling eine Gefahr darstellt<\/p> <p>Reviertiere wie der Biber \u201ebesitzen\u201c ein Territorium und sichern damit den Zugang zu Nahrung, Partnern und Nistpl\u00e4tzen. Bei der Verteidigung dieses Reviers kann es zu K\u00e4mpfen kommen, die Verletzungen oder sogar den Tod zur Folge haben. Wie aber entscheidet ein Tier dar\u00fcber, ob es den Kampf mit einem Gegner aufnimmt oder nicht? Eine neue Studie von Helga Tinnesand und ihren Kollegen vom Telemark University College in Norwegen zeigt, dass die Absonderungen der Analdr\u00fcsen von Bibern Informationen \u00fcber das Alter und den sozialen Status enthalten. <!--more-->Daran orientieren sich andere Biber und reagieren entsprechend der wahrgenommenen Bedrohung. Die Forschungsarbeit erscheint heute in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Behavioral Ecology and Sociobiology.<\/p> <p>Biber sind monogame, hochgradig territoriale Nagetiere, deren Reviere normalerweise von jeweils einem dominanten Paar in einer Langzeitbeziehung und dessen Nachkommen bewohnt werden. Im Alter von zwei Jahren verlassen die Nachkommen normalerweise das Revier der Elterntiere, um ihre eigenen Partner und Reviere zu finden \u2013 in diesem Zeitraum kommt es h\u00e4ufig zu Konflikten mit anderen Tieren. Biber setzen die Absonderungen ihrer Analdr\u00fcsen ein, um ihre Territorien zu markieren. Herausgefunden wurde, dass diese Sekrete Informationen zum Beispiel \u00fcber Tierart, Unterart, Geschlecht, Individualit\u00e4t und den Verwandtschaftsgrad enthalten.<\/p> <p>Die Wissenschaftler stellten die Hypothese auf, dass auch Informationen \u00fcber den sozialen Status, das Alter oder die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe in den Analsekreten m\u00e4nnlicher Biber enthalten sein k\u00f6nnten. So k\u00f6nnten die in einem Revier heimischen Biber genau beurteilen, wie gro\u00df die Bedrohung ist, die von einem Eindringling ausgeht.<\/p> <p>Um ihre Hypothese zu \u00fcberpr\u00fcfen, nahmen die Forscher Proben der Analdr\u00fcsensekrete von einem Revierbesitzer und seinen m\u00e4nnlichen Nachkommen. Diese waren entweder zwischen zwei und sieben Jahre alt oder sie waren J\u00e4hrlinge. Die Wissenschaftler platzierten die Proben in anderen Biber-Revieren in Riechweite voneinander, sodass die Biber beide Proben gleichzeitig aufsp\u00fcren konnten. Auf diese Weise konnten die Forscher genau bewerten, welche Probe bei den ans\u00e4ssigen Bibern das gr\u00f6\u00dfte Interesse weckte.<\/p> <p>Tinnesand und ihre Kollegen fanden heraus, dass die ans\u00e4ssigen Biber l\u00e4nger an den Analdr\u00fcsensekreten der \u00e4lteren m\u00e4nnlichen Nachkommen und J\u00e4hrlinge schnupperten als an den Sekreten der V\u00e4ter. Die Biber zeigten auch eine ausgepr\u00e4gtere physische Reaktion auf den Geruch der \u00e4lteren m\u00e4nnlichen Nachkommen. Die Autoren erkl\u00e4ren dies damit, dass die \u00e4lteren m\u00e4nnlichen Nachkommen geschlechtsreif sind und mit gr\u00f6\u00dferer Wahrscheinlichkeit eine k\u00f6rperliche Auseinandersetzung beginnen w\u00fcrden, um das Territorium zu erobern. J\u00e4hrlinge sind noch nicht geschlechtsreif, leben normalerweise noch in der Familienbande und w\u00e4ren auch noch zu klein, um eine echte Bedrohung darzustellen. Andere Revierbesitzer werden nicht als potentielle Gegner gesehen, da sie sich bereits in ihren eigenen Bauten etabliert haben.<\/p> <p>Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung: \u201eAns\u00e4ssige territoriale Biber zeigten das st\u00e4rkste Revierverhalten bei \u00e4lteren, untergeordneten m\u00e4nnlichen Nachkommen. Das deutet darauf hin, dass diese als gr\u00f6\u00dfere Bedrohung f\u00fcr das eigene Revier angesehen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Revierbesitzer am Geruch erkannt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p> <p>Reference<br \/> Tinnesand, H.V. et al. (2013), The smell of desperadoes? Beavers distinguish between dominant and subordinate intruders, Behavioral Ecology and Sociobiology.<br \/> DOI 10.1007\/s00265-013-1512-y<\/p> <p>Der Volltext-Artikel ist f\u00fcr Journalisten auf Anfrage verf\u00fcgbar.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel.: +49-6221-487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biber erkennen ihre Feinde am Geruch Wissenschaftler untersuchten, wie Biber am Geruch erkennen, ob ein Eindringling eine Gefahr darstellt Reviertiere wie der Biber \u201ebesitzen\u201c ein Territorium und sichern damit den Zugang zu Nahrung, Partnern und Nistpl\u00e4tzen. 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