{"id":61181,"date":"2013-04-16T15:31:20","date_gmt":"2013-04-16T14:31:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=61181"},"modified":"2013-04-16T15:31:20","modified_gmt":"2013-04-16T14:31:20","slug":"fast-zwei-drittel-der-prognostizierten-hiv-neuinfektionen-koennten-verhindert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/fast-zwei-drittel-der-prognostizierten-hiv-neuinfektionen-koennten-verhindert-werden-1061181\/","title":{"rendered":"Fast zwei Drittel der prognostizierten HIV-Neuinfektionen k\u00f6nnten verhindert werden"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-61559\" title=\"Springer-Fachzeitschrift Journal of General Internal Medicine\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/54c14209746acb64cd45717fb8c7a202.jpg\" width=\"110\" height=\"149\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/b0a5f446585d7d23c528d3044ce1e078.jpg\" \/>Der schnellste Weg zu fr\u00fchzeitigen und kosteneffektiven Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung von HIV<\/p> <p>Mathematische Berechnungen von Behandlungsergebnissen k\u00f6nnen Kosten senken und schnellere Pr\u00e4vention erm\u00f6glichen<\/p> <p>Mit insgesamt 5,6 Millionen HIV-Infizierten herrscht in S\u00fcdafrika die weltweit gr\u00f6\u00dfte HIV-Epidemie. Umfassende klinische Tests zur Bewertung kombinierter Pr\u00e4ventions- und Behandlungsmethoden sind oft zu teuer und langwierig. <!--more-->Anstelle dieser Tests k\u00f6nnen auch mathematische Modelle dabei helfen, die Wirksamkeit verschiedener HIV-Interventions-Kombinationen zu beurteilen. Dies zeigt eine neue Studie1 von Elisa Long und Robert Stavert von der Yale University in den Vereinigten Staaten. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Springer-Fachzeitschrift Journal of General Internal Medicine2.<\/p> <p>Zurzeit erhalten 60 Prozent aller behandlungsbed\u00fcrftigen HIV-Infizierten in S\u00fcdafrika keine Behandlung. Da die finanziellen Mittel im Kampf gegen HIV knapp sind, muss bei jeder Vorgehensweise eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt werden. Eine Reihe neuer klinischer Tests hat bewiesen, dass verschiedene biomedizinische Interventionen die \u00dcbertragung von HIV reduzieren. Dazu geh\u00f6rt die freiwillige Beschneidung von M\u00e4nnern \u2013 inzwischen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Joint United Nations Programme on HIV\/AIDS als Pr\u00e4ventivstrategie empfohlen \u2013 wie auch vaginale Mikrobizide und orale Prophylaxe; alle genannten Ma\u00dfnahmen bieten allerdings nur partiellen Schutz vor einer HIV-Infektion. Long und Stavert machen in ihrer Studie deutlich, dass das Kombinieren verschiedener Interventionsma\u00dfnahmen HIV-Infektionen in Zukunft nicht nur um bis zu zwei Drittel senken, sondern sich in einer ressourcenschwachen Region wie S\u00fcdafrika auch als durchaus kosteneffektiv erweisen k\u00f6nnte.<\/p> <p>Um zuk\u00fcnftige Entwicklungen der Krankheit prognostizieren zu k\u00f6nnen, entwarfen die Autoren ein mathematisches Modell; ber\u00fccksichtigt wurden Krankheitsverlauf, Mortalit\u00e4t, Morbidit\u00e4t und heterosexuelle \u00dcbertragung von HIV. Unter Nutzung s\u00fcdafrikaspezifischer Daten bewerteten die Wissenschaftler gesundheitliche Vorteile und Kosteneffektivit\u00e4t eines \u201eKombinationsansatzes\u201c: Alle drei der genannten Methoden kamen zum Einsatz, in Kombination mit dem zurzeit \u00fcblichen Ma\u00df an antiretroviraler Therapie, Screening und Beratung.<\/p> <p>F\u00fcr jede Intervention berechneten sie f\u00fcr einen Zeitraum von 10 Jahren HIV-Neuerkrankung und -Pr\u00e4valenz. Die Autoren gehen davon aus, dass die HIV-Pr\u00e4valenz in der Bev\u00f6lkerung bei den aktuellen Raten von Screening und Beratung in den n\u00e4chsten zehn Jahren von 19 auf 14 Prozent zur\u00fcckgehen wird. Ihr Kombinationsansatz aus Beschneidung, vaginalen Mikroziden und oraler Prophylaxe k\u00f6nnte die Pr\u00e4valenz im genannten Zeitraum jedoch auf zehn Prozent senken \u2013 1,5 Millionen HIV-Infektionen weniger, selbst wenn Screening und antiretrovirale Therapie auf dem aktuellen Stand bleiben. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnten eine st\u00e4rkere antiretrovirale Therapie und Screening-Frequenz weitere zwei Millionen Infektionen innerhalb von zehn Jahren verhindern \u2013 das w\u00e4ren insgesamt 60 Prozent der prognostizierten F\u00e4lle.<\/p> <p>Die Wissenschaftler erstellten auch eine Kosten-Nutzen-Analyse f\u00fcr diese Interventionsstrategien. Dort, wo die Mittel knapp sind, schlagen sie vor, die Gelder in folgender Reihenfolge einzusetzen: zuerst f\u00fcr mehr Beschneidungen, anschlie\u00dfend f\u00fcr h\u00e4ufigeres Screening, f\u00fcr den Einsatz vaginaler Mikrobizide und f\u00fcr eine verst\u00e4rkte antiretrovirale Therapie. Sie gehen au\u00dferdem davon aus, dass das Weglassen der oralen Prophylaxe aus der Kombinationsstrategie immer noch 90 Prozent der Behandlungsvorteile bringen k\u00f6nnte, bei 25 Prozent weniger Kosten.<\/p> <p>\u201eDa es keine randomisierten klinischen Multiinterventions- oder Beobachtungsstudien gibt, liefert ein mathematisches HIV-Epidemiemodell wertvolle Einblicke in die Vorteile eines Portfolios aus biomedizinischen, diagnostischen und Behandlungs-Programmen. In S\u00fcdafrika hat die Verteilung der begrenzten verf\u00fcgbaren Mittel zum Einsatz gegen HIV oberste Priorit\u00e4t. Unsere Studie macht deutlich, dass ein Multiinterventionsportfolio gegen HIV fast zwei Drittel der prognostizierten HIV-Neuinfektionen verhindern k\u00f6nnte; es stellt dar\u00fcber hinaus eine kosteneffektive Nutzung der Mittel dar\u201c, erkl\u00e4ren die Autoren.<\/p> <p>Quellen<br \/> 1. Long, E.F. and Stavert, R.R. (2013). Portfolios of biomedical HIV interventions in South Africa: a cost-effectiveness analysis. Journal of General Internal Medicine. DOI 10.1007\/s11606-013-2417-1<br \/> 2.The Journal of General Internal Medicine is the official journal of the Society of General Internal Medicine.<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel. +49 6221 487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der schnellste Weg zu fr\u00fchzeitigen und kosteneffektiven Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung von HIV Mathematische Berechnungen von Behandlungsergebnissen k\u00f6nnen Kosten senken und schnellere Pr\u00e4vention erm\u00f6glichen Mit insgesamt 5,6 Millionen HIV-Infizierten herrscht in S\u00fcdafrika die weltweit gr\u00f6\u00dfte HIV-Epidemie. 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