{"id":6249,"date":"2010-06-09T07:13:11","date_gmt":"2010-06-09T06:13:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=6249"},"modified":"2010-07-26T14:18:59","modified_gmt":"2010-07-26T13:18:59","slug":"schlechte-gene-lebensstil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/schlechte-gene-lebensstil-106249\/","title":{"rendered":"Schlechte Gene vorschieben ist leichter, als den Lebensstil zu \u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; width: 100px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"http:\/\/images.springer.com\/cda\/content\/image\/cda_displayimage.jpg?SGWID=0-0-16-372792-0\" alt=\"\" width=\"105\" height=\"140\" \/><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Risikopatienten messen genetisch bedingten Ursachen von Krankheiten zu viel Bedeutung bei<\/p> <p>New York\/Heidelberg, 8. Juni 2010<\/p> <p>Inwieweit ist ein Mensch noch motiviert, einen gesunden Lebensstil zu f\u00fchren, wenn er wei\u00df, dass er aufgrund seiner Genetik ein besonderes Risiko f\u00fcr eine Erkrankung hat? Nach einer Studie  von Dr. Suzanne O\u2019Neill vom National Human Genome Research Institute\/National Institutes of Health und ihren Kollegen sind Menschen in der Regel daran interessiert zu erfahren, wie sich gesundheitsbewusstes Verhalten auf ihr Krankheitsrisiko auswirkt. Allerdings verweisen gerade die Risikopatienten, die am dringendsten ihren Lebensstil \u00e4ndern sollten, am ehesten auf eine schlechte genetische Veranlagung. Und je mehr gesundheitssch\u00e4digendes Verhalten sie an den Tag legen, umso weniger sind sie an Informationen zu gesundheitsf\u00f6rdernden Verhaltens\u00e4nderungen interessiert.<!--more--> Die Studie1 erscheint in der Online-Ausgabe des Springer-Journals Annals of Behavioral Medicine.<\/p> <p>Seit das Humangenom-Projekt abgeschlossen wurde, gibt es immer mehr Informationen zu genetischen Risikofaktoren, die bestimmte Genvarianten mit einer Reihe von verbreiteten Krankheiten in Verbindung bringen. Das k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass Gene oftmals \u00fcberbewertet werden und allseits bekannte Verhaltens- und Umweltfaktoren, die der Gesundheit f\u00f6rderlich sind, eine untergeordnete Rolle spielen. Die Motivation zur Verhaltens\u00e4nderung k\u00f6nnte somit abnehmen. Diese potentielle Fehlinterpretation genetischer Informationen k\u00f6nnte sich kontraproduktiv auf Bem\u00fchungen im Gesundheitswesen auswirken, notwendige Verhaltens\u00e4nderungen zur Vorbeugung gegen Krankheiten zu f\u00f6rdern.<\/p> <p>Die Autoren f\u00fchrten unter 1.959 gesunden amerikanischen Erwachsenen eine Umfrage durch, um die Familiengeschichte, gesundheitsgef\u00e4hrdende Verhaltensweisen und urs\u00e4chliche Erkl\u00e4rungsmuster f\u00fcr Krankheiten zu untersuchen. Dann wurden die Studienteilnehmer dazu befragt, welchen Stellenwert Aufkl\u00e4rung \u00fcber eine gesunde Lebensf\u00fchrung oder die eigene genetische Disposition haben. Bei der Umfrage wurden die Risikofaktoren im Verhalten der Teilnehmer bewertet (k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t, Ern\u00e4hrungsgewohnheiten, Rauchen, Alkoholkonsum, Sonnenexposition, Einnahme von Vitaminen und Body-Mass-Index), die Familienanamnese und die Ursachen f\u00fcr acht weitgehend vermeidbare Krankheiten (Diabetes, Osteoporose, Herzerkrankungen, hoher Cholesterinspiegel, Hypertonie und Lungen-, Darm- und Hautkrebs). Au\u00dferdem wurde gefragt, welche Art von Information zur gesunden Lebensf\u00fchrung am meisten gesch\u00e4tzt wurden.<\/p> <p>Die Autoren fanden heraus, dass die Mehrheit der Teilnehmer sich dar\u00fcber bewusst war, dass gesundheitsgef\u00e4hrdende Verhaltensweisen eher zu Krankheiten f\u00fchren als genetische Veranlagungen. Insgesamt waren die Teilnehmer mehr an Informationen zu gesundheitsbewusstem Verhalten als an Informationen zu genetischen Veranlagungen interessiert, um zu verstehen, welche Faktoren ihr pers\u00f6nliches Krankheitsrisiko beeinflussen. Allerdings stieg mit den bestehenden gesundheitsgef\u00e4hrdenden Verhaltensweisen auch die Tendenz, die genetische Veranlagung als Erkl\u00e4rung zu bevorzugen.<\/p> <p>Die Autoren kommen zur Schlussfolgerung: \u201eUnsere Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die meisten Menschen den Genen als m\u00f6gliche Ursache f\u00fcr eine Erkrankung keine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Bedeutung beimessen. Sie halten auch nicht starr an m\u00f6glichen Erkl\u00e4rungsmustern f\u00fcr ihre Gesundheitsprobleme fest, wenn diese durch ein vern\u00fcnftiges Verhalten verbessert werden k\u00f6nnen. Allerdings besteht bei denjenigen, die es am n\u00f6tigsten h\u00e4tten, ihr Verhalten zu \u00e4ndern, die gr\u00f6\u00dfte Gefahr, wichtige Informationen f\u00fcr ein gesundheitsf\u00f6rderndes Verhalten unterzubewerten. Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung der Autoren lautet, dass Risikopatienten vermutlich bereits in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht haben, dass ihre Verhaltens\u00e4nderungen nicht von Erfolg gekr\u00f6nt waren. Dementsprechend erachten diese Personen solche Informationen als weniger wertvoll.<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/about+springer\/media\/springer+select?SGWID=1-11001-6-954322-0\"  >http:\/\/www.springer.com\/about+springer\/media\/springer+select?SGWID=1-11001-6-954322-0<\/a><\/p> <p>Quellenangabe<br \/> O\u2019Neill SC et al (2010). Preferences for genetic and behavioral health information: the impact of risk factors and disease attributions. Annals of Behavioral Medicine.DOI 10.1007\/s12160-010-9197-1<\/p> <p>Der Volltext-Artikel ist f\u00fcr Journalisten als PDF-Datei verf\u00fcgbar.<\/p> <p>Kontakt: Renate Bayaz, Springer, Tel.: +491718668118, E-Mail: renate.bayaz@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung  der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse  17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Risikopatienten messen genetisch bedingten Ursachen von Krankheiten zu viel Bedeutung bei New York\/Heidelberg, 8. Juni 2010 Inwieweit ist ein Mensch noch motiviert, einen gesunden Lebensstil zu f\u00fchren, wenn er wei\u00df, dass er aufgrund seiner Genetik ein besonderes Risiko f\u00fcr eine Erkrankung hat? 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