{"id":6335,"date":"2010-06-11T12:35:05","date_gmt":"2010-06-11T11:35:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=6335"},"modified":"2010-07-26T14:18:58","modified_gmt":"2010-07-26T13:18:58","slug":"kinder-geschlechterrollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/kinder-geschlechterrollen-106335\/","title":{"rendered":"Kinder lernen spielend\u2026auch ihre Geschlechterrollen?"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; height: 158px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"114\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"http:\/\/images.springer.com\/cda\/content\/image\/cda_displayimage.jpg?SGWID=0-0-16-136296-0\" alt=\"\" width=\"113\" height=\"150\" \/><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Kinder lernen spielend\u2026auch ihre Geschlechterrollen?<\/p> <p>Neue Studie: Geschlechtsspezifik im Eltern-Kind-Verh\u00e4ltnis schon fr\u00fch von Bedeutung<\/p> <p>New York \/ Heidelberg, 10. Juni 2010<\/p> <p>Welches geschlechtsspezifische Verhalten Kinder an den Tag legen, h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich davon ab, wie Mutter und Vater mit ihnen umgehen, besonders in spielerischen Situationen. Eric Lindsey von der Penn State Berks in den Vereinigten Staaten und seine Kollegen haben festgestellt, dass Situation, Geschlecht des Elternteils und Geschlecht des Kindes sich \u00e4u\u00dferst komplex auf die Eltern-Kind-Interaktion auswirken. Ihre Ergebnisse\u00b9 erscheinen jetzt in der Online-Ausgabe des Springer-Journals Sex Roles.<!--more--><\/p> <p>Die Autoren haben untersucht, welche Unterschiede in der verbalen Interaktion zwischen Elternteil und Kleinkind in verschiedenen Situationen zu beobachten sind: einmal in einer Spielsituation und dann in einer Betreuungssituation \u2013 in diesem Fall w\u00e4hrend einer Mahlzeit. Im Rahmen einer Studie namens \u201aNational Institute of Child Health and Human Development Study of Early Child Care\u2018 st\u00fctzten sich Lindsey und sein Team dabei auf Daten von 80 Familien aus zwei kleinen St\u00e4dten in Kansas. Es wurden je zwei verschiedene Eltern-Kind-Situationen auf Video aufgenommen: einmal eine 15-min\u00fctige Spielsituation, in der ein Elternteil mit dem Kind spielte. Eine weitere 10-min\u00fctige Sequenz zeigte, wie ein Elternteil sich um das Kind w\u00e4hrend einer Mahlzeit k\u00fcmmerte. Die Wissenschaftler verglichen, wie diese beiden unterschiedlichen Situationen von Spiel und Betreuung verbal eingeleitet wurden und wie die Reaktionen ausfielen \u2013 ebenfalls verbal \u2013, und zwar jeweils in der Kombination Mutter-Sohn, Mutter-Tochter, Vater-Sohn und Vater-Tochter.<\/p> <p>Es stellte sich heraus, dass die Art der verbalen Interaktion zwischen Eltern und Kleinkindern von der Situation abh\u00e4ngig war. W\u00e4hrend der Mahlzeit lag der Fokus auf der Autorit\u00e4t des Elternteils, d. h., es war eine eher elternzentrierte Situation, w\u00e4hrend im Spiel das Kind st\u00e4rker im Mittelpunkt stand und die Interaktion zwischen Eltern und Kindern ausgeglichener war.<\/p> <p>Die Autoren stellten fest, dass bei der verbalen Kommunikation nur geringe Unterschiede zwischen Jungen und M\u00e4dchen auszumachen waren. Unabh\u00e4ngig vom Geschlecht schienen Kinder auf bestimmte Stichw\u00f6rter zu reagieren und ihr Verhalten der Situation anzupassen. Im Spielkontext bestimmten eher die Kinder den Charakter der Interaktion, w\u00e4hrend sie in Betreuungssituationen akzeptierten, dass die Eltern das Sagen hatten.<\/p> <p>Besonders auffallend war, dass sich M\u00fctter und V\u00e4ter in einer Spielsituation unterschiedlich verhielten, nicht jedoch so sehr in der Essenssituation. Im Spiel waren V\u00e4ter energischer und bestimmter, w\u00e4hrend sich M\u00fctter eher helfend und kooperativ zeigten; w\u00e4hrend der Mahlzeit gab es keine gro\u00dfen Unterschiede im Verhalten. Die Autoren gehen davon aus, dass Kinder m\u00f6glicherweise unterschiedliche Verhaltensweisen aufgreifen und sie mit den Genderrollen in der Familie verkn\u00fcpfen, also z. B., dass M\u00e4nner energischer sind und Frauen kompromissbereiter und flexibler.<\/p> <p>Das Fazit der Autoren lautet: \u201eIn ein und derselben Familie k\u00f6nnen Kinder die Interaktion im Spiel mit ihren M\u00fcttern und V\u00e4tern ganz unterschiedlich erfahren. Dieses unterschiedliche Verhalten seitens der Eltern lehrt die Kinder m\u00f6glicherweise indirekt, welche Genderrollen geschlechtsspezifischen Verhaltensmustern zuzuordnen sind und diese \u00fcbertragen sie dann auch auf einen Kontext au\u00dferhalb der Familie.\u201c<\/p> <p>Quelle<br \/> 1. Lindsey EW et al (2010). Gender differences in mother-toddler and father-toddler verbal initiations and responses during a caregiving and play context: Sex Roles DOI 10.1007\/s11199-010-9803-5<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten als PDF-Dokument zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, Springer, Tel. +49 6221 487 8130<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung  der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse  17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kinder lernen spielend\u2026auch ihre Geschlechterrollen? Neue Studie: Geschlechtsspezifik im Eltern-Kind-Verh\u00e4ltnis schon fr\u00fch von Bedeutung New York \/ Heidelberg, 10. Juni 2010 Welches geschlechtsspezifische Verhalten Kinder an den Tag legen, h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich davon ab, wie Mutter und Vater mit ihnen umgehen, besonders in spielerischen Situationen. 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