{"id":643,"date":"2008-10-20T18:09:49","date_gmt":"2008-10-20T17:09:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/bildung-ist-politische-chefsache-10643\/"},"modified":"2010-07-26T14:21:35","modified_gmt":"2010-07-26T13:21:35","slug":"bildung-ist-politische-chefsache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/bildung-ist-politische-chefsache-10643\/","title":{"rendered":"Bildung ist politische Chefsache!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Forderungen anl\u00e4sslich des Bildungsgipfels<\/strong>Am 22.10.2008 l\u00e4dt Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Bildungsgipfel nach Dresden ein. Aus diesem Anlass fordert Bildungsforscher Prof. Dr. Reinhold S. J\u00e4ger Bund und L\u00e4nder auf, die Grenzen der f\u00f6deralen Strukturen zu \u00fcberwinden und Bildung zur Chefsache zu machen. Die derzeitigen Bedingungen f\u00fchrten zwar zu durchaus anregenden Konkurrenzen zwischen den Bundesl\u00e4ndern, jedoch auch zu erheblichen individuellen Benachteiligungen und versch\u00e4rften zugleich die Chancenungerechtigkeit.<!--more--><\/p> <p>\u201eBund und L\u00e4ndern haben die gleiche Aufgabe wie bei der konzertierten Aktion zur L\u00f6sung der Finanzkrise. Wenn wir heute die Bildung vernachl\u00e4ssigen, werden wir die Ersch\u00fctterungen in der Gesellschaft sehr bald zu sp\u00fcren bekommen. Zu wenig an Bildung f\u00fchrt zu einem un\u00fcbersehbaren volkswirtschaftlichen Schaden und zu Chancenungerechtigkeit. Das kann sich ein demokratischer Staat nicht leisten. Bildung ist deshalb politische Chefsache!&#8220;, so der Appell von Bildungswissenschaftler J\u00e4ger.<\/p> <p>Bei seinen W\u00fcnschen und Forderungen st\u00fctzt sich der Bildungsforscher insbnesondere auf die Ergebnisse des Bildungsbarometers (www.bildungsbarometer.de). Er fordert unter anderem:<\/p> <p>o\tDie Bildungspolitiker m\u00fcssen ihre Aufgabe ernst nehmen, sie mit Nachdruck und zugleich nachhaltig umsetzen. Bildung in der Bundesrepublik Deutschland wird nach wie vor nur mit der Note vier plus bewertet. Das betrifft sowohl das Bildungsniveau als auch das Bildungswesen insgesamt. Wenn zugleich ca. 51% der Befragten die Schuld f\u00fcr die Bildungsmisere den Bildungspolitikern geben, dann ist es an der Zeit, Bildung auch in den L\u00e4ndern zur Chefsache zu machen.<br \/> o\tEine drastische Erh\u00f6hung der Bildungsausgaben von Bund und L\u00e4ndern: Mehr als 90% der Befragten des Bildungsbarometers stehen hinter dieser Forderung. Diese Mehrausgaben k\u00f6nnten, so die Befragten, aus Einsparungen in der \u00d6ffentlichen Verwaltung sowie aus Einsparungen im Wehretat finanziert werden. Die Bev\u00f6lkerung ist aber auch eher bereit (55% Zustimmung) &#8211; etwa in Form eines Bildungssoli &#8211; einen finanziellen Beitrag zu leisten, wenn dieses Geld direkt in die Bildung einflie\u00dft.<br \/> o\tEine Verst\u00e4rkung der vorschulischen Bildung. Im Kindergarten werden die wichtigsten Weichen gestellt. Um nachhaltig Ver\u00e4nderungen in diesem Kontext angehen zu k\u00f6nnen, muss auch bei den Erzieherinnen und Erziehern sowie den P\u00e4dagogischen Fachkr\u00e4ften eine Professionalisierungsinitiative in Gang kommen. Nur 3% der Befragten gehen davon aus, dass die F\u00f6rderung ausreichend sei.<br \/> o\tDas Allgemeinbildende Schulwesen darf kein Spielball beliebiger bildungspolitischer Spielwiesen sein: 53% der Befragten sehen in diesem Bildungsbereich den gr\u00f6\u00dften Ver\u00e4nderungsbedarf. Die Bev\u00f6lkerung versp\u00fcrt die Notwendigkeit f\u00fcr eine echte F\u00f6rderung. Sie betrifft die guten Sch\u00fcler ebenso wie diejenigen mit Leistungsdefiziten. Voraussetzung hierzu ist eine Professionalisierung der Lehrkr\u00e4fte durch eine ver\u00e4nderte Aus- und Fortbildung analog den Standards der Lehrerbildung. 96% der Bev\u00f6lkerung unterst\u00fctzt diese Orientierung. Nur unter dieser Perspektive kann davon ausgegangen werden, dass die Benachteiligung von Kindern aus sozial schw\u00e4cheren Elternh\u00e4usern &#8211; von ca. 66% der Befragten gefordert &#8211; \u00fcberwunden werden kann. Die F\u00f6rderung ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr individuelle und nachhaltige Ver\u00e4nderungen. Keine noch so gut formulierten Etiketten f\u00fcr neue und zugleich nicht erprobte Schulformen k\u00f6nnen als Ersatz echte F\u00f6rderungen dienen.<br \/> o\tBildung muss sich an der Lebensrealit\u00e4t der Lernenden orientieren. Deshalb fordern 96% der Bev\u00f6lkerung eine st\u00e4rkere Praxis- und Lebensn\u00e4he von Bildung.<br \/> o\tBildung muss nachhaltig sein: Um Nachhaltigkeit beim Lernen und Wissen zu erzeugen, ist nicht nur die Ganztagsschule ein probates Mittel, damit Lernen und Entspannen gut aufeinander abgestimmt werden, sondern auch ein an modernen didaktischen und lernpsychologisch fundierten Methoden orientierter Unterricht.<\/p> <p>\u201eAlle Berufe im weiten Feld der Bildung geh\u00f6ren zu den wichtigsten Berufen in der Bundesrepublik Deutschland. Sie tragen dazu bei, dass junge Menschen in Kooperation mit dem Elternhaus geformt und mit dem notwenigen Wissen sowie den erforderlichen Kompetenzen ausgestattet werden. Nur unter diesen Voraussetzungen werden sie den Anforderungen einer globalisierten Welt Stand halten. Bund und L\u00e4nder m\u00fcssen alles daf\u00fcr unternehmen, dass diese Berufe die notwendige Professionalisierung erfahren. Ich erwarte daher, dass die Verantwortlichen beim Bildungsgipfel die entsprechenden Voraussetzungen daf\u00fcr schaffen&#8220;, erkl\u00e4rt J\u00e4ger sein Anliegen.<\/p> <p>Die bisherigen Ergebnisse des Bildungsbarometers sind nachzulesen unter:<br \/> http:\/\/www.vep-landau.de\/Bildungsbarometer.htm<br \/> Prof. Dr. Reinhold S. J\u00e4ger<br \/> Zentrum f\u00fcr empirische p\u00e4dagogische Forschung (zepf)<br \/> der Universit\u00e4t Koblenz-Landau, Campus Landau<br \/> B\u00fcrgerstra\u00dfe 23<br \/> 76829 Landau<\/p> <p>Tel.: 06341-906-175<br \/> Fax: 06341-906-166<br \/> Email: jaeger@zepf.uni-landau.de<br \/> URL: \twww.zepf.uni-landau.de<br \/> www.bildungsbarometer.de<br \/> www.deutscher-innovationspreis.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forderungen anl\u00e4sslich des BildungsgipfelsAm 22.10.2008 l\u00e4dt Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Bildungsgipfel nach Dresden ein. Aus diesem Anlass fordert Bildungsforscher Prof. Dr. Reinhold S. 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