{"id":6441,"date":"2010-06-18T07:42:51","date_gmt":"2010-06-18T06:42:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=6441"},"modified":"2010-07-26T14:18:56","modified_gmt":"2010-07-26T13:18:56","slug":"lexikon-orang-utans","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/lexikon-orang-utans-106441\/","title":{"rendered":"Lexikon f\u00fcr Orang-Utans: Zeig mir, was du sagen willst"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; width: 100px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"http:\/\/images.springer.com\/cda\/content\/image\/cda_displayimage.jpg?SGWID=0-0-16-57891-0\" alt=\"\" width=\"108\" height=\"142\" \/><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Wissenschaftler erforschen systematisch den Gesten-Sprachschatz der Orang-Utans<\/p> <p>New York\/Heidelberg, 17. Juni 2010<\/p> <p>Eine neue Studie von Erica Cartmill und Richard Byrne von der University of St. Andrews in Schottland zeigt, dass Menschenaffen mit ihren Gesten eine zielgerichtete Absicht verfolgen und eine konkrete Verhaltensreaktion hervorrufen wollen<!--more-->. Mit ihrem neuen Ansatz, die Gesten systematisch zu erfassen, leisten die Autoren einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der nonverbalen Kommunikation von Menschenaffen. Die Studie erscheint in der aktuellen Online-Ausgabe des Springer-Journals Animal Cognition.<\/p> <p>Im ersten Teil der Studie erl\u00e4utern die Autoren ihre Forschungsmethode, genannt \u201aGoal-Outcome-Matching\u2018. Bei dieser Herangehensweise wird besonderer Wert auf das Zusammenspiel und die \u00dcbereinstimmung von Ziel und Ergebnis gelegt. D.h. in diesem Fall, dass sowohl die offensichtliche Absicht des Signalgebers als auch die erw\u00fcnschte Reaktion beim Signalempf\u00e4nger im Fokus stehen. Nach dieser Methode wird eine bestimmte Intention einer bestimmten Geste zugeordnet. Diese muss dann in Absicht und Reaktion auch bei mehrmaligem Einsatz immer wieder \u00fcbereinstimmen.<\/p> <p>Die Autoren wendeten anschlie\u00dfend diese Erkenntnisse auf eine ganze Palette an Gesten der Orang-Utans an, und versuchten dabei vorauszusagen, wie die Tiere darauf reagieren w\u00fcrden. Mit den Ergebnissen erstellten die Autoren ein Lexikon f\u00fcr Orang-Utan-Gesten und deren Bedeutung.<\/p> <p>Die Forscher beobachteten neun Monate lang 28 Orang-Utans in drei europ\u00e4ischen Zoos &#8211; dem Twycross Zoo in Gro\u00dfbritannien, dem Apenheul Primate Park in den Niederlanden und dem Durrell Wildlife Conservation Trust in Jersey auf den Kanalinseln. Dabei konnten 64 verschiedene Gesten beobachtet werden, vierzig davon wurden oft genug benutzt, um auf ihre intendierte Bedeutung hin untersucht zu werden. Diese vierzig Gesten wurden von den Affen mit der Absicht benutzt, eine von sechs sozialen Reaktionen auszul\u00f6sen: eine Interaktion in Form von Kontakt, K\u00f6rperpflege oder Spiel anzuregen, das Erbitten eines Gegenstands, das gemeinsame Nutzen eine Gegenstands, Auffordern zu einer gemeinsamen Bewegung, das Abdr\u00e4ngen eines Partners oder das Beenden einer Handlung.<\/p> <p>Dann testeten die Forscher ihre Beobachtungen, indem sie \u00fcberpr\u00fcften, was der Orang-Utan, der die Geste ausgef\u00fchrt hatte, tat, wenn die tats\u00e4chliche nicht mit der gew\u00fcnschten Reaktion \u00fcbereinstimmte. Dabei stellten sie fest, dass die Affen hartn\u00e4ckiger gestikulierten, wenn ihr Gegen\u00fcber nicht in der erwarteten Weise reagierte.<\/p> <p>Die Autoren schlussfolgern: Orang-Utans benutzen Gesten, um bestimmte Reaktionen im Verhalten ihres Gegen\u00fcbers hervorzurufen. Dies zeigt, dass die Gestik sowohl eine intentionale Bedeutung als auch eine praktische Konsequenz beinhaltet. Die Genauigkeit, mit der wir die Bedeutung der Orang-Utan-Gesten identifizieren konnten, ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass wir erstmals auch die Intention des Signalgebers bei unseren Untersuchungen mit einbezogen haben. Gepaart mit einer wiederkehrenden Benutzung von bestimmten Gesten, ist die Goal-Outcome-Matching Methode besonders geeignet, um intentionale Bedeutungen zu identifizieren.<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/about+springer\/media\/springer+select?SGWID=1-11001-6-959422-0\"  >http:\/\/www.springer.com\/about+springer\/media\/springer+select?SGWID=1-11001-6-959422-0<\/a><\/p> <p>Quelle<br \/> 1.\tCartmill EA &amp; Byrne RW (2010). Semantics of primate gestures: intentional meanings of<br \/> orangutan gestures. Animal Cognition; DOI 10.1007\/s10071-010-0328-7<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten als PDF-Dokument zur Verf\u00fcgung.<\/p> <p>Kontakt: Corinna Schaefer, Springer, Tel. +49 6221 487 8414, corinna.schaefer@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung  der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse  17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaftler erforschen systematisch den Gesten-Sprachschatz der Orang-Utans New York\/Heidelberg, 17. 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