{"id":7102,"date":"2010-07-21T14:43:37","date_gmt":"2010-07-21T13:43:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=7102"},"modified":"2012-03-27T10:16:39","modified_gmt":"2012-03-27T09:16:39","slug":"froesche-bauchlandung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/froesche-bauchlandung-107102\/","title":{"rendered":"Als der Frosch noch auf dem Bauch landete"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; width: 100px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Fr\u00f6sche \u201atrainierten\u2018 erst den Absprung, dann wurde das Landeman\u00f6ver perfektioniert<\/p> <p>New York \/ Heidelberg, 21.Juli 2010<\/p> <p>Beim Sprung ins Wasser macht der Mensch mitunter schmerzhafte Erfahrungen mit einer Bauchlandung. Aber gibt es auch Fr\u00f6sche, die Bauchlandungen machen? Genau dies ist der Fall bei lebenden urt\u00fcmlichen Froschlurchen wie Dr. Richard Essner von der Southern Illinois University Edwardsville (USA) und seine Kollegen in einer Studie1 zur Evolution des Sprung- und Landeverhaltens von Fr\u00f6schen herausgefunden haben.<!--more--><\/p> <p>Die Studie zeigt, dass Fr\u00f6sche zun\u00e4chst ihr Sprungverhalten trainierten, bevor sie die Landung perfektionierten. Die evolution\u00e4re Entwicklung teilte sich dort, wo die urt\u00fcmlichen Fr\u00f6sche ihre Gliedma\u00dfen nicht dahingehend \u201aanpassten\u2018, dass sie sie w\u00e4hrend der Flugphase schnell nach vorne ziehen konnten, um auf den Vorderbeinen zu landen. Dies k\u00f6nnte auch eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr sein, warum urt\u00fcmliche Fr\u00f6sche ihre Hinterbeine bei der Schwimmbewegung nicht synchron bewegen. Essners Forschungsarbeit wird in der <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\"  >Springer<\/a>-Fachzeitschrift Naturwissenschaften ver\u00f6ffentlicht.<\/p> <p>Vor dieser Ver\u00f6ffentlichung ging man von einem vergleichbaren Sprungverhalten aller Fr\u00f6sche aus: Sie strecken ihre Hinterbeine w\u00e4hrend der Vorw\u00e4rtsbewegung schnell aus und bewegen ihre Gliedma\u00dfen w\u00e4hrend der Flugphase nach vorne, so dass sie zuerst auf ihren Vorderbeinen landen. Bisher wurde in keiner Studie das Sprungverhalten lebender primitiver Fr\u00f6sche aus der Familie der Leiopelmatidae untersucht, die als einzige unter den Fr\u00f6schen beim Schwimmen ihre Hinterbeine abwechselnd und nicht gleichzeitig bewegen.<\/p> <p>Essner und sein Team vergleichen das Sprungverhalten der Leiopelmatiden mit dem von h\u00f6her entwickelten Fr\u00f6schen. Sie haben die Videoaufzeichnungen von f\u00fcnf Arten analysiert: drei primitive (Ascaphus montanus, Leiopelma pakeka, und L. hochstetteri) sowie zwei h\u00f6her entwickelte Arten (Bombina orientalis and Lithobates pipiens).<\/p> <p>Dabei fanden sie heraus, dass der Absprung bei den Froscharten \u00e4hnlich ist, die primitiven Fr\u00f6sche halten jedoch ihre Hinterbeine w\u00e4hrend der gesamten Flug- und Landephase ausgestreckt und landen nicht auf ihren Vorderbeinen. Diese Bauchlandungen verhindern ein schnelles Weiterspringen.<\/p> <p>Laut Essner zeigt dieses einzigartige Verhalten der Leiopelmatiden, dass sich das Sprungverhalten bei Fr\u00f6schen in zwei Entwicklungsphasen vollzieht. In der ersten haben die Fr\u00f6sche beim Absprung zun\u00e4chst einfach nur die Hinterbeine beidseitig symmetrisch ausgestreckt. Die Optimierung vollzog sich dann mit dem Anziehen der Hinterbeine w\u00e4hrend der Flugphase samt der anschlie\u00dfenden Landung auf den Vorderbeinen. Die funktionale Erkl\u00e4rung f\u00fcr die nicht-synchronen Schwimmbewegungen der Leiopelmatiden liegt m\u00f6glicherweise in ihrer Unf\u00e4higkeit die Gliedma\u00dfen schnell zu bewegen. Es w\u00e4re auch denkbar, dass der Grund daf\u00fcr in den ungew\u00f6hnlichen anatomischen Merkmalen liegt, die urt\u00fcmliche Froschlurche aufweisen. Sie haben beispielsweise ein gro\u00dfes schildf\u00f6rmiges Knorpelgewebe und abdominale Rippen, die ihre internen Weichgewebe und Organe w\u00e4hrend der Landung sch\u00fctzen sollen.<\/p> <p>F\u00fcr die Autoren bedeutet dies: \u201eIn der Evolutionsgeschichte der Froschlurche war der einfache \u00dcbergang zum Anziehen der Hinterbeine ein wichtiges Merkmal, das kontrollierte Landungen erleichterte und ein erneutes Ansetzen zum n\u00e4chsten Sprung oder zu Schwimmbewegungen erm\u00f6glicht hat. Diese Ver\u00e4nderungen waren m\u00f6glicherweise f\u00fcr die Bewegung \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen und f\u00fcr ein besseres Landeverhalten vorteilhaft, ebenso wie f\u00fcr die Nahrungssuche und den Schutz vor Feinden.\u201c<\/p> <p>Quelle<br \/> 1.\tEssner RL et al (2010). Landing in basal frogs: evidence of saltational patterns in the evolution of anuran locomotion. Naturwissenschaften. DOI 10.1007\/s00114-010-0697-4<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel und Videoclips stehten Journalisten zur Verf\u00fcgung.<\/p> <p>Kontakt: Joan Robinson, Springer, Tel: +49-6221-487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00f6sche \u201atrainierten\u2018 erst den Absprung, dann wurde das Landeman\u00f6ver perfektioniert New York \/ Heidelberg, 21.Juli 2010 Beim Sprung ins Wasser macht der Mensch mitunter schmerzhafte Erfahrungen mit einer Bauchlandung. Aber gibt es auch Fr\u00f6sche, die Bauchlandungen machen? 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