{"id":728,"date":"2008-11-20T16:56:51","date_gmt":"2008-11-20T15:56:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/korruption-im-medizinjournalismus-10728\/"},"modified":"2022-05-24T11:51:11","modified_gmt":"2022-05-24T10:51:11","slug":"korruption-im-medizinjournalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/korruption-im-medizinjournalismus-10728\/","title":{"rendered":"Korruption im Medizinjournalismus"},"content":{"rendered":"<p> <font size=\"-1\"><strong>Einfluss der Pharmaindustrie durch Sponsoring und Geschenke<\/strong><\/font><\/p> <table style=\"float: right; width: 168px\" border=\"0\" cellpadding=\"5\" cellspacing=\"0\"> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ededed\"> <table border=\"0\" cellpadding=\"3\" cellspacing=\"0\" width=\"168\"> <tr> <td align=\"center\"><\/td> <\/tr> <tr> <td colspan=\"2\" class=\"txtklein\" align=\"center\"><!-- copyrighttext -->Patienten sind Leidtragende des Einflusses der Pharmaindustrie auf Medien (Foto: pixelio.de\/Jurmann)<!-- end copyrighttext --><\/td> <\/tr> <\/table> <\/td> <\/tr> <\/table> <p><font size=\"-1\" face=\"Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif\"> <span class=\"txt\"> <!--PTE:ORT-->Wien (pte\/20.11.2008\/13:59) &#8211; Die Gesundheitsindustrie \u00fcbt nicht nur auf \u00c4rzte, sondern auch auf Journalisten gro\u00dfen Einfluss aus und bringt sie in Interessenskonflikte. Das erhob der Mediziner Steven Woloshin von der Universit\u00e4t Dartmouth dms.dartmouth.edu mit australischen Kollegen in einer Studie, die im British Medical Journal www.bmj.com ver\u00f6ffentlicht wurde. Die Wissenschaftler orten besondere Gef\u00e4hrdungen der journalistischen Unabh\u00e4ngigkeit im Bereich der Ausbildung, bei journalistischen Preisen sowie bei der allt\u00e4glichen Routine der Berichterstattung.<\/span><\/font><!--more--><\/p> <p><font size=\"-1\" face=\"Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif\">&#8222;Einige Journalistenkollegen lassen sich gerne an exotische Pl\u00e4tze einladen. Durch dementsprechende Berichterstattung sorgen sie daf\u00fcr, dass sie auch in Zukunft wieder eingeladen werden&#8220;, berichtet der Medizinjournalist Hans Weiss gegen\u00fcber pressetext. In seinem aktuellen Buch thematisiert Weiss, wie sich \u00c4rzte von der Pharmaindustrie beeinflussen lassen. Hinter der Beeinflussbarkeit der Journalisten sieht er ein Versagen der Redaktionen. &#8222;Das Problem ist, dass die Medien die f\u00fcr die Recherchen notwendigen Reisen der Journalisten nicht bezahlen. Unabh\u00e4ngige Berichte k\u00f6nnen so nicht geliefert werden.&#8220; Korruptes Verhalten sei in mehreren Bereichen des Journalismus verbreitet, besonders etwa beim Reisejournalismus. Der Unterschied liege jedoch in den Konsequenzen der Arbeit. &#8222;Bei Berichten \u00fcber Medikamente geht es um Gesundheit, somit um Leben und Tod der Patienten. Auf Medizinjournalisten lastet eine weitaus gr\u00f6\u00dfere Verantwortung&#8220;, so Weiss.<\/font><\/p> <p><font size=\"-1\" face=\"Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif\">Der Journalist Bert Ehgartner ist ebenso wie Weiss in j\u00fcngster Vergangenheit durch pharmakritische Ver\u00f6ffentlichungen aufgefallen. Er unterstreicht gegen\u00fcber pressetext das Problem fehlender Fachausbildung. &#8222;Es gibt in \u00d6sterreich keine Ausbildung zum Medizinjournalisten, sondern die Redakteure schlittern in diese T\u00e4tigkeit eher hinein.&#8220; Die mangelnde Kritikf\u00e4higkeit der Journalisten betreffe dasselbe Grundproblem wie bei \u00c4rzten. &#8222;\u00c4rzte k\u00f6nnen in der Regel ebenso wenig zwischen einer guten und einer von der Pharmaindustrie gelenkten Studie unterscheiden, denn sie erhalten im Medizinstudium keine ausreichende epidemologische Ausbildung&#8220;, so Ehgartner. Die Studie aus Dartmouth hatte die Finanzierungspraxis der Journalistenschulen kritisiert, \u00fcber die sich Pharmakonzerne auf subtile Weise gr\u00f6\u00dfere Loyalit\u00e4t von Studenten und Lehrenden verschafften. Zudem s\u00e4hen Journalisten unwiderstehliche Anekdoten \u00fcber Behandlungserfolge zu wenig kritisch, denn sie k\u00f6nnten durchaus auch Ausnahmef\u00e4lle betreffen und somit das Publikum irref\u00fchren.<\/font><\/p> <p><font size=\"-1\" face=\"Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif\">Die Enge Verschr\u00e4nkung zwischen Redaktions- und Gesch\u00e4ftsinteressen der Medienunternehmen lasse Grenzen zwischen PR und Journalismus zunehmend verschwimme, so die Kritik der Studie. Bei Gesundheitsseiten in Boulevardmedien sei laut Ehgartner die Verkn\u00fcpfung mit den Geldgebern besonders eng, er sch\u00e4tzt den Anteil der mit Anzeigen gekoppelten redaktionellen Inhalte auf 50 Prozent. &#8222;Oft wird ein Gesundheitsthema angesprochen und einige Seiten weiter findet man ein entsprechendes Inserat.&#8220; Ein Gesundheitsjournalist eines \u00f6sterreichischen Boulevardmediums h\u00e4tte eingetragene Markenartikel beworben, die jedoch als solche nicht erkenntlich waren, berichtet Ehgartner. Kritische Distanz sei besonders bei Fachmedien problematisch. &#8222;Bei fast allen \u00c4rztezeitungen sind die Verlage von den Werbeeinschaltungen der Pharmaindustrie abh\u00e4ngig&#8220;, so der Medizinjournalist.<\/font><\/p> <p><font size=\"-1\" face=\"Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif\">Pharmakritischer Journalismus existiere jedoch durchaus, sind sich beide Autoren einig. Weiss beobachtete kritischen Journalismus vor allem in der S\u00fcddeutschen Zeitung sowie in Beitr\u00e4gen von Pharma-Bloggern, die jedoch anonym agierten. Ehgartner nennt als Beweis die j\u00fcngsten Buchver\u00f6ffentlichungen zum Thema sowie unabh\u00e4ngige Berichte in Qualit\u00e4tszeitungen und -magazinen. &#8222;Redaktionen sollen sich nicht unter Druck setzen lassen, indem sie in zu starke Verschr\u00e4nkungen mit den Anzeigenabteilungen gelangen&#8220;, so das Pl\u00e4doyer des Journalisten. Die Forscher aus Dartmouth empfehlen dar\u00fcber hinaus die routinem\u00e4\u00dfige Bekanntgabe der journalistischen Quellen und fordern Medizinjournalisten dazu auf, Geschenke und Preise der Pharmaindustrie nicht zu akzeptieren. (Ende)<br \/> <br clear=\"all\" \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.pressetext.de\/\"  target=\"_new\" rel=\"noopener\"><\/a><br \/> Aussender: <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.pressetext.de\/\"  target=\"_new\" rel=\"noopener\">pressetext.austria<\/a><br \/> Redakteur:                        Johannes Pernsteiner<br \/> email: <a href=\"mailto:pernsteiner%40pressetext.com\">pernsteiner@pressetext.com<\/a><br \/> Tel. +43-1-81140-316   <\/font><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einfluss der Pharmaindustrie durch Sponsoring und Geschenke Patienten sind Leidtragende des Einflusses der Pharmaindustrie auf Medien (Foto: pixelio.de\/Jurmann) Wien (pte\/20.11.2008\/13:59) &#8211; Die Gesundheitsindustrie \u00fcbt nicht nur auf \u00c4rzte, sondern auch auf Journalisten gro\u00dfen Einfluss aus und bringt sie in Interessenskonflikte. Das erhob der Mediziner Steven Woloshin von der Universit\u00e4t Dartmouth dms.dartmouth.edu mit australischen Kollegen in<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-728","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-medizin-gesundheit-pflege-soziales"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/728","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=728"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/728\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":274601,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/728\/revisions\/274601"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=728"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=728"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=728"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}