{"id":74356,"date":"2013-06-19T11:51:43","date_gmt":"2013-06-19T10:51:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=74356"},"modified":"2013-06-19T11:51:43","modified_gmt":"2013-06-19T10:51:43","slug":"blitzurteile-in-der-krebsdiagnostik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/blitzurteile-in-der-krebsdiagnostik-1074356\/","title":{"rendered":"Blitzurteile in der Krebsdiagnostik"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-74729\" title=\"Springer-Journal Psychonomic Bulletin &amp; Review\" alt=\"Springer-Journal Psychonomic Bulletin &amp; Review\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/4098574679153e11ea39a5937ddf2245.jpg\" width=\"114\" height=\"154\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/781ecd34002dad5d1e28b4245db1dbb1.jpg\" \/>Medizinische Beurteilung auf einen Blick<\/p> <p>Fach\u00e4rzte entdecken krebsartige Ver\u00e4nderungen auf R\u00f6ntgenbildern in Bruchteilen von Sekunden<\/p> <p>Auf einen Blick wissen, was Sache ist? Blitzartig erkennen, dass das Restaurant ungeeignet ist oder dieser Mensch der\/die Richtige sein k\u00f6nnte? Ist so etwas m\u00f6glich? Radiologen k\u00f6nnen das tats\u00e4chlich, und zwar bei Aufnahmen von Mammografien, die zum Brustkrebsscreening eingesetzt werden. Auch Zytologen, die mikrografische Bilder von Geb\u00e4rmutterhalszellen auf Anzeichen von Krebs \u00fcberpr\u00fcfen, haben diese F\u00e4higkeit. Eine neue Studie, ver\u00f6ffentlicht im Springer-Journal Psychonomic Bulletin &amp; Review, geht dieser F\u00e4higkeit der Spezialisten auf den Grund.<\/p> <p><!--more-->Es gibt viele Arten, solche Blitzurteile zu f\u00e4llen (nicht alle sind wirklich n\u00fctzlich). Eine davon ist unsere Begabung, schnell das Wesentliche eines Gesamtbildes durch das blo\u00dfe Betrachten des Bildes als Ganzes zu erfassen; hierbei kommt es nicht auf die speziellen Details an, sondern auf die schnelle Analyse des Ganzen mithilfe von bekannten Mustern und Erfahrungswerten. Experten scheinen dazu in der Tat in der Lage zu sein. Wenn es darum geht, Aufnahmen als normal oder anomal einzustufen, sind sie zwar \u201eauf die Schnelle\u201c nicht unbedingt perfekt, dennoch sind die Ergebnisse besser als beim willk\u00fcrlichen Raten. Lokalisieren k\u00f6nnen sie die Problematik bei einer solchen Blitzbeurteilung allerdings nicht.<\/p> <p>Karla Evans und Kollegen von der Harvard Medical School and Brigham and Women\u2019s Hospital in den Vereinigten Staaten beurteilten die F\u00e4higkeit von Fach\u00e4rzten, Brust- oder Geb\u00e4rmutterhalskrebs-Screeningbilder auf einen Blick als normal oder anomal einzustufen. Insgesamt 55 Radiologen und 38 Zytologen legte man Mammografie-Aufnahmen oder Bilder von Geb\u00e4rmutterhalszellen vor. Die H\u00e4lfte der Bilder war normal, die andere H\u00e4lfte zeigte krebsartige Ver\u00e4nderungen.<\/p> <p>Die Teilnehmer bekamen die Bilder nur kurz, das hei\u00dft, 250 bis 2000 Millisekunden lang, zu sehen; sie sollten die Auff\u00e4lligkeit des Bildes beurteilen und anschlie\u00dfend die Anomalie lokalisieren, und zwar auf einem Bild, das nur die Umrisse des Originals zeigte.<\/p> <p>Beide Facharztgruppen entdeckten feinste Ver\u00e4nderungen h\u00e4ufiger als es beim willk\u00fcrlichen Raten der Fall war: Die Trefferquote lag also \u00fcber dem Durchschnitt. Die Laien-Kontrollgruppen ohne medizinische Ausbildung waren dagegen nicht erfolgreicher als beim Raten, gleichg\u00fcltig ob es sich um Brust- oder Geb\u00e4rmutterhalsbilder handelte. Im zweiten Teil des Experiments konnte interessanterweise keine Expertengruppe die Anomalien verl\u00e4sslich lokalisieren. Die pathologische Gesamtsituation l\u00e4sst sich wohl in Sekundenbruchteilen beurteilen. Eine genaue Lokalisierung des Problems jedoch ist nur nach l\u00e4ngerer, genauerer Untersuchung m\u00f6glich.<\/p> <p>Die Autoren erkl\u00e4ren: \u201eUnsere Ergebnisse zeigen, dass Radiologen und Zytologen mit spezieller Ausbildung auf Bildern aus ihrem Fachgebiet die statistischen Regelm\u00e4\u00dfigkeiten, die normal von anomal unterscheiden, zu beurteilen lernen. Sie stellen fest, dass etwas anders ist, ohne jedoch genau sagen zu k\u00f6nnen, wo. K\u00f6nnte ein Computer das Signal, das zu dieser Erstbeurteilung f\u00fchrt, identifizieren, k\u00f6nnte dies als eine neue Art der computergest\u00fctzten Untersuchung verwendet werden.\u201c<\/p> <p>Quelle: Evans, K.K. et al (2013). The Gist of the Abnormal: Above Chance Medical Decision Making in the Blink of an Eye, Psychonomic Bulletin &amp; Review. DOI 10.3758\/s13423-013-0459-3<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel. +49 6221 487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medizinische Beurteilung auf einen Blick Fach\u00e4rzte entdecken krebsartige Ver\u00e4nderungen auf R\u00f6ntgenbildern in Bruchteilen von Sekunden Auf einen Blick wissen, was Sache ist? Blitzartig erkennen, dass das Restaurant ungeeignet ist oder dieser Mensch der\/die Richtige sein k\u00f6nnte? Ist so etwas m\u00f6glich? 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