{"id":777,"date":"2008-12-16T15:24:12","date_gmt":"2008-12-16T14:24:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/unbekannte-bach-autographe-in-leipzig-aufgefunden-10777\/"},"modified":"2010-07-26T14:21:22","modified_gmt":"2010-07-26T13:21:22","slug":"unbekannte-bach-autographe-in-leipzig-aufgefunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/unbekannte-bach-autographe-in-leipzig-aufgefunden-10777\/","title":{"rendered":"Unbekannte Bach-Autographe in Leipzig aufgefunden"},"content":{"rendered":"<p>Drei Bach-Handschriften aus den Jahren 1743, 1745 und 1748 wurden k\u00fcrzlich von Dr. Andreas Gl\u00f6ckner vom Bach-Archiv Leipzig bei Recherchen zur Musikpflege an der Universit\u00e4tskirche St. Pauli im Universit\u00e4tsarchiv entdeckt. Dabei handelt es sich um Zeugnisse, die Johann Sebastian Bach f\u00fcr drei seiner Pr\u00e4fekten eigenh\u00e4ndig ausgestellt hat. Das Bach-Archiv ist seit November An-Institut der Universit\u00e4t Leipzig.<!--more-->Die Zeugnisempf\u00e4nger bewarben sich mit Bachs Empfehlung um ein Stipendium, das der 1591 zu Steyr in \u00d6sterreich verstorbene Mediziner Mathern Hammer der Universit\u00e4t Leipzig f\u00fcr hochbegabte und bed\u00fcrftige Thomassch\u00fcler gestiftet hatte. Aus dem Zinsertrag des Stiftungskapitals von 2000 Gulden sollte den Bewerbern ein Stipendium auf vier bis f\u00fcnf Jahre gew\u00e4hrt werden. Hammer, ein aus B\u00f6hmen stammender getaufter Jude, war selbst Student der Leipziger Universit\u00e4t gewesen.<\/p> <p>Zu den Zeugnisempf\u00e4ngern und Stipendiaten geh\u00f6rte, wie Andreas Gl\u00f6ckner im soeben erschienenen Bach-Jahrbuch 2008 berichtet, Christian Beck, Sohn eines kinderreichen Bauern aus Baalsdorf bei Leipzig. \u201eDie Einrichtung eines solchen Stipendiums war der Bach-Forschung bislang unbekannt, ebenso Bachs Beteiligung bei Vergabe des \u201aHammerischen Stipendiums&#8216;, das mittellosen Thomassch\u00fclern nach Beendigung ihrer Schulzeit ein Universit\u00e4tsstudium erm\u00f6glichte.&#8220; Die beiden anderen Zeugnisse hat Bach f\u00fcr seine Sch\u00fcler Christian Gottlob Fleckeisen und Johann Wilhelm Cunis ausgestellt.<\/p> <p>Unter den Universit\u00e4tsakten befindet sich au\u00dferdem ein bislang unbekanntes Protokoll mit neuen Informationen zu Bachs Todesjahr. Nach Aussage des Dokuments wurde der schwer erkrankte Thomaskantor seit Pfingsten 1750 von seinem Sch\u00fcler Johann Adam Franck im Amt vertreten. Als Pr\u00e4fekt der ersten Kantorei hat Franck vermutlich auch die Musik zu Bachs Begr\u00e4bnis am 30. oder 31. Juli 1750 besorgt &#8211; ganz sicher aber im Auftrag der Witwe Anna Magdalena die Amtsgesch\u00e4fte des Verstorbenen bis zur Amts\u00fcbernahme des Nachfolgers Gottlob Harrer weitergef\u00fchrt.<\/p> <p>Ausf\u00fchrliche Informationen zu den \u00fcberraschenden Dokumenten bietet der Aufsatz Andreas Gl\u00f6ckners in dem von Dr. Peter Wollny im Auftrag der Neuen Bachgesellschaft zu Leipzig herausgegebenen Bach-Jahrbuch 2008.<\/p> <p>W\u00e4hrend des Bachfestes Leipzig 2009 wird Dr. Andreas Gl\u00f6ckner im Rahmen seines Vortrags \u201eDie Musikpflege an der Leipziger Universit\u00e4t zur Zeit Bachs &#8211; neue Dokumente und Erkenntnisse&#8220; detailliert \u00fcber die im Universit\u00e4tsarchiv entdeckten Quellen berichten.<\/p> <p>Das Bachfest Leipzig, das vom 11. &#8211; 22. Juni 2009 stattfindet, ist weltweit einzigartig &#8211; durch den Bezug zu den historischen Wirkungsst\u00e4tten Bachs in Leipzig und Umgebung, durch die Mitwirkung des Thomanerchors und des Gewandhausorchesters. In rund 100 Veranstaltungen beleuchtet das Bachfest-Programm Bachs geistliches, weltliches und kammermusikalisches Schaffen, dessen vielf\u00e4ltige Bez\u00fcge zur Musikstadt Leipzig sowie seine Wirkung auf Zeitgenossen, Sch\u00fcler und Komponisten sp\u00e4terer Musikepochen.<\/p> <p>N\u00e4here Informationen und Karten gibt es im Internet unter www.bachfestleipzig.de.<\/p> <p>Abbildung:<\/p> <p>JSBach_Zeugnis CBeck_1743_m.jpg<\/p> <p>Bildrechte \/ Bildunterschrift:<\/p> <p>J. S. Bach<\/p> <p>Zeugnis f\u00fcr Christian Beck, 18. April 1743<\/p> <p>Universit\u00e4tsarchiv Leipzig<\/p> <p>Rep. III\/II\/II H I 8, fol. 10r<\/p> <p>F\u00fcr weitere Informationen steht Ihnen die Pressestelle des Bach-Archivs unter der Nummer +49-(0)341-91 37.1 21 oder per E-Mail (pressestelle@bach-leipzig.de) zur Verf\u00fcgung.<\/p> <p>Mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p> <p>Jennifer Br\u00f6cher<\/p> <p>Jennifer Br\u00f6cher<\/p> <p>Pressereferentin<\/p> <p>Bach-Archiv Leipzig<br \/> Stiftung b\u00fcrgerlichen Rechts<br \/> Postfach 101349<br \/> 04013 Leipzig<\/p> <p>INTERIMSADRESSE<\/p> <p>W\u00fcnschmanns Hof<br \/> Dittrichring 18-20a<br \/> 04109 Leipzig<\/p> <p>Tel: +49-341-9137.121<\/p> <p>Fax: +49-341-9137.125<\/p> <p>broecher@bach-leipzig.de<\/p> <p>www.bach-leipzig.de<\/p> <p>____________________________<\/p> <p>Direktor: Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Wolff<\/p> <p>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer: Dr. Dettloff Schwerdtfeger<\/p> <p>Stiftungsregister Nr. 3\/97<\/p> <p>USt-IdNr.: DE 192542521<\/p> <p>Bachfest Leipzig: 11.6. bis 21.6.2009 &#8211; Der Kartenvorverkauf l\u00e4uft. Infos unter www.bachfestleipzig.de.<br \/> Bach-Museum auf Zeit: Thomaskirchhof 13\/14, t\u00e4glich von 11-18 Uhr ge\u00f6ffnet.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Bach-Handschriften aus den Jahren 1743, 1745 und 1748 wurden k\u00fcrzlich von Dr. Andreas Gl\u00f6ckner vom Bach-Archiv Leipzig bei Recherchen zur Musikpflege an der Universit\u00e4tskirche St. Pauli im Universit\u00e4tsarchiv entdeckt. Dabei handelt es sich um Zeugnisse, die Johann Sebastian Bach f\u00fcr drei seiner Pr\u00e4fekten eigenh\u00e4ndig ausgestellt hat. 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