{"id":82189,"date":"2013-07-26T09:27:58","date_gmt":"2013-07-26T09:27:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=82189"},"modified":"2013-07-29T14:45:56","modified_gmt":"2013-07-29T13:45:56","slug":"blick-hinter-die-kulissen-der-subkultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/blick-hinter-die-kulissen-der-subkultur-1082189\/","title":{"rendered":"Blick hinter die Kulissen der Subkultur"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"Art Spotting -das neue Projekt von Rainer Strzolka und Esther Mitterbauer\" alt=\"Art Spotting -das neue Projekt von Rainer Strzolka und Esther Mitterbauer\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/dc8bd8e4e1730984ecd262bcb1c640d9.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/dc8bd8e4e1730984ecd262bcb1c640d9.jpg\" \/>Art Spotting<\/p> <p>Die Galerie f\u00fcr Kulturkommunikation legt ab sofort die Kataloge des Art Spotting Projektes von Rainer Strzolka und Esther Mitterbauer im Buchhandel vor<br \/> Art Spotting &#8211; zum neuen Projekt von Rainer Strzolka und Esther Mitterbauer<\/p> <p>Art Spotting ist Trendsport. Jede sich bietende Gelegenheit wird genutzt, Kunst zu betrachten und zu kommentieren, wobei es egal ist, um welche Art Kunst es sich dabei handelt. Was z\u00e4hlt, ist nicht das Kunstwerk, sondern der Eventcharakter des Kunstwerkes. Man m\u00f6chte weniger die Kunst sehen, als bei ihrer Betrachtung gesehen werden.<\/p> <p><!--more-->Die Fotodokumentation von Rainer Strzolka und Esther Mitterbauer wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser Subkultur. Die Fotografien zeigen Seltsames: So, wie man eine M\u00fcnze in einen Spielautomaten wirft, und sich vom Ergebnis \u00fcberraschen l\u00e4sst, so schweift der Art Spotter zu zuf\u00e4llig aufgefundenen Kunstorten, steht mit einer Miene der Betroffenheit vor Werbeplakaten wie vor dem David des Leonardo Da Vinci, den er mit Michaelangelo verwechselt. Seine h\u00e4ufigste Redewendung ist jene von der Entr\u00fcckung durch die Kunst, der der moderne Mensch bedarf. Gerne wirft er S\u00e4tze wie &#8222;Ach, dieses Licht&#8220; in den Raum oder &#8222;Das Orchester spielt heute aber besonders seelenvoll.&#8220; Der Art Spotter ist eine Art Claudia Roth des Kunstgewerbes. Es gibt weniges, von dem er etwas versteht, aber er \u00e4u\u00dfert sich st\u00e4ndig und zu allem.<\/p> <p>W\u00e4hrend der Art Spotter seinen Caf\u00e9 latte mit abgewinkeltem kleinen Finger trinkt, ist er sich nicht zu schade, sein Gegen\u00fcber mit spitzfindigen Analysen zu bilden: &#8222;Auf semipermeablen Distanzen des Dabeiseins f\u00fchrt eine gegebene Kulturarbeit die Konvention aus und rhythmisiert dabei irgendeine performative Entfremdung, wobei die Neuanordnungen inklusiv sind und die Formensprachen damit pr\u00e4zise taktieren. Diese Typologie spezifiziert in vagen, sublimen oder transferablen Entelechien der Kunst und bezieht sich \u00fcberdies semipermeabel und kompatibel auf sich selbst&#8220; F\u00fcr solche Erleuchtungen nimmt der Erleuchter kein Geld, aber sie kosten sein Gegen\u00fcber Lebenszeit ohne Ende. Manchmal verbleibt dem Gegen\u00fcber nur die Notwehr und er schleicht sich still davon, w\u00e4hrend der Erleuchter mit geschlossenen Augen doziert.<\/p> <p>Der Art Spotter blickt durch.<\/p> <p>Anschlie\u00dfend eilt er mit gehetztem Blick &#8211; es gibt noch mehr Kunst zu betrachten &#8211; durch dunkle G\u00e4nge und schaut sich ehrfurchtsvoll schwarze Leinw\u00e4nde an, die er f\u00fcr bedeutsam h\u00e4lt, weil sie auf jeder Nachwuchsk\u00fcnstler-Vernisage zu sehen sind. Gelegentlich verwechselt er die Feuertreppe einer Hinterhofgalerie in Dudenbostel mit einem Kunstwerk und verweigert die Besteigung auch im Notfall. Seine K\u00f6rperhaltung ist stets angespannt, er sp\u00fcrt die Blicke anderer Art Spotter im R\u00fccken, wenn er sich auf einem Stuhl niederl\u00e4sst, der kein Stuhl ist, sondern nur so aussieht und tats\u00e4chlich ein hoch versichertes Kunstwerk ist. Leere R\u00e4ume mit in die Ecken gekn\u00fcllter Baumwolle liebt er, ebenso blau lackierte WC-T\u00fcren. &#8222;Kunst ist \u00fcberall&#8220; fl\u00fcstert der Art Spotter dann jedem zu, der ihm im Gang vor dem WC \u00fcber den Weg l\u00e4uft.<\/p> <p>Der Art Spotter steht in st\u00e4ndiger Konkurrenz mit anderen Art Spottern um die Deutungshoheit \u00fcber alle Kunst der Welt<\/p> <p>Gerne taucht der Art Spotter paarweise auf, vorzugsweise in der Gesellschaft einer schwarzen rollstuhlfahrenden lesbischen Sozialp\u00e4dagogin, die Kunstprojekte mit kriminellen Jugendlichen macht, indem sie Gem\u00fcse mit Sekundenkleber zusammen klebt und das ganze dann &#8222;Environment&#8220; nennt. Die Sozialp\u00e4dagogin ist von der heilenden Kraft dieses Kunstwerkes auf die armen Seelen krimineller Jugendlicher mit Migrationsvordergrund fest \u00fcberzeugt. Sie ist Anthroposophin und verehrt in stiller Heimlichkeit Lenin und w\u00e4hlt Gr\u00fcn.<\/p> <p>Der Gang des Art Spotters ist bisweilen eine Spur zu schnell. Der Eindruck l\u00e4sst sich nicht vermeiden, dass er aus der Kunst hinaus eilen m\u00f6chte, ohne dabei gesehen zu werden. Obwohl fotografieren in allen Ausstellungen verboten ist, knipst er st\u00e4ndig mit seinem Telefon. Er fotografiert einfach alles, er ist der perfekte Liveblogger und teilt seinen Kunstgenuss mit seinen Facebook-Freunden, von denen er tausende hat, die seine verwackelten Bilder ihrerseits f\u00fcr Kunst halten, weil der Art Spotter sie zur Kunst erkl\u00e4rt. In v\u00f6llig leeren Ausstellungsr\u00e4umen erkennt der Art Spotter seine besondere Expertise, immerhin ist er der erste, der die dort gezeigte v\u00f6llig revolution\u00e4re Kunstrichtung zu w\u00fcrdigen wei\u00df. Er ist innerlich leer und h\u00e4lt dies f\u00fcr ein an Zen geschultes Bewusstsein.<\/p> <p>Wenn sich der Art Spotter unverstanden f\u00fchlt, was st\u00e4ndig der Fall ist, kr\u00fcmmt er sich wie eine Schnecke und wirft gekr\u00e4nkte Blicke um sich. Setzt er zur Widerrede an, hat er das Pathos eines Operns\u00e4ngers aus Alfeld. Sind seine Gef\u00fchle auch echt, so wirken sie doch wie Theaterdonner.<\/p> <p>Gelegentlich kommt es vor, dass er sich in einer Galerie in einen Nebenraum verirrt, sich \u00fcber die Erhabenheit eines Kunstwerkes freut und daran, dass er ganz alleine es entdeckt habe. Er hat sich dann in den Heizungskeller verirrt, wo sich d\u00fcstere Rohre k\u00fcnstlerisch paaren. Aber er ist gl\u00fccklich.<\/p> <p>Drei neue Bildb\u00e4nde von Rainer Strzolka und Esther Mitterbauer dokumentieren Art Spotting:<\/p> <p>Art Spotting I. 114 Photographien. Hannover: Verlag f\u00fcr Ethnologie 2013. 100 Seiten. &#8211; ISBN 978-3-86421-954-2. &#8211; 25 Euro<\/p> <p>Art Spotting II. 103 Photographien. Hannover: Verlag f\u00fcr Ethnologie 2013. &#8211; 100 Seiten. &#8211; ISBN 978-3-86421-953-5. &#8211; 25 Euro<\/p> <p>Art Spotting &#8211; 472 Fotografien aus der Kunstszene. Berlin: epubli 2013. &#8211; 196 Seiten. &#8211; 19,80<\/p> <p>Bezug nur \u00fcber den Buchhandel und \u00fcber Amazon.<\/p> <p>Art Spotting (http:\/\/www.galerie-fuer-kulturkommunikation.com)<\/p> <p>Galerie f\u00fcr Kulturkommunikation Berlin und Hannover<\/p> <p>Kontakt:<br \/> Galerie f\u00fcr Kulturkommunikation<br \/> Rainer Strzolka<br \/> Meldaustr. 3<br \/> 30419 Hannover<br \/> 05117680214<br \/> info@galerie-fuer-kulturkommunikation.com<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.galerie-fuer-kulturkommunikation.com\" title=\"Die Arbeit der Galerie f\u00fcr Kulturkommunikation ist Nietzsche, Schopenhauer, Arno Schmidt, Panizza, Ludwig Marcuse, Johannes Strzolka, Cioran und anderen Inselbewohnern gewidmet. \" >http:\/\/www.galerie-fuer-kulturkommunikation.com<\/a><\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Art Spotting Die Galerie f\u00fcr Kulturkommunikation legt ab sofort die Kataloge des Art Spotting Projektes von Rainer Strzolka und Esther Mitterbauer im Buchhandel vor Art Spotting &#8211; zum neuen Projekt von Rainer Strzolka und Esther Mitterbauer Art Spotting ist Trendsport. Jede sich bietende Gelegenheit wird genutzt, Kunst zu betrachten und zu kommentieren, wobei es egal<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":197066,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[1734],"class_list":["post-82189","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kunst-kultur-literatur-theater","tag-default"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82189","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82189"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82189\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/197066"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82189"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82189"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82189"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}