{"id":84047,"date":"2013-08-07T13:03:14","date_gmt":"2013-08-07T12:03:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=84047"},"modified":"2013-08-07T13:03:14","modified_gmt":"2013-08-07T12:03:14","slug":"baby-nester-bei-kragenlemuren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/baby-nester-bei-kragenlemuren-1084047\/","title":{"rendered":"Baby-Nester bei Kragenlemuren"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-84316\" title=\"junger schwarz-wei\u00dfer Kragenlemur\" alt=\"junger schwarz-wei\u00dfer Kragenlemur\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/10a42a7b165d8bcb10551e0b77827bfb.jpg\" width=\"148\" height=\"116\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/10a42a7b165d8bcb10551e0b77827bfb.jpg\" \/>\u201eGruppen-Nester\u201c sichern das \u00dcberleben junger schwarz-wei\u00dfer Kragenlemuren<\/p> <p>Neue Studie: Eine gemeinschaftliche Baby-Krippe erleichtert Kragenlemuren-M\u00fcttern die Aufzucht ihres Nachwuchses<\/p> <p>Junge madagassische schwarz-wei\u00dfe Kragenlemuren \u00fcberleben eher, wenn sie in gemeinschaftlichen Krippen oder \u201eBaby-Nestern\u201c aufwachsen \u2013 die M\u00fctter k\u00f6nnen so die anstrengende Verantwortung f\u00fcr das F\u00fcttern und die Aufzucht des Nachwuchses teilen. Dies hat eine anthropologische Studie zur Aufzucht kleiner Lemuren von Andrea Baden und Kollegen von der Yale University ergeben. <!--more-->Die Studie, die im Springer-Journal Behavioral Ecology and Sociobiology ver\u00f6ffentlicht wird, beschreibt einen seltenen Fall, in dem Konditionsunterschiede, wie etwa das \u00dcberleben der Kleinen, zwischen kooperativen und nicht-kooperativen Lemuren beobachtet wurden.<\/p> <p>Baden und ihr Team beobachteten acht schwarz-wei\u00dfe Kragenlemuren-Weibchen (Varecia variegata) im Ranomafana National Park auf Madagaskar, die in den sechs aufeinanderfolgenden Beobachtungsjahren nur einmal einen gro\u00dfen Wurf hatten. Die Daten zu Nestverhalten, genetischer Verwandtschaft und \u00dcberleben des Nachwuchses ergaben einen positiven Zusammenhang zwischen Krippennutzung, von den M\u00fcttern aufgewendeter F\u00fctterungszeit und dem \u00dcberleben der Jungen.<\/p> <p>Die Kragenlemuren sind gro\u00dfe, gesellige Primaten mit langsamer Reproduktion, die soziale Gemeinschaften zur Verteidigung des Territoriums bilden. Sie sind die einzigen tagaktiven nicht-menschlichen Primaten, die als Nesthocker noch nicht voll entwickelt auf die Welt kommen. Die Jungen brauchen daher wie die menschliche Nachkommenschaft auch besondere F\u00fcrsorge und Ern\u00e4hrung. Sie k\u00f6nnen sich beispielsweise nicht sofort nach der Geburt an der Mutter festhalten, das Umhertragen in den Baumkronen entf\u00e4llt somit. F\u00fcr die Mutter ist dies besonders kraftraubend; in den ersten sechs Wochen muss sie sich ausschlie\u00dflich um ihre Kleinen k\u00fcmmern, sie hat weniger Zeit f\u00fcr Fressen und Futtersuche.<\/p> <p>Nur ein kleiner Prozentsatz der Lemurenweibchen zieht seine Jungen alleine auf. Die anderen entwickeln ein System gemeinschaftlicher \u201eGruppen-Nester\u201c: Sie k\u00fcmmern sich gemeinsam um Pflege und Babysitting, mehrere M\u00fctter b\u00fcndeln gewisserma\u00dfen die Kr\u00e4fte, um den Nachwuchs gemeinsam gro\u00dfzuziehen, bis er etwa zehn Wochen alt ist und sich alleine fortbewegen kann. Diese Aufzuchtmethode ist bei S\u00e4ugetieren und speziell bei Primaten \u00e4u\u00dferst ungew\u00f6hnlich. Abgesehen vom Menschen ist dies lediglich bei einigen nachtaktiven Primaten der Untergattung Strepsirrhini der Fall.<\/p> <p>Durch solche gemeinschaftliche Babykrippen konnten die Lemurenweibchen mehr Zeit abseits des Nests verbringen als die alleinerziehenden M\u00fctter. Auch die \u00dcberlebensrate der Kleinen war signifikant h\u00f6her je st\u00e4rker dieses Krippensystem genutzt wurde. Genetische Tests zeigten, dass diese Art der Zusammenarbeit unter verwandten Lemuren verbreitet, aber nicht ausschlie\u00dflich der Fall war. Dasselbe gilt f\u00fcr den Menschen wie auch f\u00fcr einige andere gemeinsam br\u00fctende V\u00f6gel und S\u00e4ugetiere.<\/p> <p>\u201eVerwandtschaft hat m\u00f6glicherweise zur Entwicklung der gemeinsamen Jungenaufzucht bei den Primaten beigetragen. Doch ob verwandt oder nicht: Es ist ganz klar, dass Vorteile f\u00fcr beide Seiten die Nachteile der erbrachten Hilfe definitiv \u00fcberwogen haben\u201c, sagt Baden, die \u00fcberzeugt ist, dass die Studie viel zum Verst\u00e4ndnis dieses Ph\u00e4nomens beitr\u00e4gt. \u201eUnsere Forschungsergebnisse liefern weitere Beweise daf\u00fcr, dass Verwandtschaft allein die umfangreiche Kooperation vieler Tierarten nicht erkl\u00e4ren kann.\u201c<\/p> <p>Quelle:<br \/> Baden A.L., Wright, P.C., Louis E.L., Bradley B.J. (2013). Communal nesting, kinship, and maternal success in a social primate, Behavioral Ecology and Sociobiology. DOI 10.1007\/s00265-013-1601-y<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel sowie Fotos stehen Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<\/p> <p>Kontakt: Renate Bayaz | <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a> | Tel. +49 6221 487-8531 | renate.bayaz@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGruppen-Nester\u201c sichern das \u00dcberleben junger schwarz-wei\u00dfer Kragenlemuren Neue Studie: Eine gemeinschaftliche Baby-Krippe erleichtert Kragenlemuren-M\u00fcttern die Aufzucht ihres Nachwuchses Junge madagassische schwarz-wei\u00dfe Kragenlemuren \u00fcberleben eher, wenn sie in gemeinschaftlichen Krippen oder \u201eBaby-Nestern\u201c aufwachsen \u2013 die M\u00fctter k\u00f6nnen so die anstrengende Verantwortung f\u00fcr das F\u00fcttern und die Aufzucht des Nachwuchses teilen. 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