{"id":87040,"date":"2013-08-22T15:32:05","date_gmt":"2013-08-22T14:32:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=87040"},"modified":"2013-08-22T15:32:37","modified_gmt":"2013-08-22T14:32:37","slug":"erhoehte-arbeitsbelastung-durch-reduzierung-der-arbeitszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/erhoehte-arbeitsbelastung-durch-reduzierung-der-arbeitszeit-1087040\/","title":{"rendered":"Erh\u00f6hte Arbeitsbelastung durch Reduzierung der Arbeitszeit?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-87267\" title=\"Springer-Fachzeitschrift Journal of Happiness Studies\" alt=\"Springer-Fachzeitschrift Journal of Happiness Studies\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/5f1d7d3b18aac6a56627f4da2139d4ce.jpg\" width=\"105\" height=\"155\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/5f1d7d3b18aac6a56627f4da2139d4ce.jpg\" \/>K\u00fcrzere Arbeitszeiten machen Arbeitnehmer nicht zwangsl\u00e4ufig gl\u00fccklicher<\/p> <p>Neue Studie zeigt, dass eine Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit nicht unbedingt die Arbeits- und Lebenszufriedenheit verbessert<\/p> <p>Eine Reduzierung der Arbeitszeit f\u00fchrt nicht unbedingt zu gr\u00f6\u00dferer Zufriedenheit unter Arbeitnehmern; m\u00f6glicherweise steigt lediglich die Arbeitsbelastung. Dies ergab eine Studie von Robert Rudolf von der Korea University in Seoul, die sich mit den Auswirkungen der vor wenigen Jahren eingef\u00fchrten F\u00fcnf-Tage-Woche in S\u00fcdkorea befasst. <!--more-->Die Arbeit erscheint in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Journal of Happiness Studies. Sie untersucht die individuelle und famili\u00e4re Zufriedenheit verheirateter und zusammenlebender Paare mit Kindern. Sie bewertet auch, wie sich die Arbeitszeit auf die Work-Life-Balance und somit auf die Gesamtzufriedenheit der Menschen auswirkt.<\/p> <p>Im Jahr 2004 begann S\u00fcdkorea mit arbeitspolitischen Reformma\u00dfnahmen: Der Samstag entfiel als offizieller Arbeitstag, die Wochenarbeitszeit sank von 44 auf 40 Stunden. Ziel war die Erh\u00f6hung des Lebensstandards, die F\u00f6rderung der schwachen Freizeitindustrie des Landes und die Reduzierung von negativen Auswirkungen \u00fcberm\u00e4\u00dfig langer Arbeitszeiten, darunter niedrige Produktivit\u00e4t und die hohe Zahl von Arbeitsunf\u00e4llen.<\/p> <p>Die erst vor wenigen Jahren eingef\u00fchrte F\u00fcnf-Tage-Woche in S\u00fcdkorea bietet ideale Voraussetzungen, um neutral zu untersuchen, inwieweit die Arbeitszeit das subjektive Wohlergehen von Arbeitnehmern beeinflusst. Rudolfs Studie ist insofern einzigartig als sie untersucht, wie und ob sich eine politisch verordnete Arbeitszeitreduzierung im pers\u00f6nlichen Wohlbefinden von Einzelpersonen und Familien niederschl\u00e4gt. Seine Analyse basiert auf einer detaillierten, national repr\u00e4sentativen Langzeitstudie (Korean Labor and Income Panel Study) st\u00e4dtischer koreanischer Haushalte, die zwischen 1998 und 2008 durchgef\u00fchrt wurde.<\/p> <p>Rudolf stellte fest, dass berufst\u00e4tige Ehefrauen und M\u00fctter die Reformma\u00dfnahmen generell positiver bewerteten als M\u00e4nner. In der traditionellen koreanischen Gesellschaft leiden Frauen st\u00e4rker unter den Rollenkonflikten zwischen Beruf und Familie; \u00dcberstunden sind f\u00fcr sie eine gr\u00f6\u00dfere Belastung. Vollzeitberufst\u00e4tige \u2013 vor allem Frauen \u2013 waren zwar im Allgemeinen froh \u00fcber die im Schnitt vierst\u00fcndige Reduzierung der Arbeitszeit. Deutliche Auswirkungen auf die Gesamtzufriedenheit im Alltag hatte diese allerdings nicht, da der positive Effekt von weniger Arbeitsstunden oft durch gr\u00f6\u00dfere Arbeitsanforderungen der Arbeitgeber zunichte gemacht wurde. Einige Firmen reduzierten auch die Urlaubstage.<\/p> <p>Aus Rudolfs Ergebnissen lassen sich zwei m\u00f6gliche Schlussfolgerungen ziehen: Entweder ist die g\u00e4ngige Vermutung, dass l\u00e4ngere Arbeitszeiten die pers\u00f6nliche Zufriedenheit von Arbeitnehmern beeintr\u00e4chtigen, falsch oder man muss zu dem Schluss kommen, dass die erh\u00f6hte Arbeitsbelastung durch eine verk\u00fcrzte Arbeitszeit alle positiven Effekte einer solchen Ma\u00dfnahme zunichtemacht. \u201eWenn Letzteres stimmt, w\u00e4re es naiv zu glauben, dass allein die Reduzierung der Arbeitszeit das Wohlbefinden der Arbeitnehmer steigern kann\u201c, so Rudolf.<\/p> <p>Quelle: Rudolf, R. (2013) Work Shorter, Be Happier? Longitudinal Evidence from the Korean Five-Day Working Policy, Journal of Happiness Studies. DOI 10.1007\/s10902-013-9468-1<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel.: +49-6221-487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzere Arbeitszeiten machen Arbeitnehmer nicht zwangsl\u00e4ufig gl\u00fccklicher Neue Studie zeigt, dass eine Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit nicht unbedingt die Arbeits- und Lebenszufriedenheit verbessert Eine Reduzierung der Arbeitszeit f\u00fchrt nicht unbedingt zu gr\u00f6\u00dferer Zufriedenheit unter Arbeitnehmern; m\u00f6glicherweise steigt lediglich die Arbeitsbelastung. 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