{"id":889,"date":"2009-03-15T09:09:51","date_gmt":"2009-03-15T08:09:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/neue-perspektive-in-der-cellulite-behandlung-10889\/"},"modified":"2010-07-26T14:21:05","modified_gmt":"2010-07-26T13:21:05","slug":"neue-perspektive-in-der-cellulite-behandlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/neue-perspektive-in-der-cellulite-behandlung-10889\/","title":{"rendered":"Neue Perspektive in der Cellulite-Behandlung"},"content":{"rendered":"<p>Der pflanzliche Wirkstoff Glycyrrhetins\u00e4ure hemmt die Cortisolbiosynthese im cutanen Fettgewebe<\/p> <p>Apotheker<br \/> Jens Bielenberg<br \/> Raphael-Apotheke<br \/> 25364 Westerhorn<\/p> <p>Das Fettgewebe dient nicht nur der Thermoregulation, als Energiereservoir und als mechanischer Puffer, sondern ist auch ein endokrines Organ, das Cortisol produziert, das einen wichtigen Impuls f\u00fcr die Adipozytendifferenzierung liefert. Erh\u00f6hte kutane Cortisolkonzentrationen k\u00f6nnen sich im Erscheinungsbild der Cellulite \u00e4u\u00dfern, da  das Fettgewebe der Subcutis die K\u00f6rperfl\u00e4che modelliert. Der folgende Artikel zeigt eine neue Behandlungsstrategie zur Behandlung der Cellulite auf, indem die kutane Cortisolbiosynthese durch den pflanzlichen Wirkstoff Glycyrrhetins\u00e4ure gehemmt wird. <!--more--><\/p> <p>Die Adipozytendifferenzierung ist ein komplexer Vorgang, der mit der Geburt beginnt und das ganze Leben anh\u00e4lt. Die Adipozytendifferenzierung oder Adipogenese ist ein hochkontrollierter Prozess und wird seit mehr als 25 Jahren intensiv erforscht(6). In Vitro- Pr\u00e4adipozytenkultursysteme, die die meisten kritischen Aspekte der Fettzellbiosynthese in-Vivo- wiederspiegeln k\u00f6nnen, haben einen Einblick erm\u00f6glicht, in alle molekularen Prozesse, die die Adipoztendifferenzierung beeinflussen. Die adipogenetischen Transkriptionsfaktoren Peroxisom -Prolferator-Aktivierungsfaktor \u03b3 und CCAAT\/Enhancer-Bindungsprotein \u03b1 spielen eine Schl\u00fcsselrolle in der komplexen transkriptionellen Kaskade, die in die Adipogenese involviert ist(6).  Die Adipozytenpr\u00e4kursoren erhalten auch durch hormonelle und nutritive Faktoren Signale f\u00fcr  ihre letzliche Differenzierung. Auch die Zell-Zell-Kommunikation ist in die Adipozytendifferenzierung involviert. Das Gleichgewicht zwischen De-novo-Differenzierung, Wachstum und Apoptose der Adipozyten bestimmt das gesamte K\u00f6rperfett. Einen wesentlichen Impuls f\u00fcr das Gr\u00f6\u00dfenwachstum der Fettzellen ist das Hormon Cortisol. Insulin, IGF-1(Insulinlike growth factor), Glucocorticoide  und Wirkstoffe, die den intacellul\u00e4ren cAMP-Spiegel erh\u00f6hen, gelten als Effektoren der Adipozytendifferenzierung. Cytokine, Wachstumsfaktoren, die zur TGF-\u00df-Familie geh\u00f6ren und die Proteinkinase C sind Hemmstoffe (6). Mit einem neuen Wirkstoff aus der S\u00fc\u00dfholzwurzel, der Glycyrrhetins\u00e4ure gelang es k\u00fcrzlich einem Forscherteam aus Padua, Italien, die kutane  Cortisolbiosynthese und das Adipozytenwachstum   zu beeinflussen.<\/p> <p>Cellulite-ein kosmetisches Problem<br \/> Vier von f\u00fcnf Frauen k\u00e4mpfen mit dem Orangenhautproblem. Verantwortlich f\u00fcr die Entstehung der Cellulite ist die besondere Struktur des weiblichen Bindegewebes, das -anders als bei M\u00e4nnern -in lockeren Str\u00e4ngen angeordnet ist. Die Lederhaut geht ohne scharfe Grenze in die Subkutis, ein lockeres lamell\u00e4r gebautes Bindegewebe, \u00fcber, in das mehr oder weniger reichlich Fettgewebe (Panniculus adiposus) in Form von L\u00e4ppchen eingelagert ist. Das subkutane Fettgewebe dient vor allem dem K\u00e4lteschutz und stellt au\u00dferdem einen Energiespeicher dar.<br \/> Die Cellulite zeigt eine typisch weibliche Verteilung.<br \/> Beim Abtasten der Haut sind f\u00fcnf Merkmale erkennbar:<br \/> 1.\tZunahme des Hautvolumens<br \/> 2.\tKnoten der Haut<br \/> 3.\tVerminderung der Mobilit\u00e4t der Haut im tiefen Bereich<br \/> 4.\terh\u00f6hte Sensibilit\u00e4t<br \/> 5.\tOrangenhautph\u00e4nomen beim Zusammendr\u00fccken<br \/> Bei der Cellulite mu\u00df kein \u00dcbergewicht bestehen. Im Bereich der Cellulite kommen oft Teleangiektasien vor.<br \/> Als subjektive Symptome k\u00f6nnen Spannungsgef\u00fchl, Schmerzen assoziiert mit einem Lip\u00f6dem auftreten (Symmetrisches Anschwellen der Ober-und Unterschenkel unter Aussparen der F\u00fc\u00dfe-Reithosensyndrom- durch Fettgewebszunahme).<br \/> Abb. 1 S\u00fc\u00dfholzwurzel<br \/> Durch Auflockerung des Bindegewebes, durch \u00d6strogene, Gewichtszunahme und Wassereinlagerung  oder einfach durch Veranlagung wird das Unterhautfettgewebe nach oben gepresst und an der Oberhaut als Cellulite sichtbar. Weibliche Fettzellen k\u00f6nnen sich bis auf das Zehnfache aufbl\u00e4hen. Vergr\u00f6\u00dferte Fettzellen k\u00f6nnen die Durchblutung und den Lymphfluss behindern. Ergebnis: Es bildet sich Orangenhaut.   Bei der Cellulite handelt es sich um Dellenbildung der Haut, die fast nur bei Frauen vorkommt, die eine andere Bindegewebsstruktur haben als M\u00e4nner. Um den weiblichen K\u00f6rper auf eine Schwangerschaft vorzubereiten, mu\u00df das Bindegewebe elastischer, die Haut d\u00fcnner und die einzelnen Fettzellen (Adipozyten) gr\u00f6\u00dfer sein. Cellulite ist ein komplexes Problem, in das das Lymphsystem, die extrazellul\u00e4re Matrix und eine exzessive Fettakkumalation involviert ist. Es ist ein nicht pathologischer Prozess, der eine subkutane Einlagerung von Fett vermittelt, um eine gr\u00f6\u00dfere Energie-Bioverf\u00fcgbarkeit in Schwangerschaft und Laktation (4) zu erm\u00f6glichen.  Einen wesentlichen Impuls f\u00fcr das Gr\u00f6\u00dfenwachstum subkutaner Fettzellen liefert das Hormon Cortisol. Zahlreiche Studien haben die bedeutende Rolle  von Glucocoorticoiden f\u00fcr die Adipozytendifferenzierung belegt(13,14,15). Mit einem neuen Wirkstoff aus der S\u00fc\u00dfholzwurzel, der Glycyrrhetins\u00e4ure gelang es k\u00fcrzlich, die kutane  Cortisolbiosynthese und das Adipozytenwachstum   zu beeinflussen.<\/p> <p>Seitdem bekannt ist, dass das cutane Fettgewebe nicht nur W\u00e4rme-und Energiespeicher ist, sondern auch endokrines Organ, das durch die Cortisolbiosynthese seinerseits die Beschaffenheit der Fettzellen hinsichtlich Gr\u00f6\u00dfe und Anzahl beeinflusst, lag es nahe, durch die Interaktion mit dem Cortisolstoffwechsel im cutanen Fettgewebe die Adipozytenreifung- und Bildung zu hemmen.  Eine Versuchsreihe, die am Institut f\u00fcr Endokrinologie in Padua, Italien, durchgef\u00fchrt wurde, zeigte, da\u00df Glycyrrhetins\u00e4ure, ein Wirkstoff aus der S\u00fc\u00dfholzwurzel, die Cortisolbiosynthese im Fettgewebe  hemmen und dadurch die Neubildung und Gr\u00f6\u00dfenbildung von Fettzellen beeinflussen kann.<\/p> <p>Das Fettgewebe als endokrines Organ<\/p> <p>Die Subcutis (Hypoderm, Tela subcutanea) stellt neben Epidermis und Dermis das dritte Kompartiment des Hautorgans dar. Die zwischen Kutis und K\u00f6rperfazie gelegene Subkutis  besteht weitgehend aus einer bis mehrere Zentimeter dicken Schicht von Fettgewebe und modelliert damit die K\u00f6rperoberfl\u00e4che. Die Dicke der Subcutis ist unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren abh\u00e4ngig. Ihr Gesamtgewicht betr\u00e4gt normalerweise zwischen 20-25 kg!!! Sie enth\u00e4lt die H\u00e4lfte bis 2\/3 der Gesamtfettmasse des Organismus. Fettgewebe kommt im K\u00f6rper um fast alle Organe herum vor. Es ist aber vor allem in der Subcutis vorhanden, wo es ein Fettpolster bildet. Die Verteilung der Fettpolster ist beim Mann und der Frau verschieden.<br \/> \u2022\tBeim Mann dominiert es in der oberen K\u00f6rperh\u00e4lfte, vor allem am Bauch<br \/> \u2022\tBei der Frau ist es vor allem im unteren Bereich des K\u00f6rpers unterhalb des Nabels an Becken, Ges\u00e4\u00df und Oberschenkeln lokalisiert<\/p> <p>11-\u00df-Hydroxysteroid Dehydrogenase (11\u00df-HSD)<\/p> <p>11-\u00df-HSD geh\u00f6ren zur Gruppe der Short-Chain-Dehydrogenasen. Das Enzym besitzt zwei Isoformen. Typ I ist bidirektional, d.h. es besitzt Dehydrogenase-(Cortisol ins Cortison) und Reduktase-Aktivit\u00e4t (Cortison ins Cortisol) .\u00dcberwiegend fungiert das Enzym jedoch als Reduktase, um aktive Glukokortikoide zu generieren, z.B. aktives Cortisol aus Cortison(5).  Bisher ist nicht klar, welche Faktoren die Reaktionsrichtung des Enzyms bestimmen. Das Enzym wird in hohen Konzentrationen im Fettgewebe exprimiert, kommt aber auch in Gonaden, Knochen, Auge und Gehirn, besonders im Hippocampus  vor..<br \/> Die Expression der 11\u00dfHSD1 wird reguliert durch Wachstumsfaktoren, Cytokinen und pharmakologischen Wirkstoffen. Cytokine, inklusiv des Interleukin 1\u00df und TNF\u03b1 sind potente Induktoren der Enzym-Aktivit\u00e4t und Expression<br \/> Bekanntlich kann Glucokorticoid-Exzess (Cushing-Syndrome) viszerale Fettleibigkeit, Dyslipid\u00e4mien, Insulin-Resistenz und Bluthochdruck verursachen. Das Cushing -Syndrom ist allerdings selten und bei \u00fcbergewichtigen Patienten ist meist der zirculierende Glucokortikoid-Spiegel nur leicht erh\u00f6ht(7). Auf zellul\u00e4rer Ebene k\u00f6nnen Glucocorticoide im menschlichen Fettgewebe k\u00f6nnen aus inaktiven Cortison  durch Oxo-reduktase -Aktivit\u00e4t  der 11-\u00dfHSD Typ 1  generiert werden(8). Transgene M\u00e4use mit einer \u00dcberproduktion der 11\u00dfHSD 1 entwickeln eine viscerale Fettleibigkeit, Insulin-Resistenz, Fettstoffwechselst\u00f6rungen und Bluthochdruck (9).  In Pr\u00e4adipozyten sind Glucokortikoide essentiell f\u00fcr die Adipogenese und hemmen die Zellproliferation(10). Ausgereifte Adipozyten expremieren sp\u00e4te Differenzierungs-Gene, die in den Lipidmetabolismus und den Lipidtransport involviert sind, wie die Glycyerol-3 phosphat-Dehydrogenase und das Fetts\u00e4ure-Bindungsprotein. Viele dieser Gene werden durch Glucocorticoide gesteuert(11). Die nicht selektive Hemmung der 11\u00dfHSD1  kann in vitro die Adipozytendifferenzierung hemmen (12).<\/p> <p>Glycyrrhetins\u00e4ure und Fettgewebe<br \/> Auf einem Treffen der Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie vom 20.-23. Juni, 2001, in Denver, Colorado, pr\u00e4sentierte eine Arbeitsgruppe um den Endokrinologen Prof. Armanini, Universit\u00e4t Padua, eine Studie,  die belegt, da\u00df bereits kleine Mengen  Lakritz bzw. deren Hauptinhaltsstoffe, die Glycyrrhetins\u00e4ure die K\u00f6rperfettmasse von \u00dcbergewichtigen signifikant reduzieren kann.  Prof. Armanini sieht eine M\u00f6glichkeit, in Zukunft kleine Lakritzmengen in Verbindung mit einer salzarmen Di\u00e4t oder Diuretika in die Therapie von \u00dcbergewichtigen einzuf\u00fchren. Fettgewebe ist ein endokrines Organ, das Cortisol synthetisiert. Da die Nebenwirkungen bei oraler Gabe von Glycyrrhetins\u00e4ure aufgrund der Interaktion mit 11\u00df-HSD2 in der Niere und dem daraus resultierenden Pseudohyperaldosteronismus  eine st\u00e4ndige \u00dcberwachung des Patienten notwendig macht, wurde die Idee geboren, durch kutane Anwendung \u00fcber eine Creme, hohe Wirkstoffkonzentrationen direkt in das cutane Fettgewebe einzubringen(1). Anhand von Penetrationsstudien war der Nachweis bereits gelungen, dass Glycyrrhizins\u00e4ure nach topischer Applikation in die Haut penetriert und in lebenden Hautschichten nachweisbar ist. Eine perkutane Absorption des unver\u00e4nderten Wirkstoffs in die Rezeptorphase konnte nicht nachgewiesen werden, was aus der Sicht potentieller Nebenwirkungen von Bedeutung ist(3).<\/p> <p>Ultraschall-Analyse des Oberschenkel-Fettgewebes: deutlich sichtbar sind wei verschiedene Schichten, die durch eine Membran abgegrenzt sind: die oberfl\u00e4chliche (SL) und tiefe Fettschicht (DL) (Quelle:1.)<\/p> <p>Die Studie<\/p> <p>Die Arbeitsgruppe aus Padua untersuchte 20 gesunde Frauen im Alter zwischen 20 -33 Jahren mit normalem Body-Mass-Index(BMI), denen eine Creme auf die Oberschenkel appliziert wurde. 10 Probanden erhielten eine Cremegrundlage mit 2,5 % Glycyrrhetins\u00e4ure*, 10 Probandinnen erhielten lediglich die Cremegrundlage appliziert. Nach einem Monat wurde die Dicke des subcutanen Fettgewebes der behandelten Oberschenkel mithilfe von Ultraschall gemessen. Das Ergebnis war, dass es zu einer deutlichen Reduktion des cutanen Fettgewebes bei der Wirkstoffgruppe gegen\u00fcber der Placebogruppe kam. ( Minus Adip\u00ae-. Fa Newfields).<br \/> Weitere untersuchte Parameter waren BMI, Blutdruck, Plasma-Renin-Aktivit\u00e4t, Aldo-steron, Serum-Kalium. Die Ultraschall -Analyse erfolgte mit Esaote AU 3, 7,5 oder 10 MHz(2).<\/p> <p>Die Abnahme der Dicke der oberfl\u00e4chlichen kutanen Fettschicht der Oberschenkel in mm<br \/> mit Minus Adip Creme in Vergleich zu Placebo:<\/p> <p>(Quelle:1.)<\/p> <p>Abnahme des Umfanges des Oberschenkels in cm mit Minus Adip Creme im Vergleich zu Placebo:<br \/> (Quelle:1.)<br \/> Der Wirkstoff:<\/p> <p>Hauptinhaltsstoffe der S\u00fc\u00dfholzwurzel sind Triterpensaponine mit \u00df-Amyrin-Typ, Glabrin und Glycyrrhizin sowie die Liquorins\u00e4ure Isoflavonoide und Flavonoide, von denen Liquiritin das bedeutendste ist. Von pharmakologischem Interesse ist das Glycyrrhizin, das Calcium- und Kaliumsalz der Glycyrrhizins\u00e4ure, das mit einer 50fach st\u00e4rkeren S\u00fc\u00dfkraft als Rohrzucker zugleich das s\u00fc\u00df schmeckende Prinzip und damit wertbestimmender Bestandteil von Lakritze ist. Der Glycyrrhizingehalt in Succus Liquiritiae schwankt nach Herstellungsverfahren zwischen 10 und 25 Prozent. Das Glycyrrhizin (GL) und dessen Aglykon, die Glycyrrhetins\u00e4ure, sind  verantwortlich f\u00fcr zahlreiche interessante pharmakologische Wirkungen. Bei der topischen Anwendung von S\u00fc\u00dfholzwurzel-Extrakten spielt die Glycyrrhizins\u00e4ure, sowie ihr Aglykon eine wichtige Rolle. Die entz\u00fcndungshemmenden Wirkungen der Glycyrrhizins\u00e4ure beruhen auf einer Inhibierung verschiedener Mediatorsysteme der entz\u00fcndlichen Reaktion. Bei Ratten konnte eine Hemmung der Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen beobachtet werden. Ferner konnte an Rattenzellen eine Hemmung der Leukotrien B4 und Prostaglandin E2  beobachtet werden. Glycyrrhetins\u00e4ure interagiert mit Short-Chain-Dehydrogenase und Reduktasen, die in den Prostaglandinabbau invoviert sind, 15 -Hhydroxy- Prostaglandin -Dehydrogenase und die 13 Prostaglandin Reduktase(16).<br \/> In j\u00fcngster Zeit finden Glycyrrhetin-s\u00e4urehaltige Salbenzubereitungen Anwendung zur Therapie der Neurodermitis. In der Kosmetik werden S\u00fc\u00dfholzwurzel-Pr\u00e4parate zur Vermeidung von Hautentz\u00fcndungen und zur Vorbeugung von Hautirritationen verwendet. In Asien sind glycyrrhetins\u00e4urehaltige Cremes sehr popul\u00e4r als gut vertr\u00e4gliche kutane Bleichmittel.<\/p> <p>Fazit:<\/p> <p>Prof. Armanini konnte in seiner Studie den Nachweis liefern, da\u00df durch die Gabe bereits kleiner Mengen des S\u00fc\u00dfholz-bzw. Lakritz-Inhaltsstoffes Glycyrrhetins\u00e4ure* als Creme kutane Fettdepots abgebaut werden, indem die Cortisolbiosynthese lokal gedrosselt wird und die Adipozytenbildung -und Gr\u00f6\u00dfenreifung gehemmt wird. Dadurch kann sich das Gleichgewicht zwischen der De-Novo-Biosynthese von cutanen Fettzellen und dem nat\u00fcrlichen Abbau der Fettzellen neue einstellen mit dem Resultat die cutane Fettschicht zu reduzieren und Cellulite erfolgreich zu behandeln.<br \/> (*In Deutschland als Minus Adip\u00ae im Handel).<br \/> Literatur:<\/p> <p>1\tArmanini,  D; DePalo,CB; Mattarello,MJ; Spinella,P ; et al.<br \/> Effect of Licorice on the reduction of body fat mass in healthy subjects<br \/> J Endocrinol Invest 2003,26(7):646-50<br \/> 2 Armanini, D; Nacamulli, D; Francini-Pesenti,F; Battagin,G; Ragazzi,E; Fiore ,C.<br \/> Glycyrrhetenic acid, the active principle of licorice, can reduce the thickness of cutaneous thigh fat through topical application.<br \/> Steoids 2005, 70(8):538-42<br \/> 3   Frauen, M.<br \/> Analytik kosmetisch wirksamer Pflanzenextrakte mit der Fl\u00fcssigchromatographie-Massenspektrometrie-<br \/> Dissertation Hamburg 2001<br \/> 4  Rawlings AV.<br \/> Cellulite and its treatment<br \/> Int J Cosmet Sci 2006 , 28(3) :175-90<br \/> 5 Jamieson PM,Walker BR, Chapmen KE, Andrew R, Rossiter S, Seckl JR.<br \/> 11-\u00df-Hydroxysteroiddehydrogenase type 1 is a predominant  11-\u00df-Reduktase  in the intact perfused rat liver.<br \/> J Endocrinol 2000,165(3):685-693<br \/> 6 Gregoire F.<br \/> Adipocyte differentiation: From Fibroblast to endocrine Celle<br \/> Minreview Society of Experimental Biology and Medicine<br \/> Metabolex, Hayward , California 2001<br \/> 7 Fraser R, Ingram MC, Andersen NH, Morrison C, davies E, Connell JM.<br \/> Corisoleffects on body mass, blood pressure and cholesterol  in the general population.<br \/> Hypertension 199, 33:1354-68.<br \/> 8 Bujilska IJ, Kumar S, Stewart PM.<br \/> Does central obesity reflect cushing syndrome in Omentum?<br \/> Lancet ,1997, 349:1210-13.<br \/> 9 Masuzaki H, Paterson J, Shinyama H, Morton NM,Mullins JJ, Seckl JR, Flier JS.<br \/> A transgenic model of visceral obesity and the metabolic syndrome.<br \/> Science 2001, 294:2166-70.<br \/> 10 Hauner H, Entenmann G, Wabitsch M, Gaillard D, Ailhaud G, Negrel R &amp; Pfeiffer EF<br \/> Promoting effect of glucocorticoids on the differentiation of human adipocyte precursor cells cultured in a chemically defined medium.<br \/> Journal of Clinical Investigation 1989, 84 :1663-1670.<br \/> 11 Rosen ED, Mac Dougald OA.<br \/> Nature Reviews .Molecular Cellbiology<br \/> 2006 ,7:885-996.<br \/> 12 Bujalska IJ, Kumar S, Hewison M &amp; Stewart PM<br \/> Differentiation of adipose stromal cells: the roles of glucocorticoids and 11\u03b2-hydroxysteroid dehydrogenase.<br \/> Endocrinology 1999,140: 3188-3196.<br \/> 13 Gregoire F, Genart C, Hauser N &amp; Remacle C<br \/> Glucocorticoids induce a drastic inhibition of proliferation and stimulate differentiation of adult rat fat cell precursors. Experimental Cell Research 2992, 196: 270-278.<br \/> 14 Wolf G<br \/> The molecular mechanism of the stimulation of adipocyte differentiation by a glucocorticoid.<br \/> Nutrition Reviews 1999, 57 :324-326.<br \/> 15 Bujalska IJ, Walker EA, Tomlinson JW, Hewison M &amp; Stewart PM.<br \/> 11\u03b2-hydroxysteroid dehydrogenase type 1 in differentiating omental human preadipocytes: from de-activation to generation of cortisol. Endocrine Research2002, 28 :449-461.<br \/> 16 Olukoga T.<br \/> Licorice and its health implications.<br \/> J R Soc Health 2000, 120(2):83-9.<\/p> <p>2002a A switch in dehydrogenase to reductase activity of 11\u03b2-hydroxysteroid dehydrogenase type 1 upon differentiation of human omental adipose stromal cells. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 87 1205-1210<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der pflanzliche Wirkstoff Glycyrrhetins\u00e4ure hemmt die Cortisolbiosynthese im cutanen Fettgewebe Apotheker Jens Bielenberg Raphael-Apotheke 25364 Westerhorn Das Fettgewebe dient nicht nur der Thermoregulation, als Energiereservoir und als mechanischer Puffer, sondern ist auch ein endokrines Organ, das Cortisol produziert, das einen wichtigen Impuls f\u00fcr die Adipozytendifferenzierung liefert. 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