{"id":90346,"date":"2013-09-04T17:33:00","date_gmt":"2013-09-04T16:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=90346"},"modified":"2013-09-04T17:33:00","modified_gmt":"2013-09-04T16:33:00","slug":"verschaerfung-der-luftverschmutzung-als-folge-des-klimawandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/verschaerfung-der-luftverschmutzung-als-folge-des-klimawandels-1090346\/","title":{"rendered":"Versch\u00e4rfung der Luftverschmutzung als Folge des Klimawandels"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-90469\" title=\"Springer-Fachzeitschrift Climatic Change\" alt=\"Springer-Fachzeitschrift Climatic Change\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/1b343b2c126f6e4334b0dce85e5e78e3.jpg\" width=\"115\" height=\"172\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/2d307661bedbd6db6c14840d6f376708.jpg\" \/>Der Klimawandel f\u00fchrt zu noch mehr Luftverschmutzung und wird im 21. Jahrhundert wahrscheinlich mehr Menschenleben fordern<\/p> <p>Forderung nach strengerem Immissionsschutz zur Entsch\u00e4rfung der Luftverschmutzung und damit einhergehender Gesundheitsrisiken sowie vorzeitiger Todesf\u00e4lle<\/p> <p>Es ist davon auszugehen, dass der Klimawandel in diesem Jahrhundert zu einer Verst\u00e4rkung der Luftverschmutzung f\u00fchrt. Die erh\u00f6hte Belastung k\u00f6nnte j\u00e4hrlich weltweit zus\u00e4tzlich mehr als 100.000 Erwachsenen das Leben kosten. <!--more-->Angesichts der Forschungsergebnisse einer Modellstudie, die online in der Springer-Fachzeitschriftim Climatic Change erscheint, dr\u00e4ngt Dr. Yuanyuan Fang (zuvor an der Princeton University und jetzt am Carnegie Institute for Science in Stanford) angesichts des zuk\u00fcnftigen Klimawandels auf strengeren Immissionsschutz, um eine Versch\u00e4rfung der Luftverschmutzung und die damit zusammenh\u00e4ngenden Gesundheitsprobleme zu vermeiden, insbesondere in den bev\u00f6lkerungsreichen Regionen der Welt.<\/p> <p>Dr. Fang und ihre Kollegen f\u00fchrten verschiedene Simulationen auf Basis der aktuellen und zuk\u00fcnftigen Situation durch. Dabei verwendeten sie das Geophysical Fluid Dynamics Laboratory Atmospheric Model Version 3 (AM3), eines der ersten vollst\u00e4ndig gekoppelten Chemie-Klimamodelle, das die Atmosph\u00e4rendynamik sowie die chemischen und physikalischen Einfl\u00fcsse ber\u00fccksichtigt. Eine fr\u00fchere Version dieses Modells z\u00e4hlte nach Angaben des Intergovernmental Panel on Climate Change Fourth Assessment Report (IPCC AR4) zu den besten Simulationsmodellen. Das Forschungsteam untersuchte den Einfluss des Klimawandels auf die Qualit\u00e4t der Oberfl\u00e4chenluft und die zu erwartenden Einfl\u00fcsse auf die weltweiten Gesundheitsstatistiken. Dabei gingen die Wissenschaftler von einem moderaten Klimawandel-Szenario in \u00dcbereinstimmung mit den Ergebnissen des aktuellen IPCC-AR4-Berichts aus. Sie setzten den Anstieg der globalen Oberfl\u00e4chentemperatur mit 2,7 \u00b0C und die Niederschlagszunahme mit 6 Prozent an.<\/p> <p>Der Klimawandel wird auf vielfache Weise als Bedrohung f\u00fcr die menschliche Gesundheit angesehen. Zu den Risiken z\u00e4hlen unter anderem Probleme bei der Lebensmittelproduktion, Hitzestress, der Anstieg des Meeresspiegels, die Zunahme der Sturmst\u00e4rke, \u00dcberschwemmungen und D\u00fcrren sowie eine Zunahme der von Insekten \u00fcbertragbaren Krankheiten. Der Klimawandel beeinflusst auch indirekt die Gesundheit durch seinen Einfluss auf die Konzentration von Luftschadstoffen, wie beispielsweise dem bodennahen Ozon und ultrafeinen Partikeln (dazu z\u00e4hlen Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern) einschlie\u00dflich Sulfaten, Nitraten, Feinstaubpartikeln und Ru\u00dfteilchen. Diese Luftschadstoffe stehen in Verbindung mit einem erh\u00f6hten Risiko von Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Lungenproblemen sowie allgemeinen Todesf\u00e4llen.<\/p> <p>Die Studie hat gezeigt, dass der Klimawandel die Luftverschmutzung und die damit verbundenen weltweiten Gesundheitsrisiken versch\u00e4rft, insbesondere in dicht besiedelten und verschmutzten Regionen in Ostasien, S\u00fcdasien und Nordamerika. Die Zunahme der Gesundheitsrisiken beruht vor allem auf der Zunahme der ultrafeinen Partikel beim Klimawandel. Die Studie macht deutlich, dass die Abschw\u00e4chung der Wirbelst\u00fcrme und eine zunehmende Stagnation \u00fcber dem Nordosten der Vereinigten Staaten unter den zuk\u00fcnftigen Klimabedingungen in dieser Region wahrscheinlich zu einem Anstieg des gesundheitssch\u00e4dlichen bodennahen Ozons f\u00fchren werden.<\/p> <p>Sollte der Emissionsaussto\u00df unver\u00e4ndert anhalten, sagen Dr. Fang und ihre Kollegen voraus, dass die Zunahme der vorzeitigen Todesf\u00e4lle aufgrund der zunehmenden Luftverschmutzung j\u00e4hrlich weltweit bei insgesamt 100.000 liegen wird. Sie vermutet, dass es zu einer Zunahme von 6300 j\u00e4hrlichen Todesf\u00e4llen kommt, die wegen Atemwegserkrankungen durch die Inhalation von Ozon sterben. Auf Basis regionaler Statistiken der Weltgesundheitsorganisation berechneten die Wissenschaftler die entsprechende Anzahl der j\u00e4hrlich verlorenen Lebensjahre (eine Sch\u00e4tzung der verlorenen Lebensjahre f\u00fcr jeden vorzeitigen Todesfall bezogen auf die Lebenserwartung) mit zus\u00e4tzlichen 900.000 Jahren.<\/p> <p>Ko-Autorin Prof. Denise Mauzerall sagt: \u201eDiese Ergebnisse zeigen, das zuk\u00fcnftig ein strengerer Immissionsschutz erforderlich ist, um die aktuellen Luftreinhaltenormen einhalten zu k\u00f6nnen und gr\u00f6\u00dfere Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit der Versch\u00e4rfung der Luftverschmutzung als Folge des Klimawandels zu vermeiden.\u201c<\/p> <p>\u201eZuk\u00fcnftig werden Umweltrichtlinien zur Reduzierung der Emissionen von Treibhausgasen und erw\u00e4rmenden Aerosolen zus\u00e4tzlich zu den traditionellen Luftschadstoffen sinnvoll sein, um die Luftqualit\u00e4t zu verbessern und die menschliche Gesundheit zu sch\u00fctzen,\u201c r\u00e4t Dr. Fang.<\/p> <p>Quelle: Fang Y. et al (2013). Impacts of 21st century climate change on global air pollution-related premature mortality, Climatic Change. DOI 10.1007\/s10584-013-0847-8<\/p> <p>Der Volltext-Artikel ist f\u00fcr Journalisten auf Anfrage verf\u00fcgbar.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel.: +49-6221-487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Klimawandel f\u00fchrt zu noch mehr Luftverschmutzung und wird im 21. 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