{"id":91394,"date":"2013-09-11T14:08:32","date_gmt":"2013-09-11T13:08:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=91394"},"modified":"2013-09-11T14:08:32","modified_gmt":"2013-09-11T13:08:32","slug":"sms-ideales-forum-fuer-antisoziales-verhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/sms-ideales-forum-fuer-antisoziales-verhalten-1091394\/","title":{"rendered":"SMS ideales Forum f\u00fcr antisoziales Verhalten?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-92100\" title=\"Springer-Zeitschrift Journal of Abnormal Child Psychology \" alt=\"Springer-Zeitschrift Journal of Abnormal Child Psychology \" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/a3eef81d8e47ffdee5c57f7192b5eb52.jpg\" width=\"112\" height=\"151\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/5a68271d3ede1c80c7860faef1443cb8.jpg\" \/>Verf\u00fchrt das Schreiben von SMS Jugendliche zu antisozialem Verhalten?<\/p> <p>Auswertung von mehr als 76.000 SMS zeigt, dass Jugendliche auch zu antisozialem Verhalten neigen, wenn sie \u00fcber illegale Themen schreiben<\/p> <p>M\u00fcssen Eltern und Lehrer sich dar\u00fcber Sorgen machen, ob ihre Kinder durch das SMS-Schreiben verst\u00e4rkt zu antisozialen Verhaltensweisen neigen? Die Antwort des Wissenschaftlers Samuel Ehrenreich von der University of Texas in Dallas lautet: Ja. Zusammen mit seinem Team stellt er die Studie jetzt in der Springer-Zeitschrift Journal of Abnormal Child Psychology vor. <!--more-->Das SMS-Schreiben \u00fcber antisoziales Verhalten kann bei Jugendlichen in der Tat zu vermehrten Regelverletzungen und Aggressionen f\u00fchren.<\/p> <p>Die Studie gew\u00e4hrt einen einzigartigen Einblick in das soziale Leben Heranwachsender. Erstmalig wurden Textnachrichten zwischen Jugendlichen dokumentiert, die ganz direkt und ungezwungen ausgetauscht wurden; sie wurden dann sp\u00e4ter nochmal genauer angeschaut und ausgewertet, wenn sich konkrete Verwicklungen in antisozialen Handlungen zeigten. W\u00e4hrend der einj\u00e4hrigen Studie verschickten und erhielten 172 Sch\u00fcler aus neunten Klassen an 47 amerikanischen Schulen 6.000.000 SMS \u00fcber Blackberry. Die Nachrichten wurden archiviert, und pro Teilnehmer wurden die SMS von jeweils vier Tagen analysiert. Im Fokus standen Diskussionen \u00fcber Kauf und Nutzung illegaler Substanzen, Eigentumsdelikte, k\u00f6rperliche Aggression und Regelverletzungen. Die Jugendlichen selbst, ihre Eltern und Lehrer gaben vor und nach dem 9. Schuljahr eine Einsch\u00e4tzung ihres Verhaltens ab.<\/p> <p>Ehrenreich und sein Team stellten fest, dass die jungen Leute in der Tat Textnachrichten nutzten, um antisoziale Aktivit\u00e4ten, die oft innerhalb der Schule stattfinden, zu koordinieren. Das SMS-Schreiben \u00fcber regelverletzende Handlungen erm\u00f6glicht den Jugendlichen nicht nur Zugang zu Informationen \u00fcber illegales und antisoziales Verhalten, sondern verst\u00e4rkt auch die Vorstellung, dass derartige Aktionen innerhalb der Clique akzeptiert werden. Die Wissenschaftler gehen zwar davon aus, dass das Schreiben von SMS auch die Kommunikation im positiven Sinne f\u00f6rdert, sie glauben jedoch, dass diese Art privater Kommunikation ein ideales Forum darstellt, um antisoziales Vorgehen au\u00dferhalb jeglicher Einflussnahme durch Erwachsene zu planen und zu diskutieren.<\/p> <p>Die Untersuchung ergab auch, dass Jugendliche, die sich h\u00e4ufig auf SMS-Diskussionen \u00fcber antisoziale Themen einlassen, m\u00f6glicherweise bereits anf\u00e4llig f\u00fcr derartiges Verhalten sind. Vor allem zeigte sich aber, dass die Kommunikation \u00fcber antisoziale Themen unter auff\u00e4lligen Jugendlichen deren Beteiligung an Regelverletzungen und aggressivem Verhalten verst\u00e4rkt. Dies entspricht der Hypothese, dass es in Gruppen von auff\u00e4lligen Jugendlichen vermehrt zu antisozialen Handlungen kommt.<\/p> <p>Zu antisozialem Verhalten geh\u00f6ren typischerweise Aktivit\u00e4ten, die gesetzliche oder gesellschaftliche Regeln verletzen oder den Opfern Schaden zuf\u00fcgen, einschlie\u00dflich k\u00f6rperliche Angriffe, Drogenmissbrauch, Diebstahl oder geheime Racheaktionen. Ein derartiges Vorgehen wird oft heimlich unter Freunden diskutiert und abgesprochen, aber vor den Eltern oder Lehrern geheim gehalten.<\/p> <p>\u201eDas SMS-Schreiben ist f\u00fcr junge Leute deshalb so interessant, weil sie auf diese Weise alle erdenklichen Themen diskutieren k\u00f6nnen, ohne die \u00dcberwachung von Erwachsenen und die \u00fcblichen Kontrollmechanismen\u201c, sagt Ehrenreich. Es ist darum in seinen Augen unabdingbar, dass Lehrer und Schulbeh\u00f6rden die M\u00f6glichkeit zum Texten w\u00e4hrend des Schultages einschr\u00e4nken. \u201eDas SMS-Schreiben ist eine nicht zu untersch\u00e4tzende M\u00f6glichkeit f\u00fcr Heranwachsende, sich zu illegalen Aktionen zusammenzutun. Erh\u00f6hte Aufmerksamkeit vonseiten der Eltern ist geboten.\u201c<\/p> <p>Quelle: Ehrenreich S.E. et al. (2013). Adolescents\u2019 text message communication and growth in antisocial behavior across the first year of high school. Journal of Abnormal Child Psychology. DOI 10.1007\/s10802-013-9783-3<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel. +49 6221 487 8130, joan.robinson@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verf\u00fchrt das Schreiben von SMS Jugendliche zu antisozialem Verhalten? Auswertung von mehr als 76.000 SMS zeigt, dass Jugendliche auch zu antisozialem Verhalten neigen, wenn sie \u00fcber illegale Themen schreiben M\u00fcssen Eltern und Lehrer sich dar\u00fcber Sorgen machen, ob ihre Kinder durch das SMS-Schreiben verst\u00e4rkt zu antisozialen Verhaltensweisen neigen? 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