{"id":92529,"date":"2013-09-12T13:25:57","date_gmt":"2013-09-12T13:25:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=92529"},"modified":"2025-03-28T14:59:00","modified_gmt":"2025-03-28T13:59:00","slug":"fruehwarnsystem-fuer-den-arbeitsmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/fruehwarnsystem-fuer-den-arbeitsmarkt-1092529\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchwarnsystem f\u00fcr den Arbeitsmarkt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"Wie sehen Arbeitsmarkt und Wirtschaft in 20 Jahren aus? Der Bericht kombiniert nicht nur qualitative Zukunftsszenarien und mathematische Verfahren zu einer qualifizierten Prognose.\" alt=\"Wie sehen Arbeitsmarkt und Wirtschaft in 20 Jahren aus? Der Bericht kombiniert nicht nur qualitative Zukunftsszenarien und mathematische Verfahren zu einer qualifizierten Prognose.\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/11bed064580dc4d535efcd0e0e988610.jpg\" width=\"125\" height=\"125\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/11bed064580dc4d535efcd0e0e988610.jpg\" \/>Arbeitsmarkt 2030: Mit staatlichem Weiterbildungssystem und Familienpolitik gegen die Demografie-Panik<\/p> <p>Der Wettbwerb um qualifizierte Arbeitkr\u00e4fte wird zur gro\u00dfen Herausforderung f\u00fcr die deutsche Wirtschaft in den n\u00e4chsten Dekaden. Deutschland kann diese Herausforderung mit einem staatlich zertifizierten Weiterbildungsystem und einer familienfreundlichen Arbeitsmarktpolitik meistern. Zu dieser Einsch\u00e4tzung kommt die Studie &#8222;Arbeitsmarkt 2030&#8220;, eine Prognose zur Entwicklung von Arbeit und Bildung.<\/p> <p><!--more-->Die Studie stellt die Ergebnisse eines Prognosemodells vor, das im Auftrag des Bundesministeriums f\u00fcr Arbeit und Soziales vom M\u00fcnchener Institut Economix Research and Consulting entwickelt wurde. Methodisch kombiniert &#8222;Arbeitsmarkt 2030&#8220; qualitative Zukunftsszenarien mit mathematischen Prognoseverfahren und leitet daraus ein differenziertes und empirisch fundiertes Zukunftsbild \u00fcber die wahrscheinlichen Ver\u00e4nderungen in Wirtschaft und Gesellschaft ab. Die Daten sollen als Fr\u00fchwarnsystem m\u00f6gliche Arbeitskr\u00e4fteengp\u00e4sse identifizieren, um Ma\u00dfnahmen zur Arbeitskr\u00e4ftesicherung zu entwickeln.<\/p> <p>&#8211; Grundlegende Trends &#8211;<\/p> <p>&#8211; Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang und die Alterung der Bev\u00f6lkerung werden zu einem sinkenden Angebot an Arbeitskr\u00e4ften f\u00fchren, das auch die Besch\u00e4ftigung einschr\u00e4nkt. Die Zahl der Besch\u00e4ftigten wird 2030 um 1,4 Millionen niedriger liegen als heute. Das Pro-Kopf-Einkommen wird aber um 40 % h\u00f6her sein.<\/p> <p>&#8211; Die asiatischen L\u00e4nder &#8211; allen voran China &#8211; werden in die Hochtechnologiem\u00e4rkte vorsto\u00dfen. Damit bleibt f\u00fcr die industrielle Produktion in Deutschland immer weniger Platz, wohl aber f\u00fcr Forschung und Entwicklung und das Management der internationalen Wertsch\u00f6pfungsketten. Die deutsche Industrie wird sich zum industriellen Dienstleister wandeln. Davon werden in erster Linie die spezialisierten Dienstleistungsunternehmen profitieren.<\/p> <p>&#8211; Die Alterung der Bev\u00f6lkerung wird nicht nur das Gesundheitswesen und die sozialen Dienste wachsen lassen. Sie wird zur zentralen Herausforderung einer auf Innovation und Wissen basierenden Wirtschaft. Der Erhalt dieser Grundlagen durch eine breit angelegte Weiterbildung erscheint als Kernpunkt der langfristigen Politik.<\/p> <p>&#8211; Der Zustrom an Arbeitskr\u00e4ften aus den Hochschulen wird sich weiter erh\u00f6hen, nur abgeschw\u00e4cht durch den demografischen R\u00fcckgang der jungen Bev\u00f6lkerung. Der Anteil der Hochschulabsolventen am Arbeitsmarkt wird von 17% in 2010 auf 26% in 2030 steigen. Die H\u00f6herqualifizierung geht jedoch nicht zu Lasten der dualen Berufsausbildung, die ihre relative Bedeutung behalten wird, wenn mehr Jugendliche aus den bildungsfernen Schichten &#8211; haupts\u00e4chlich mit Migrationshintergrund &#8211; integriert werden k\u00f6nnen.<\/p> <p>&#8211; Die deutsche Wirtschaft ist auf dem Weg von der Dienstleistungs- in die Wissen\u00f6konomie. Dies bewirkt nicht nur einen steigenden Bedarf an Hochschulabsolventen, sondern H\u00f6herqualifizierung auf allen Bildungsebenen. Die Fachschulabsolventen werden zunehmend durch Arbeitskr\u00e4fte mit Bachelor-Abschluss ersetzt werden und die duale Ausbildung wird anspruchsvoller und komplexer. Vor allem aber werden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die immer noch gro\u00dfe Zahl von Jugendlichen und \u00c4lteren ohne Ausbildung in die berufliche Bildung zu f\u00fchren.<\/p> <p>&#8211; Der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskr\u00e4ften kann nur gedeckt werden, wenn Deutschland seine Weiterbildung zu einem zertifizierten System mit bundesweiten Standards ausbaut. Dazu m\u00fcsste der Staat die jetzige kursorische Weiterbildung in ein klar gegliedertes System mit Bildungsstandards \u00fcberf\u00fchren, dessen Kosten nicht allein von Arbeitskr\u00e4ften und Unternehmen getragen werden. Gleichzeitig m\u00fcssen die Unternehmen eine altersgerechte Personalpolitik betreiben, die die Lern- und Anpassungsf\u00e4higkeit der Arbeitskr\u00e4fte nachhaltig entwickelt.<br \/> &#8211; Zur Methodik von &#8222;Arbeitsmarkt 2030&#8220; &#8211;<\/p> <p>Auf der Grundlage von sieben Fachexpertisen wurden zwei alternative Zukunftsszenarien f\u00fcr die Modellrechnung entwickelt. Die Fachexpertisen prognostizieren die Auswirkungen in Globalisierung, technologischem Wandel, Arbeitsorganisation, Klimawandel und vor allem im demografischen Wandel auf das Bildungs- und Besch\u00e4ftigungsverhalten der deutschen Bev\u00f6lkerung.<\/p> <p>Die quantitativen Modelle der Studie unterscheiden zwischen 44 Wirtschaftszweigen, 88 Berufsgruppen und 27 Fachrichtungen der beruflichen Bildung. Dieser hohe Detailgrad geht weit \u00fcber vorliegende Prognosen hinaus. Die Modelle beruhen auf einem Arbeitsmarktmodell, das auch f\u00fcr Qualifikationsprognosen vom Europ\u00e4ischen Zentrum f\u00fcr die F\u00f6rderung der Berufsbildung (CEDEFOP) eingesetzt wird. Insgesamt sieben Module sch\u00e4tzen im quantitativen Studienteil Angebot und Nachfrage von Arbeitskr\u00e4ften simultan und ber\u00fccksichtigen die vielfachen R\u00fcckkoppelungen auf den Arbeitsm\u00e4rkten. &#8222;Arbeitsmarkt 2030&#8220; stellt erstmals die Entwicklung von Arbeitsmarktstr\u00f6men in einer breiten beruflichen und qualifikationsspezifischen Untergliederung dar.<\/p> <p>&#8211; Voraussetzungen in Politik und Gesellschaft ber\u00fccksichtigt &#8211;<\/p> <p>Die Autoren der Studie &#8222;Arbeitsmarkt 2030&#8220; st\u00fctzen ihre Prognosen auf die Fortf\u00fchrung von Arbeitsmarktkonzepten, z.B. des Fachkr\u00e4ftesicherungskonzepts der Bundesregierung, sowie auf Annahmen \u00fcber die technologische Entwicklung, die Globalisierungsstrategien der Unternehmen und die Spezialisierung im Rahmen internationaler Arbeitsteilung. Insgesamt bildet &#8222;Arbeitsmarkt 2030&#8220; keinen Status-Quo ab, sondern zeigt eine Prognose, die politisches Handeln einschlie\u00dft. Die Autoren legen mit ihrem Bericht eine strategische Vorausschau auf eine m\u00f6gliche Zukunft des Arbeitsmarktes in Deutschland vor, die einen Beitrag zur Debatte \u00fcber die Zukunft der Arbeit liefert.<\/p> <p>Der Methodenbericht (http:\/\/www.wbv.de\/openaccess\/artikel\/6004385w) und der Bericht \u00fcber die Fachexpertisen und Szenarien (http:\/\/www.wbv.de\/openaccess\/artikel\/6004384w) zur Studie stehen kostenlos auf wbv-open-access.de (http:\/\/www.wbv.de\/openaccess) zur Verf\u00fcgung.<\/p> <p>&#8211; Autoren der Studie &#8211;<\/p> <p>Kurt Vogler-Ludwig ist Gr\u00fcnder und Direktor von Economix Research and Consulting, M\u00fcnchen, einem unabh\u00e4ngigen B\u00fcro f\u00fcr wirtschaftspolitische Beratung. Er ist Wirtschaftswissenschaftler mit dem Schwerpunkt Arbeitsmarkt- und Strukturforschung, Berater der Europ\u00e4ischen Kommission und Gutachter f\u00fcr Bundes- und Landesministerien sowie politische Institutionen im In- und Ausland.<\/p> <p>Nicola D\u00fcll ist Professorin f\u00fcr Volkswirtschaftslehre an der Hochschule f\u00fcr angewandte Wissenschaften in M\u00fcnchen. Sie ist Gr\u00fcnderin und Direktorin von Economix Research and Consulting und Korrespondentin der Europ\u00e4ischen Kommission sowie Gutachterin f\u00fcr die OECD, die Weltbank und f\u00fcr politische Institutionen im In- und Ausland.<\/p> <p>Die Studie wurde unter Mitwirkung folgender Mitautorinnen und Mitautoren erstellt:<\/p> <p>Bernd Dworschak (Fraunhofer Institut f\u00fcr Arbeitswirtschaft und Organisation), Ben Kriechel (Economix Research and Consulting \/ Research Centre for Education and the Labour Market), Pamela Meil (Institut f\u00fcr Sozialwissenschaftliche Forschung), Hector Pollitt (Cambridge Econometrics), Rob Wilson (Warwick Institute for Employment Research), Helmut Zaiser (Fraunhofer Institut f\u00fcr Arbeitswirtschaft und Organisation).<br \/> &#8211; Bibliografische Daten &#8211;<\/p> <p>&#8211; Arbeitsmarkt 2030 &#8211;<\/p> <p>Eine strategische Vorausschau auf Demografie, Besch\u00e4ftigung und Bildung in Deutschland<\/p> <p>W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2013, 199 Seiten<\/p> <p>ISBN 978-3-7639-5278-6<\/p> <p>Bestell-Nr. 6004383 (http:\/\/www.wbv.de\/artikel\/6004383)<\/p> <p>Print plus E-Book 39,- Euro<\/p> <p>E-Book 29, 90 Euro<br \/> Der W. Bertelsmann Verlag (wbv) ist ein Fachverlag f\u00fcr Bildung, Beruf und Sozialforschung sowie ein moderner Mediendienstleister. Das Familienunternehmen, das 1864 in Bielefeld gegr\u00fcndet wurde, ist heute einer der f\u00fchrenden Bildungsverlage in Deutschland. Der Verlag entwickelt, produziert und vertreibt B\u00fccher, Fachzeitschriften, digitale Medien sowie Fachinformationssysteme und bietet mit seinem Fachzeitschriften- sowie dem Open-Access-Portal Zug\u00e4nge zu aktueller Bildungsliteratur.<\/p> <p>Kontakt<\/p> <p>W. Bertelsmann Verlag<\/p> <p>Klaudia K\u00fcnnemann<\/p> <p>Auf dem Esch 4<\/p> <p>33619 Bielefeld<\/p> <p>0521 \/ 91101-21<\/p> <p>presse@wbv.de<\/p> <p>http:\/\/www.wbv.de<br \/> Pressekontakt:<\/p> <p>W. Bertelsmann Verlag<\/p> <p>Klaudia K\u00fcnnemann<\/p> <p>Auf dem Esch 4<\/p> <p>33619 Bielefeld<\/p> <p>0521 \/ 91101-21<\/p> <p>presse@wbv.de<\/p> <p>http:\/\/www.wbv.de\/presse<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitsmarkt 2030: Mit staatlichem Weiterbildungssystem und Familienpolitik gegen die Demografie-Panik Der Wettbwerb um qualifizierte Arbeitkr\u00e4fte wird zur gro\u00dfen Herausforderung f\u00fcr die deutsche Wirtschaft in den n\u00e4chsten Dekaden. Deutschland kann diese Herausforderung mit einem staatlich zertifizierten Weiterbildungsystem und einer familienfreundlichen Arbeitsmarktpolitik meistern. 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