{"id":9932,"date":"2010-09-08T15:56:43","date_gmt":"2010-09-08T14:56:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=9932"},"modified":"2026-01-30T11:49:50","modified_gmt":"2026-01-30T10:49:50","slug":"messverfahren-herzerkrankungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/messverfahren-herzerkrankungen-109932\/","title":{"rendered":"Genauere Risikoeinsch\u00e4tzung f\u00fcr m\u00f6gliche Herzerkrankungen"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; width: 100px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Altbew\u00e4hrtes Me\u00dfverfahren erlaubt genauere Risikoeinsch\u00e4tzung f\u00fcr m\u00f6gliche HerzerkrankungenPunktbasierte Methode kann zur falschen Eingruppierung von Herzpatienten f\u00fchren<\/p> <p>New York \/ Heidelberg, 7. September 2010<\/p> <p>Die weit verbreitete Anwendung eines vereinfachten Verfahrens zur Beurteilung k\u00fcnftiger Herzrisiken in Kliniken k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass Millionen US-Amerikaner in andere Risikogruppen eingestuft werden. Genauere Ergebnisse lassen sich mit dem Goldstandard-Verfahren erzielen.<!--more--> Millionen von Patienten wurden m\u00f6glicherweise bereits in die falsche Hochrisikogruppe eingestuft und \u00fcberbehandelt, w\u00e4hrend andere Patienten Niedrigrisikogruppen zugeordnet wurden und dadurch eventuell keine ad\u00e4quate Behandlung ihrer Herzerkrankung erhalten. Die Studie\u00b9 von William Gordon vom Weill Cornell Medical College in den USA und seinen Kollegen wird in der<a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/about+springer\/media\/springer+select?SGWID=1-11001-6-992124-0\"  > Springer<\/a>-Fachzeitschrift Journal of General Internal Medicine\u00b2, ver\u00f6ffentlicht.<\/p> <p>Die Cholesterin-Richtlinien in den USA basieren auf dem bekannten Framingham-Modell (einer mathematischen Gleichung) zur Berechnung des Herzinfarkt- oder Herztodrisikos \u00fcber einen Zeitraum von 10 Jahren. Aufgrund dieses Risikos werden Patienten in verschiedene Risikogruppen eingestuft, um auf diese Weise die richtigen Behandlungsentscheidungen zu treffen.<\/p> <p>Wegen der hohen Komplexit\u00e4t des urspr\u00fcnglichen Framingham-Modells wurde die Formel zu einem punktbasierten* klinischen Verfahren vereinfacht, um es auch ohne Taschenrechner oder Computer verwenden zu k\u00f6nnen. Durch die rasche Akzeptanz und die weit verbreitete Anwendung von Computern und PDAs in der klinischen Medizin kann das urspr\u00fcnglich mathematisch komplexe Modell jedoch zur Patientenversorgung eingesetzt werden. Dennoch ist das punktbasierte System weiterhin im Klinikalltag stark verbreitet.<\/p> <p>\u201eSicher ist ein punktbasiertes Verfahren wirklich besser als gar keine Richtlinie, um ein Risiko einzusch\u00e4tzen. Doch \u00fcber jeden Computer oder ein PDA kann heute das urspr\u00fcngliche Framingham-Modell berechnet werden\u201c, sagt der Mediziner und Mitautor Michael Steinman. \u201eDamit kann Ihr Arzt Ihr Herzrisiko ganz leicht mit einer komplizierten Formel ausrechnen. Das ergibt sicher genauere Werte als das punktbasierte Berechnungsverfahren. Daher sehe ich in den meisten F\u00e4llen keinen Grund mehr, warum diese punktbasierte Methode eingesetzt werden sollte.\u201c<\/p> <p>Die Autoren untersuchten, ob die einfachere Version zu unterschiedlichen Risikoeinsch\u00e4tzungen und in der Folge zu m\u00f6glichen unterschiedlichen Behandlungsempfehlungen f\u00fchren k\u00f6nnte. Die Wissenschaftler verwendeten Daten von 2.543 Personen im Alter von 20 bis 79 Jahren (repr\u00e4sentativ f\u00fcr 39 Millionen Erwachsene). F\u00fcr jede Person berechneten die Autoren das 10-Jahres-Risiko f\u00fcr koronare Erkrankungen mit Hilfe des urspr\u00fcnglichen und des vereinfachten punktbasierten Framingham-Models. Sie untersuchten die Unterschiede dieser Risikoeinsch\u00e4tzungen, und ob die Probanden aufgrund dieser unterschiedlichen Einsch\u00e4tzungen verschiedenen Risikoklassen zugeordnet werden w\u00fcrden.<\/p> <p>Gordon und sein Team fanden dabei heraus, dass beide Einsch\u00e4tzungen des Koronarrisikos erheblich voneinander abwichen. Mit der vereinfachten Version wurden 15 Prozent der Erwachsenen in andere Risikogruppen eingestuft. Dies entspricht einer Anzahl von 5,7 Millionen Personen. Davon wurden 10 Prozent (3,9 Millionen) den Hochrisikogruppen und 5 Prozent (1,8 Millionen) den Niedrigrisikogruppen zugeordnet. Daraus geht hervor, dass 25 bis 45 Prozent der neu eingestuften Erwachsenen h\u00e4tten anders behandelt werden k\u00f6nnen, d.h. mit mehr oder weniger intensiven Therapien als den nach den Arzneimittelrichtlinien empfohlenen.<\/p> <p>F\u00fcr die Autoren bedeutet dies: \u201cNach den aktuellen Richtlinien sollte das urspr\u00fcngliche Modell als die bevorzugte Methode der Risikoberechnung sowie als einzige geeignete Option f\u00fcr computerbasierte bzw. PDA-basierte Risikoberechner in Betracht gezogen werden. Patienten und Mediziner, deren Behandlungsentscheidung auf dem punktbasierten System beruhten, sollten eine Neuberechnung des Risikos in Erw\u00e4gung ziehen, die auf dem urspr\u00fcnglichen Framingham-Modell basiert, und sie sollten die Behandlungspl\u00e4ne gegebenenfalls entsprechend anpassen.\u201d<\/p> <p>*Mit dem urspr\u00fcnglichen Framingham-Modell l\u00e4sst sich das Risiko anhand des Alters der Patienten, des Gesamtcholesterins und HDL-Cholesterins, des systolischen Blutdrucks, der Behandlung auf Bluthochdruck sowie der Rauchgewohnheiten einsch\u00e4tzen. Beim punktbasierten System wird jedem Risikofaktor eine Zahl zugewiesen. Diese Risikofaktoren werden dann zu einem Punktwert addiert; das Risiko f\u00fcr diesen Punktwert wird anhand einer Tabelle ermittelt.<\/p> <p>Quellen<br \/> 1.\tGordon WJ et al (2010). Coronary risk assessment by point-based vs. equation-based Framingham models: significant implications for clinical care. Journal of General Internal Medicine. DOI 10.1007\/s11606-010-1454-2<br \/> 2.\tThe Journal of General Internal Medicine is the official journal of the Society of General Internal Medicine.<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten als PDF-Dokument zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, Springer, Tel. +49-6221-487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Altbew\u00e4hrtes Me\u00dfverfahren erlaubt genauere Risikoeinsch\u00e4tzung f\u00fcr m\u00f6gliche HerzerkrankungenPunktbasierte Methode kann zur falschen Eingruppierung von Herzpatienten f\u00fchren New York \/ Heidelberg, 7. September 2010 Die weit verbreitete Anwendung eines vereinfachten Verfahrens zur Beurteilung k\u00fcnftiger Herzrisiken in Kliniken k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass Millionen US-Amerikaner in andere Risikogruppen eingestuft werden. Genauere Ergebnisse lassen sich mit dem Goldstandard-Verfahren erzielen.<\/p>\n","protected":false},"author":291,"featured_media":198732,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8808],"tags":[],"class_list":["post-9932","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/291"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9932"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9932\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":278302,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9932\/revisions\/278302"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/198732"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}