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entwurf

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Unterrichtsentürfe von Religionslehrer/innen für Religionelehrer/innen sowie Beiträge zu religionspädagogischen Schwerpunkthemen

Der entwurf ist ein Unikat. Keine religionspädagogische Zeitschrift ist mit ihm zu vergleichen. Er ist überhaupt kein kommerzielles Produkt. Kein Verlag verdient an ihm. Eigentlich ist er überhaupt kein Produkt, vielmehr ein Prozess.

Unaufdringlich und alles andere als vollmundig ist sein Name! Er verdankt sich nicht dem Übermut und der Selbstgewissheit erfolgreicher Religionslehrer/innen, die aus der Fülle ihrer Ideen und Materialien anderen weitergeben wollen, was sie erdacht und erprobt haben. Er ist entstanden in einer Zeit der (religions-) pädagogischen Ratlosigkeit. Er ist ein Kind der katechetischen Wüstenwanderung.

Als in den Jahren nach 1968 im „wilden Süden" die Studentenbewegung die Schulen erreicht hatte, als Gymnasiasten Maos Rotes Schülerbuch lasen und klassenweise aus dem konfessionellen Religionsunterricht austraten, als nach den Talaren der Universitätsrektoren auch die verstaubten Schubladen eichener Katheder gelüftet wurden, da kam auch der schulische Religionsunterricht in eine tiefe Krise. Die alten Konzepte taugten nicht mehr. Warum sollte die alte Bibel im Mittelpunkt dieses Faches stehen? fragten die Schüler/innen. Welche Relevanz hat es für unser Leben, wenn wir „In des alten Bundes Schriften" lesen und erfahren, wie der Kirchenvater Hieronymus zu seinem Löwen kam?

Als der Evangelische Religionsunterricht (in Württemberg und in Baden) so recht in seiner Identitäts- und Relevanzkrise steckte, da machten sich Lehrer/innen auf und suchten nach neuen Konzepten. In Arbeitsgemeinschaften entwickelten sie ein neues didaktisches Konzept für dieses schöne Fach mit seinen vielen Freiräumen - für Gespräche, Diskussionen, Begegnungen,... und: sie entwarfen und erprobten Unterrichtsmodelle zu Themen, die die Schüler wirklich beschäftigten. „Wie entstehen Aggressionen?" „Wie kann es Friede auf Erden geben?" „Müssen Männer und Frauen treu sein?"...

Um andere an diesem Prozess teilhaben zu lassen schlossen sich die Kollegen/innen zusammen zu Fachverbänden. Sie gründeten die Fachgemeinschaft evangelischer Religionslehrer/innen in Württemberg und den entsprechenden Fachverband in Baden. Diese Lehrerverbände und nicht die Oberkirchenräte in Stuttgart und Karlsruhe machten sie zu Herausgebern ihrer neuen Zeitschrift. In langen Sitzungen fand man eine Form, das neue Organ zu verfassen. Der Oberkirchenrat erklärte sich bereit (nur) als „Auftraggeber" zu fungieren, die Zeitschrift aber weitgehend zu finanzieren. (Jede/r Religionslehrer/in in Baden und Württemberg erhält im Schuljahr gratis 3 Hefte zugeschickt!). Die inhaltliche Gestaltung aber überließ man der Lehrerschaft, die davon am meisten versteht. Die Herausgeberschaft liegt bei den beiden Fachverbänden und sie begleiten auch die Arbeit des Redaktionskreises auf kompetente und fürsorgliche Weise.

Dass diese Konstruktion nicht unkompliziert ist, zeigte sich u.a. im Jahre 1983, als der NATO-Doppelbeschluss die Friedensfreunde spaltete in Nachrüstungsgegner und -befürworter. Der entwurf veröffentlichte eine Erklärung der evangelischen Religionslehrerschaft gegen den Doppelbeschluss und der Oberkirchenrat wollte nicht einsehen, dass das von ihm finanzierte Blatt politisch so einseitig Position bezieht. Der Geldhahn wurde zugedreht und das Blatt konnte 1 ½ Jahre lang nicht erscheinen. (Kenner merken dies am Fehlen der Hefte 3/83, 1/84 und 2/84!)

In diesen aufregenden Jahren kam ein württembergischer Religionslehrer (Walter Schwenninger aus Tübingen/Herrenberg) als Abgeordneter der GRÜNEN in den Deutschen Bundestag und in der großen Friedens-Debatte ergriff er das Wort, hielt in der rechten Hand beschwörend das entwurf-Heft 2/83 und zitierte „mit Genehmigung des Hohen Hauses" aus der Erklärung württembergischer Religionslehrer/innen. So zog es den entwurf in die Strudel deutscher Politik; in Württemberg aber arbeitete man in langen Nachtsitzungen fieberhaft an einer Satzungsmodifikation und der Oberkirchenrat erlaubte die Fortführung der entwurf-Reihe erst, als je ein Mitarbeiter aus Stuttgart und Karlsruhe Mitglied im Redaktionskreis werden konnte.

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