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Eingeborenenpolitik im System Leutwein. Grundzüge, Motive und Tendenzen

AutorGeoffrey Schöning
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2002
Seitenanzahl24 Seiten
ISBN9783638119047
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis4,99 EUR
Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus, Note: 1,3, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Institut für Neuere und Neuste Geschichte), Veranstaltung: Proseminar (A): Vernichtungspolitik in Afrika zur Zeit des Imperialismus, Sprache: Deutsch, Abstract: Einleitung Jede historische Betrachtung des kolonialen Südwestafrika ähnelt sich in einem Punkte. Ganz gleich welchen Themenaspekt sie aus dem nur 30-järigen Intermezzo deutscher Herrschaft erarbeitet, früher oder später muss sie sich mit dem Herero- und Namaaufstand der Jahre 1904-1907 beschäftigen - ein unbestrittener Wendepunkt in der Geschichte Namibias. In einer sozialen Explosion brachte dieser 'erste Krieg des Wilhelminischen Deutschland'(1) ein bereits in zahlreichen Aufständen bewährtes politisches System zu Fall. Gouverneur Theodor Leutwein war es nach seinem Dienstantritt 1894 binnen weniger Jahre gelungen, die bis dato rein nominelle Schutzherrschaft in eine 'tatsächliche'(2) zu verwandeln. Begründet lag dieser Erfolg in einer ausgefeilten Strategie politischer Balance den eingeborenen Stämmen gegenüber, bei deren Ausgestaltung sich der Major besonders Elementen britischer Kolonialherrschaft bediente. Nicht erst mit Ausbruch des 'Krieges' mehrte sich jedoch Kritik an seiner Vorgehensweise. Der expansionswilligen Siedlerschaft galt Leutwein als 'Kaffernfreund'(3), ließ in seiner Politik 'übelangebrachte Sentimentalität'(4) erkennen. Auch nach dem Verlust der Kolonie, 1919 im Versailler Friedensvertrag fixiert, blieb die offensichtliche Milde des Landesvaters im Mittelpunkt der Debatten: Nun diente sie den Apologeten der deutschen Weltmachtambitionen als Feigenblatt: '[Das] seltene Beispiel einer europäischen Schutzherrschaft, welche durch vertragliche Mittel zur Herrschaft im Lande gekommen war, Frieden und Ordnung zwar mit militärischer Macht herbeiführte und aufrechterhielt, die Selbstständigkeit des Stammeslebens der Eingeborenen aber nicht angriff und auch nicht antasten wollte.'(5) Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung möchte die vorliegende Arbeit politisch-taktische Leitbilder des Gouverneurs im Umgang mit den Eingeborenen aufzeigen. [...] _____ 1 Helmut Bley: Kolonialherrschaft und Sozialstruktur in Deutsch-Südwestafrika 1894-1914, Hamburg 1968,S. 195. 2 Zu diesem Vokabular vgl. Theodor Leutwein: Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika, Berlin 31908,Kapitel II 'Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft, S. 13-96. 3 Zitiert nach Helga und Ludwig Helbig: Mythos Deutsch-Südwest. Namibia und die Deutschen,Weinheim/Basel 1983, S. 124. 4 Leutwein: Elf Jahre Gouverneur, S. 430. 5 Alfred Neubert: Die Schutzherrschaft in Deutsch-Südwestafrika 1884-1903. [...]

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