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Die Varusschlacht als Gründungsereignis eines Deutschen Nationalbewusstseins

Für und Wider der populären Theorie des 19. Jahrhunderts

AutorNicolai Meyer, Marcel Weitschat
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl47 Seiten
ISBN9783640494101
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis8,99 EUR
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus, Note: 1,7, Universität Bielefeld, Sprache: Deutsch, Abstract: 'Wo find' ich es, dies Deutschland, von dem du sprichst, und wo liegt es?' In Heinrich von Kleists Werk Katechismus der Deutschen von 1809 stellt der Inquisitor diese rhetorische Frage, die darauf hinzuweisen versucht, dass Deutschland sich auf der Suche nach seinem Ursprung und seiner Identität befindet. Anlässlich des 2000-jährigen Jubiläums der Hermannsschlacht sind die Problematik der Lokalisierung und der Streit unter den Verfechtern der möglichen Schauplätze zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dabei spiele nach Hinrich C. Seeba die Auffindung der endgültigen Beweise, ob der Kampf der Germanen unter der Führung von Arminius gegen die römischen Truppen unter Varus in Kalkriese oder in Hiddesen bei Detmold stattgefunden hat, keine große Rolle bei der Klärung der Frage, warum immer noch jährlich tausende Menschen zum Hermannsdenkmal aufbrechen. Im Vordergrund stünde dabei eher die '[...] Analyse der topographischen Symbolisierung von nationaler Identität'. Der Bildhauer Ernst von Bandel entwarf Mitte des 19. Jahrhunderts jenes Denkmal, das als Warnung an Frankreich Richtung Westen blickt. Nach der Gründung des Deutschen Reiches wurde der Bau vollendet und die Suche nach deutscher Identität im 19. Jahrhundert vorerst befriedigt. Signalwirkung einer machtbewussten deutschen Einigkeit ist die Inschrift auf dem Schwert des Denkmals. 'Deutsche Einigkeit meine Stärke - Meine Stärke Deutschlands Macht'. Kaiser Wilhelm II. nahm auf dieses Wechselspiel von Einheit und Macht Bezug, als er sich am 4. August 1914 bezüglich des Kriegsausbrauches an das deutsche Volk wandte. Die Aussage 'Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war' vermittelt eine nationale Geschlossenheit, die auf den mythologisierten Begründer jener Einheit, Arminius - der im 16. Jahrhundert den Namen Hermann erhalten hatte - verweist. Sowohl unter diesen politischen Aspekten als auch in literarischer Form spielte Arminius lange die Rolle der verkörperten deutschen Identität. Der preußische Dramatiker Ernst von Wildenbruch besang Hermann als deutschen Helden in der Not, auch Kleists Hermannsschlacht präsentiert den sich übermächtig erscheinenden Feinden entgegenstellenden Einer Germaniens. [...]

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