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E-Book

Ich gab mein Herz für Afrika

Das mutige Leben der Joan Root

AutorMark Seal
Verlagbtb
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl368 Seiten
ISBN9783641059613
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis8,99 EUR
Ihr Leben war ein einziges Abenteuer - das mutige Leben der Tierfilmerin Joan Root
Ihr Leben war ein einziges Abenteuer: Joan Root (1936-2006) filmte in den entlegendsten Winkeln der Erde, immer auf der Suche nach den besten Tiermotiven. Gemeinsam mit ihrem Ehemann drehte sie häufig für Bernhard Grzimek und seine Sendung »Ein Platz für Tiere«, sie wurden weltberühmt mit der Dokumentation »Ballon-Safari über den Kilimandscharo«, ihr Film »Mysterious Castles of Clay« war für den Oscar nominiert. Sie durchquerten einen großen Teil Afrikas mit ihrer einmotorigen Cessna und ihrem Amphibienfahrzeug, nahmen Jacqueline Kennedy mit in ihrem Heißluftballon und brachten die Zoologin Dian Fossey zu den Gorillas im Nebel. Als ihr Mann sie nach zwanzig Jahren verließ, beschloss Joan Root, sich fortan mit Haut und Haar dem Tier- und Umweltschutz zu widmen. Sie zog an den Naivashasee in Kenia, wo sie sich für den Erhalt des bedrohten Ökosystems einsetzte - bis sie 2006 unter mysteriösen Umständen ermordet wurde. Anhand von Interviews, ihren Tagebüchern und Briefwechseln zeichnet Mark Seal die einzigartige Geschichte einer Frau nach, die neben Karen Blixen und Dian Fossey endlich für ihr Lebenswerk gewürdigt wird.


Mark Seal arbeitet seit drei Jahrzehnten als Journalist, derzeit u.a. für Vanity Fair, und hat an zahlreichen Sachbüchern mitgearbeitet. Bei btb erscheinen »Ich gab mein Herz für Afrika. Das mutige Leben der Joan Root«, die Biographie der 2006 in Kenia ermordeten Tierfilmerin, und sein Buch über das spektakuläre Leben des deutschen Hochstaplers Christian Karl Gerhartsreiter, »Der Mann, der Rockfeller war. Aufstieg und Fall eines bayerischen Hochstaplers«, über das die New York Times urteilte: »spannender als jeder Thriller!«. Mark Seal lebt in Aspen, Colorado.

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Leseprobe
"Kapitel elf (S. 214-215)

ENDE 2005 VERRIET ein junger Bewohner von Karagita bei einer Vernehmung der Polizei von Naivasha, dass sein Cousin einen Schlägertrupp anführe, der »diese alte Mama überfallen will«, die an der Moi South Lake Road wohne und die er als Memsaab Joan Root identifizierte. Die Bande bestehe aus acht Männern, erzählte er der Polizei, »und sie haben Pistolen und vier Kalaschnikows«. Weshalb sie vorhätten, Joan Root zu töten, gab der Informant nicht preis, aber er sagte aus, der Angriff sei für die Nacht des 31. Dezember geplant. Er hatte der Bande seines Cousins einen Eid geschworen und sollte sie auf Joan Roots Grundstück begleiten.

Der Überfall wurde verschoben, weil die Kriminellen fürchteten, in der Weihnachtszeit würden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Die Polizei beauftragte den Informanten, weiterhin bei der Bande seines Cousins mitzuspielen und mehr über den geplanten Angriff herauszufinden. Doch als ein neuer Termin, der 12. Januar, angesetzt worden war, bat die Polizei den Spitzel, den Überfall zu verschieben, damit sie sich besser vorbereiten konnten. Offenbar kam die Bande dieser Bitte nicht nach.

Die Nacht des 12. Januar war klar und mondhell.412 An dem Tag war schon zweimal Blut geflossen: Morgens hatten Wilderer bei Joans Haus einen Wasserbock getötet, den sie in einer Falle gefangen hatten, und nachmittags hatte ein Leopard eine Gazelle gerissen und über Joans Grundstück gezerrt. Die Blutspur verlor sich in der Nähe des Sees, und der Leopard lief trotz einer langwierigen Suche noch frei herum. Um achtzehn Uhr war Joan mit dem Abendessen fertig. Eine Stunde später wünschte sie Samuel, der seit vierzehn Jahren als Koch für sie arbeitete, eine gute Nacht und schloss sich in den Stahlwänden ihres Schlafzimmers ein.

Ihre beiden neuen somalischen Wachmänner meldeten sich zum Dienst. Ihre acht Angestellten sahen fern, auf dem Apparat, den Joan ihnen geschenkt hatte, und sie selbst schaute sich wahrscheinlich einen Film an. Um zweiundzwanzig Uhr schliefen Joan, ihre Angestellten und ihre Tiere tief und fest. Um halb zwei Uhr morgens bemerkten die Wachen, wie sich zwei Männer von der Moi South Lake Road auf das Grundstück schlichen.

Der eine war mit einer Kalaschnikow bewaffnet, der andere mit einer Panga. Der Wachmann, der die Eindringlinge bemerkt hatte, gab später zu Protokoll, dass sie Kapuzen über dem Gesicht trugen. Er löste Alarm aus, aber John Sutton hatte gerade in Tansania zu tun, und die Wachmänner waren wegen der strengen kenianischen Waffengesetze unbewaffnet. Statt die Eindringlinge zu stellen, rannten sie davon und versteckten sich. Einer der beiden sagte aus, er hätte gehört, wie die beiden darüber diskutierten, ob sie die Wachmänner erschießen sollten, die Alarm geschlagen hatten, sich dann aber dagegen entschieden. »Erledigen wir die Arbeit«, sollen sie gesagt haben."
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