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E-Book

Systemgestaltung im Broadcast Engineering

Prozessorientierte Konzeption integrierter Fernsehproduktionssysteme

AutorChristoph Kloth
VerlagVieweg+Teubner (GWV)
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl308 Seiten
ISBN9783834897466
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis49,44 EUR
Christoph Kloth untersucht unterschiedlichste Ansätze zur Gestaltung von Fernsehproduktionssystemen. Auf dieser Grundlage und unter Zuhilfenahme industrieller Ansätze wie dem Ansatz der Service-orientierten Architekturen (SOA) entwickelt der Autor ein neues Referenzmodell für die Fernsehproduktion und leitet daraus einen praxisorientierten Leitfaden zur Konzeption integrierter Fernsehproduktionssysteme ab.

Dr.-Ing. Christoph Kloth promovierte bei Prof. Dr. Heidi Krömker am Institut für Medientechnik der Technischen Universität Ilmenau. Er arbeitet heute als Project Manager im Umfeld der IT-basierten Fernsehproduktion.

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Leseprobe
6 Konzeption automatisierter Fernsehproduktionssysteme (S. 155-157)

Leitfragen

• Was bedeutet Automatisierung und welche Aufgaben lassen sich automatisieren?
• Welche Besonderheiten bestehen bei der Automatisierung im kreativen Umfeld?
• Welche Strategien existieren für die Automatisierung in integrierten Produktionssystemen?
• Welche Bedeutung hat der Modellierungsansatz für die Automatisierung?

„The great complexity with which some systems will have to be implemented will cry out for the use of automation in places where it has not been considered before.“

Aufgrund der steigenden organisatorischen Vernetzung und technischen Integration, die aus der konvergenten Entwicklung in der Fernsehproduktion resultieren, reicht es nicht mehr, die Automatisierung nur punktuell zu betrachten. Vielmehr ist auch bei der Automatisierung in der Fernsehproduktion ein prozess- und systemübergreifendes Vorgehen notwendig. Die Einordnung der Automatisierung in das Referenzmodell3 kann wesentlich dazu beitragen, die Gestaltung automatisierter Fernsehproduktionssysteme zu systematisieren und zu vereinfachen.

Dieses Kapitel beleuchtet nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen der Automatisierung, was diese im Umfeld der kreativen Prozesse von Fernsehunternehmen bedeutet und wie sie bei der Systemgestaltung zu berücksichtigen ist. Das Referenzmodell bildet dabei in Anlehnung an industrielle Ebenenmodelle den Ausgangspunkt für den Entwurf einer automatisierten Fernsehproduktion, indem es dazu beiträgt, Führungs- und Steuerungsstrukturen zu de?nieren und die anfallenden Aufgaben auf Subsysteme zu verteilen.5 Abschließend werden die Grenzen der Automatisierung aufgezeigt und die Bedeutung des Modellierungsansatzes für die Konzeption automatisierter Fernsehproduktionssysteme erörtert.

6.1 Grundlagen der Automatisierung

Die Automatisierung hat zum Ziel, Mittel, zum Beispiel in Form technischer Anlagen, derart einzusetzen, dass Vorgänge oder Prozesse – je nach Automatisierungsgrad – mit nur geringem oder gar keinem menschlichen Zutun bestimmungsgemäß ablaufen.6 Dazu werden die in einem Prozess zu erfüllenden Aufgaben,7 die bislang von personellen Aufgabenträgern ausgeführt wurden, an maschinelle Aufgabenträger übergeben.8 Die Rolle des Menschen verschiebt sich durch die Automatisierung vom Handelnden innerhalb des Prozesses hin zu demjenigen, der die Aufsicht über den Prozess hat.9 Ziel ist in der Regel, ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit zu erreichen, indem die Durchführungskosten der Herstellung gesenkt werden.10 Der Nutzen ergibt sich im Wesentlichen aus den folgenden Merkmalen der Automatisierung.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Danksagung7
Inhaltsverzeichnis8
Abbildungsverzeichnis10
Tabellenverzeichnis13
Abkürzungsverzeichnis15
1 Einführung18
1.1 Problemstellung18
1.2 Zielsetzung19
1.3 Struktur der Arbeit19
2 Forschungsbereich Fernsehproduktion22
2.1 Fernsehproduktion23
2.1.1 Fernsehunternehmen auf dem deutschen Markt24
2.1.2 Unternehmensziele27
2.1.2.1 Ziele gemeinnütziger Fernsehunternehmen29
2.1.2.2 Ziele kommerzieller Fernsehunternehmen30
2.1.3 Rahmenbedingungen32
2.1.4 Internationaler Vergleich34
2.2 Dimensionen der Fernsehproduktion37
2.2.1 Mensch-Maschine-Kommunikation37
2.2.2 Content: Inhaltliche Dimension39
2.2.3 Organisation: Prozessbezogene Dimension41
2.2.4 Technik: Systemtechnische Dimension44
2.3 Konvergenzen in der Fernsehproduktion45
2.3.1 Konvergenz-Dreieck47
2.3.2 Content: Inhaltliche Konvergenz50
2.3.3 Organisation: Prozessbezogene Konvergenz51
2.3.4 Technik: Systemtechnische Konvergenz53
2.4 Anforderungen an die Fernsehproduktion56
2.4.1 Anforderungs-Dreieck56
2.4.2 Content: Inhaltliche Anforderungen60
2.4.3 Organisation: Prozessbezogene Anforderungen62
2.4.4 Technik: Systemtechnische Anforderungen65
2.5 Herausforderungen bei der Systemgestaltung69
2.6 Forschungsziel71
3 Broadcast Engineering74
3.1 Systemgestaltung75
3.1.1 Aufgaben der Systemgestaltung76
3.1.1.1 Greenfield-Engineering – Neuentwurf76
3.1.1.2 Re-Engineering – Erweiterung und Migration77
3.1.2 Vorgehensweise in der Industrie78
3.1.3 Vorgehensweise im Broadcast-Bereich82
3.2 Modellbildung85
3.2.1 Modelle86
3.2.2 Prinzipien bei der Modellbildung87
3.2.2.1 Blackbox-Methode88
3.2.2.2 Top-down-Ansatz88
3.2.2.3 Variantenbildung89
3.2.3 Modellierungsansatz90
3.2.3.1 Metapher90
3.2.3.2 Metamodell91
3.2.4 Modellierungssprachen91
3.3 Modelle im Broadcast-Bereich93
3.3.1 Analyse- und Auswahlkriterien93
3.3.2 Prozessmodelle96
3.3.2.1 Prozessmodell nach ILLGNER97
3.3.2.2 Prozessmodell nach LILLI98
3.3.2.3 Prozessmodell nach AUSTERBERRY99
3.3.2.4 Prozessmodell nach HEITMANN / KELLERHALS100
3.3.2.5 Prozessmodell der EBU102
3.3.3 Systemmodelle103
3.3.3.1 Komplexitätsebenen in Rundfunksystemen103
3.3.3.2 Module eines Fernsehproduktionssystems106
3.3.3.3 Software-Architekturmodelle107
3.3.3.4 Modell der Management-Dimensionen108
3.3.4 Kombinierte Modelle110
3.3.4.1 SMPTE/EBU-Referenzmodell110
3.3.4.2 Referenzmodell nach KRÖMKER / KLIMSA112
3.3.4.3 IABM Media and Entertainment Industry Model113
3.4 Modelle in der Industrie115
3.4.1 Analyse- und Auswahlkriterien116
3.4.2 Service-orientierte Architekturen117
3.4.3 ISO / OSI-Referenzmodell121
3.4.4 Übergreifendes Ebenenkonzept der Automatisierung123
3.5 Bewertung der Analyse-Ergebnisse126
4 Referenzmodell für die Fernsehproduktion128
4.1 Struktur des Referenzmodells129
4.1.1 Systeme und Services130
4.1.2 Asset-Management132
4.1.2.1 Service-Management133
4.1.2.2 Essence-Management134
4.1.2.3 Metadaten-Management135
4.1.3 Prozess-Management135
4.1.4 Produktions-Management137
4.1.5 Unternehmens-Management138
4.2 Verhalten des Referenzmodells139
4.2.1 Prozesslandkarte139
4.2.1.1 Produktionsprozesse140
4.2.1.2 Logistikprozesse141
4.2.1.3 Managementprozesse141
4.2.1.4 Unterstützende Prozesse141
4.2.2 Ebenenkommunikation142
4.3 Herleitung des Referenzmodells143
5 Prozessorientierter Modellierungsansatz für die Fernsehproduktion147
5.1 Modellierungskontext148
5.2 Modellierungsansatz für die Fernsehproduktion150
5.2.1 Referenzmodell151
5.2.2 Architektursichten152
5.3 Leitfaden zur prozessorientierten Modellierung154
5.3.1 Greenfield-Engineering155
5.3.2 Re-Engineering163
5.3.3 Systemklassifizierung164
5.3.4 Cross-Layer-Design167
5.4 Bewertung des Modellierungsansatzes168
6 Konzeption automatisierter Fernsehproduktionssysteme171
6.1 Grundlagen der Automatisierung172
6.1.1 Automatisierungsgrad174
6.1.2 Automatisierbarkeit von Aufgaben174
6.1.3 Funktionsprinzipien von Automationssystemen175
6.2 Automatisierung in der Fernsehproduktion179
6.2.1 Entscheidungskriterien für die Automatisierung179
6.2.2 Entwicklungsstand in der Fernsehproduktion181
6.3 Automatisierungsstrategien für die integrierte Fernsehproduktion182
6.3.1 Hierarchische Automatisierung183
6.3.2 Automatisierungsstrategien184
6.3.2.1 Produktionsprozesse184
6.3.2.2 Logistikprozesse186
6.3.2.3 Managementprozesse193
6.3.2.4 Unterstützende Prozesse194
6.4 Grenzen der Automatisierung in der Fernsehproduktion195
6.5 Bedeutung des Modellierungsansatzes für die Automatisierung196
7 Konzeption havariesicherer Fernsehproduktionssysteme198
7.1 Grundlagen des Havariemanagements199
7.1.1 Risikomanagement200
7.1.2 Krisenmanagement204
7.1.3 Notfallmanagement204
7.2 Havariekonzepte in der Fernsehproduktion205
7.2.1 Betriebssicherheit206
7.2.1.1 Interne Redundanzen207
7.2.1.2 Failover-Systeme207
7.2.1.3 Havarie-Workflows209
7.2.2 Datensicherheit211
7.3 Havariestrategien für integrierte Fernsehproduktionssysteme213
7.3.1 Ersatz fehlerhafter Ebenen214
7.3.2 Überspringen von Ebenen215
7.3.3 Direkte Kommunikation auf einer Ebene216
7.4 Automatisierung von Havariemaßnahmen217
7.5 Bedeutung des Modellierungsansatzes für das Havariemanagement218
8 Empirische Evaluation des Modellierungsansatzes220
8.1 Untersuchungsmethodik221
8.1.1 Teilnehmende Beobachtung224
8.1.2 Experteninterviews und -workshops225
8.1.3 Formalisierter Fragebogen229
8.2 Fallstudien230
8.2.1 EMSA – Essence Management & Storage Aktuelles (ProSiebenSat.1 Produktion)231
8.2.2 N24plus (ProSiebenSat.1 Produktion)234
8.2.3 Digitales Produktionssystem Aktuelles (ZDF)238
8.2.4 eCenter (Plazamedia)240
8.3 Auswertung der Fallstudien242
9 Schlussbetrachtung244
Anhang247
A.1 Ergänzende Informationen247
A.1.1 Prozesslandkarte nach NOHR / ROOS247
A.1.2 ISO / OSI-Referenzmodell248
A.2 Fallstudien249
A.2.1 EMSA – Modellierung zur Bestandsaufnahme249
A.2.2 N24plus – Modellierung Materialfluss250
A.2.3 N24plus – Modellierung Newsroomworkflow251
A.3 Workshop252
A.4 Fragebogen284
Glossar289
Literaturverzeichnis294
Sachverzeichnis312

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