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E-Book

Volkseigenes Erinnern

Die DDR im sozialen Gedächtnis

VerlagSpringer VS
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl257 Seiten
ISBN9783658175481
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis39,99 EUR
Die Beiträge untersuchen aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Modalitäten der selektiven Inanspruchnahme von DDR-bezogenen Wissensbeständen für individuelle wie kollektive Sinnbildung, wie sie sich im Verlauf der letzten zweieinhalb Jahrzehnte im vereinigten Deutschland herausgebildet haben. Hierbei stehen weniger die 'offiziellen', das heißt die institutionell abgesicherten Sichtweisen auf die DDR im Fokus der Betrachtung. Vielmehr nehmen die Autorinnen und Autoren Formen der sozialen Aneignung (oder auch: der Nicht-Aneignung) dieser sowie anderer, teilweise noch wenig untersuchter DDR-bezogener Wissensbestände 'von unten' in den Blick und liefern so Erkenntnisse über die Formierung der DDR als Gegenstand sozialer Erinnerungs- und Vergessensprozesse seit 1990.

Dr. Hanna Haag ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg.
Dr. Pamela Heß ist freiberuflich tätig in Lehre, Beratung und Forschung der Sozialwissenschaften sowie in der Erwachsenenbildung für verschiedene Träger der politischen Bildung.
Dr. Nina Leonhard ist Projektleiterin im Forschungsbereich Militärsoziologie am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam und Privatdozentin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Zu den Autorinnen und Autoren8
Volkseigenes Erinnern. Die DDR als Gegenstand sozialer Erinnerungs- und Vergessensprozesse12
Literatur19
Teil I Theoretische Überlegungen zur Erforschung sozialer Gedächtnisse21
Etwas Boden unter den Füßen. Auf dem Weg zu einer postkonstruktivistischen Gedenkanalytik22
12014, ein Super(ge)denkjahr?!22
2Gedenken denken in ägyptologischer Tradition23
3Gedenken sprengen im genealogischen terrain vague28
4Vom Dingdenken zu etwas Boden unter den Füßen34
5Unterwegs zu einer postkonstruktivistischen Gedenkanalytik39
Literatur40
Teil II Die DDR im Familiengedächtnis45
„Die Leute, die so eine DDR-Nostalgie haben, denen wünsch ich, dass es einen Knall gibt und es ist wieder, wie’s war, mit allem Furchtbaren.“ Die DDR im familialen Gedächtnis von Übersiedler-Familien46
1Einleitung: Die Hierarchisierung der DDR-Erinnerung(en)46
2Die „Antragsteller(innen)“ – eine ‚stumme‘ Gruppe unter den DDR-Migrant(inn)en48
3Im Schatten der Forschung: Die Übersiedler-Familien51
4Das Forschungsprojekt: Ost-West-Migration im familialen Gedächtnis53
4.1Erinnerungstheoretische Grundlagen der Untersuchung54
5Die DDR im familialen Gedächtnis der Übersiedler-Familien55
5.1DDR-Erinnerungen im Generationenvergleich55
5.2Der Familienfall Fink – eine rekonstruierte Ausreisegeschichte58
5.3Eine Familie, unterschiedliche Modi der Erinnerung59
6Fazit und Ausblick63
Literatur65
„Da war plötzlich alles nicht mehr gut, was mal gut war.“ Die DDR und ostdeutscher Rechtsradikalismus zwischen Diskurs und Familiengedächtnis68
1Familiengedächtnis und Diskurs – begriffliche und methodische Probleme69
2Diskursive Zuschreibungen: Die DDR als Ursache des Rechtsradikalismus in Ostdeutschland72
3Falldarstellungen75
3.1Familie Rambach75
3.2Familie Müller80
3.3Familie Ewald82
3.4Familie Breitner84
4Fazit85
Literatur88
Teil III Soziale Gedächtnisse und Gedächtnispolitik nach 19899091
„Dann kam die Wende und auf einmal war ich wer.“ Erinnerungen ostdeutscher Parlamentarierinnen an ihr Leben in der DDR. Eine biografieanalytische Betrachtung92
1Einleitung92
2Theoretisch-methodischer Rahmen der Studie94
3Die Rekonstruktion der Erinnerungen systemkonformer vs. systemdistanzierter Politikerinnen an das DDR-Regime99
3.1Die Rekonstruktion der Erinnerungsmodi systemkonformer Politikerinnen101
3.2Fallrekonstruktion von Frau H: „Ich bin zu DDR-Zeiten in der SED gewesen. Mich hat dazu keiner gezwungen, darin einzutreten“104
3.3Die Rekonstruktion der Erinnerungsmodi systemdistanzierter Politikerinnen106
3.4Fallrekonstruktion von Frau M: „Und dann kam die Wende und auf einmal war ich wer.“109
4Diskussion und Schlussbetrachtung112
Literatur114
Die DDR-Psychiatrie und deren Transformation nach 1989 im Gedächtnis ihrer Akteure116
1Einleitung116
2Diskursive Rahmung des Transformationsprozesses117
2.1Enthospitalisierung und Etablierung einer neuen Versorgungslandschaft118
2.2Aufarbeitung der Rolle der Staatssicherheit bei der Einweisung von Patient(inn)en119
3Die Psychiatrie vor und nach 1989 im Gedächtnis des Klinikpersonals122
3.1Gedächtnissoziologische Rahmung123
3.2Erinnerungen an die NS-Psychiatrie125
3.3Entpolitisierung der Psychiatrie in der DDR127
3.4Relativierung der Kritik im Kampf um Anerkennung131
3.5Normalisierung der Psychiatrie in der DDR132
4Klinikroutinen und alltagsweltliche Deutungen psychischer Erkrankungen133
4.1Klinikpersonal zwischen Abscheu und Neugier133
4.2„Politische Wahnideen“ und Ungereimtheiten in den Akten136
4.3Personelle Kontinuitäten und autoritärer Habitus138
5Schlussfolgerungen139
Literatur141
Teil IV Raum als Medium sozialer Gedächtnisse144
Ortsbezogene Bindung und Erinnerung(skultur) unter den Bedingungen des Stadtumbaus in Ostdeutschland145
1Einleitung145
2Raumbezogene Bindungen, Erinnerung und Veränderung146
3Umsetzung und Folgen des Stadtumbaus in Ostdeutschland151
4Dememoralisierung als Betroffenheitskategorie im Stadtumbau?153
5Fazit155
Literatur159
Kollektives Erinnern im konzeptionellen Dreieck von Raum, Norm und symbolischen Grenzziehungen am Beispiel des Berliner Stadtteils Prenzlauer Berg162
1Problemaufriss163
2Die soziale Konstruktion von Zugehörigkeit164
3Das Setting Prenzlauer Berg166
4Die Beziehung zwischen kollektivem Erinnern und der Konstruktion von Orten168
5Die Definition räumlicher Zugehörigkeiten durch symbolische Grenzziehungen174
6Schlussbetrachtung177
Literatur179
Teil V Marginalisierte Erinnerungen181
Ausgeblendet. ‚Okkulte‘ Wissens- und Erfahrungsbestände in der DDR182
1Einleitung182
2Szientistische Wirklichkeitsordnung und wissenschaftliche Weltanschauung186
3Im Schatten des Szientismus190
4Kulturelles Gedächtnis und gesellschaftlicher Diskurs198
5Epilog: Was bleibt?200
Literatur202
Das Gedächtnis tabuisierter Erinnerungen. Zum Wandel von Erinnerungen in der und an die DDR205
1Einleitung205
2Mehrwert des Vergleichs unterschiedlicher Vergangenheitsdeutungen207
3Methodologische Grundlegung des Erinnerns im Kontext biografischer Selbstpräsentationen207
4Die konstituierenden biografischen Verläufe zweier Vergangenheitsdeutungstypen211
4.1Der Deutungstyp der verlustreichen Umdeutung211
4.1.1 Der konstituierende biografische Verlauf – die Lebensgeschichte von Irmtraud Althof211
4.1.2 Umgang mit der Tabuisierung nach der Transformation: Irmtraud Althof214
4.1.3 Erinnern an die DDR: Irmtraud Althof216
4.2Der Deutungstyp der abwägenden Umdeutung219
4.2.1 Der konstituierende biografische Verlauf – die Lebensgeschichte von Heide Abayomi219
4.3Umgang mit der Tabuisierung nach der Transformation: Heide Abayomi224
4.3.1 Erinnern an die DDR: Heide Abayomi225
5Verlustreiche und abwägende Umdeutung der Erinnerung – eine vergleichende Typologie227
6Implikationen zur Debatte um Erinnerungen an die DDR231
7Der Zusammenhang von Erinnerung, Diskurs und Rahmen des Kollektivgedächtnisses: Eine gedächtnistheoretische Verortung232
Literatur234
Teil VI Biografischer Epilog237
Sozialwissenschaftliche Praxis in der DDR und BRD: ein biografischer Rückblick238
1Einleitung238
2Als Nachwuchswissenschaftler in der DDR239
3Freiheit und Planung243
4Sozialwissenschaften West245
5Bilanzen246
Literatur247
Personenindex248
Sachverzeichnis253

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