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Alltagsprobleme bei von ADHS betroffenen Kindern und ihren Familien

Hilfsmöglichkeiten durch die soziale Arbeit

eBook Alltagsprobleme bei von ADHS betroffenen Kindern und ihren Familien Cover
Autor
Verlag
Erscheinungsjahr
2015
Seitenanzahl
114
Seiten
ISBN
9783832489755
Format
PDF
Kopierschutz
kein Kopierschutz
DRM
Geräte
PC
MAC
eReader
Tablet
Preis
38,00
EUR

Inhaltsangabe:Einleitung:
In den letzten Jahren werden besonders in den westlichen Industrienationen Familien und deren Umfeld, unterstützt auch durch die TV- und Printmedien, immer häufiger mit dem Begriff des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (im Folgenden kurz als ADHS formuliert) konfrontiert. Parallel gibt es auch noch andere Bezeichnungen für dieses Störungsbild. In der vorliegenden Arbeit wird sich jedoch auf den oben genannten Begriff beschränkt, da dieser in der Regel am häufigsten gebraucht wird.
ADHS ist die häufigste Verhaltensstörung im Kindes- und Jugendalter, es bezeichnet ein klinisches Störungsbild, welches sich durch eine erhebliche Beeinträchtigung der Konzentration und Daueraufmerksamkeit, Störung der Impulskontrolle und der motorischen Hyperaktivität auszeichnet.
Bei cirka drei bis zehn Prozent der Kinder wird im Durchschnitt diese Diagnose gestellt, die aber immer noch um ihre Daseinsberechtigung kämpft, da sie oft als „Modeerkrankung“ tituliert wird. In der Regel sind Jungen sind drei- bis neunmal häufiger betroffen als Mädchen.
Die primäre Ursache für die Entstehung von ADHS scheint nach heutigem Forschungsstand eine Stoffwechselstörung zu sein, jedoch sind ebenfalls psycho-soziale Faktoren entscheidend dafür verantwortlich, wie sich der Krankheitsverlauf entwickelt.
Von den unmittelbaren Bezugspersonen wird das Verhalten oft nicht als Störung gesehen, sondern als Ungezogenheit, Rücksichtslosigkeit und Disziplinlosigkeit. Die Kinder werden als störend wahrgenommen. Aufgrund dieser Reaktionen Anderer werden betroffene Kinder stark verunsichert, wodurch das zumeist schon geringe Selbstwertgefühl weiter eingeschränkt wird.
Die betreuenden Eltern sind in der Folgesituation mit der weiteren Erziehung in den meisten Fällen überfordert. Dadurch werden ungeeignete Erziehungseinstellungen und -praktiken begünstigt. Durch diese Überforderungen können die dringend benötigten Strukturen für das Kind nicht mehr aufrechterhalten werden, was zu einer Verstärkung der ADHS-Symptome führen könnte. Diese Erziehungsfehler verursachen ADHS zwar nicht primär, jedoch müssen auch sie bearbeitet werden, um die Symptome im Alltag zu kompensieren.
Oft klagen betroffene Eltern über allgemeine Erziehungsschwierigkeiten, wie Wutausbrüche, Trotzverhalten, Geschwisterrivalitäten et cetera, wodurch sich nicht selten Beziehungsschwierigkeiten mit einzelnen Elternteilen oder Geschwistern ergeben. Außerdem beeinträchtigt ADHS das Lernen, die Entwicklung sowie das Spielen mit Freunden.
Es beeinflusst also massiv den Alltag der betroffenen Kinder. Da alle Bereiche des täglichen Lebens beeinflusst werden. Die Familie leidet im Besonderen mit. Sämtliche alltägliche Aktivitäten werden durch ADHS wesentlich zeitaufwändiger und sind nicht selten mit Konflikten behaftet. Oft beginnt dies schon beim morgendlichen Aufstehen, zieht sich dann durch den Tag z.B. beim Essen, Hausaufgaben machen, Spielen und Fernsehen und endet dann schließlich beim zu Bett gehen. Selten können die betreuenden Eltern einmal an Entspannung denken, da sie von morgens bis abends mit der Beaufsichtigung ihrer Kinder beschäftigt sind. Der Alltag mit einem ADHS-Kind ist demnach sehr anstrengend und zeitintensiv und erfordert ein hohes Maß an Geduld.
Bislang wurden die Alltagssituationen dieser Familien nur in einzelnen Studien untersucht. In Berlin wurde eine internationale Befragung von betroffenen Familien über die negativen Auswirkungen von ADHS auf den Alltag, vorgestellt, was im Folgenden kurz zusammengestellt werden soll. Die Familien berichteten über erhebliche Belastungen im Alltag, Auswirkungen auf das Familienleben und über Sorgen und Ängste um die Zukunft der von ADHS betroffenen Kinder.
In dieser Arbeit soll erklärt werden, wie sich ADHS bei Kindern im Grundschulalter äußert und mit welchen Alltagsproblemen das Kind und dessen Familie belastet werden. Thematisch wird sich auf die Phase bis hin zum Grundschulalter beschränkt, weil ADHS hauptsächlich zu Beginn der Schulzeit auffällt, da die Anforderungen die dann an die Kinder gestellt werden, erheblich größer sind. Des Weiteren werden sich die Lösungsansätze auf das familiäre Umfeld beschränken, weil sich hier, die Basis für einen konstruktiven und heilenden Umgang aller Beteiligten mit der Erkrankung bilden kann.
Kinder, die von ADHS betroffen sind können lernen ihre Handlungen eigenständig zu steuern, zu organisieren und zu planen. Sie können lernen ihr Verhalten positiv zu verändern um einen stabilen Platz in der Familie und der Gesellschaft zu erhalten. Dies gelingt jedoch nur mit Hilfe der Unterstützung durch die Eltern. Diese brauchen allerdings ebenfalls Unterstützung bei der Umsetzung und Verwirklichung der gesetzten Ziele. Hier wäre eine sozialarbeiterische Begleitung, mit Beratungsgesprächen und konkreter Anleitung wichtiger Bestandteil einer erfolgsversprechenden Entwicklung.
Ausgehend von einer ganzheitlichen Perspektive der Erkrankung, ihrer Ursachen und Folgen für die betroffenen Kinder und deren Familien, soll in der vorliegenden Arbeit versucht werden aus Sicht der Sozialen Arbeit eine neue Betrachtungsmöglichkeit für die betreuenden Eltern zu schaffen.
Auf der Ebene sozialarbeiterischer Unterstützungskonzepte werden Lösungsstrategien aufgezeigt, die den Alltag für Kind und Familie maßgeblich erleichtern können, so dass das Zusammenleben für alle wieder erträglich wird.
Die interdisziplinäre Betrachtungsweise soll den betroffenen Eltern die Möglichkeit geben, mit fundierterem Wissen, neuen Mut für die Bewältigung des Alltags zusammen mit dem Kind zu geben.
Anfänglich erklären wir das Krankheitsbild von „ADHS im Kindesalter“ im Allgemeinen und führen die gängigen Diagnostikverfahren auf. Daraufhin gehen wir auf die verschiedenen ätiologischen Faktoren und andere bestehende Erklärungshypothesen ein.
Man kann davon ausgehen, dass die Erkrankung multifaktoriell bedingt ist und deshalb unbedingt aus diesen verschiedenen, interdisziplinären Blickwinkeln betrachtet werden sollte um einen wirkungsvollen Therapieerfolg zu erzielen.
Anschließend gehen wir auf die bei ADHS am häufigsten angewandten Therapieformen genauer ein da der Alltag der betroffenen Familien nicht selten von Therapien beeinflusst wird.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Sichtweise der Sozialen Arbeit. Es soll aufgezeigt werden, warum es gerade aus sozialarbeiterischer Sicht wichtig ist, auf das immer mehr zunehmende Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitäts-Syndrom zu reagieren.
Die Unterstützungskonzepte der sozialen Arbeit, welche eine sinnvolle Intervention bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, in Verbindung mit ADHS, sein könnten, um die Lebensqualität der Familien zu verbessern sollen im weiteren Verlauf erläutert werden.
Abschließend daran werden die meist genannten und aus Elternsicht häufigst auftretenden Probleme erörtert, sowie hierfür angewandte Lösungsstrategien für deren Bewältigung aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis:
1.Einleitung3
2.ADHS im Kindesalter8
2.1Definition8
2.2Allgemeine Klassifikation nach der ICD-1010
2.3Allgemeine Klassifikation nach der DSM-IV12
2.4Symptomatik / Klinisches Bild13
2.5Diagnostikverfahren und Differentialdiagnosen15
3.Ätiologische Faktoren19
3.1Genetische Faktoren19
3.2Prä- und perinatale Faktoren21
3.3Schadstoff- und Nahrungsmittelallergien22
3.4Neuroanatomische Faktoren23
3.5Neurochemische Faktoren24
3.6Psychosoziale Faktoren25
4.Erklärungshypothesen28
4.1Neurobiologische Hypothesen28
4.2Evolutionstheoretische Hypothesen32
4.3Sozialwissenschaftliche Hypothesen33
4.4Sozialbiologische Hypothesen36
4.5Fazit37
5.Therapieformen38
5.1Medizinische Ansätze am Beispiel der Stimulanzien38
5.1.1Geschichte des Ritalins39
5.1.2Wirkungsweise und Nebenwirkungen40
5.1.3Kritische Äußerungen44
5.1.4Fazit45
5.2Verhaltenstherapeutische Ansätze46
5.2.1Theoretische Grundlagen zu einzelnen Ansätzen47
5.2.2Fazit52
5.3Diätätische Ansätze53
5.3.1Theoretische Grundlagen zu einzelnen Ansätzen55
5.3.2Fazit57
6.Grundlegende Prinzipien des Hilfeverständnisses der Sozialen Arbeit58
6.1Alltagsproblem und die Soziale Arbeit58
6.1.1Konzept der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit60
6.2Multiperspektivische Fallarbeit 62
7.Angewandte Unterstützungskonzepte der Sozialen Arbeit bei Alltagsproblemen65
7.1Beratung66
7.1.1Sozialpädagogische Beratung nach Thiersch67
7.1.2Erziehungsberatung69
7.1.3Elternarbeit am Beispiel des systemisch-lösungsorientierten Coachings71
7.2Elterntraining nach dem OptiMind-Konzept75
7.3systemische Familientherapie77
7.4Sozialpädagogische Familienhilfe (Melanie Hofmann)81
8.Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Umgang mit dem Kind85
8.1Unterschiedliche Wahrnehmung der Alltagsprobleme von Eltern und Kind87
8.2Begrenzung des Kindes durch klare Botschaften90
8.3Gezieltes Loben des Kindes92
8.4Gezielte Reaktion auf negative Aufmerksamkeit95
8.5Das Token-System98
9.Alltagsprobleme in der Familie und ihre Lösungsstrategien98
9.1Telefonieren98
9.2Ständig geforderte Aufmerksamkeit93
9.3Hausaufgaben95
9.4Spielen97
9.5Vergesslichkeit99
9.6Abendessen100
9.7Geschwisterstreit102
9.8Wutausbrüche104
10.Fazit107
Literaturverzeichnis108

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