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Haben Migrationsbewegungen von Polen nach Deutschland seit den 1990er Jahren verstärkt transnationale Züge?

AutorNicole Böhmer
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl17 Seiten
ISBN9783640100460
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis4,99 EUR
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Soziologie - Sonstiges, Note: 1,3, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), Veranstaltung: Neue migrationstheoretische Ansätze, 17 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Das wissenschaftliche Interesse an der Zunahme internationaler Migrationsbewegungen steigt seit Ende des 20. Jahrhunderts deutlich (vgl. Glorius 2007a, S. 13). 'There are nearly 200 million international migrants in 2005, counting only those who have lived outside their country for more than one year and including 9.2 million refugees [...] Numbers are increasing rapidly: from 82 million international migrants in 1970 through 175 million in 2000 to nearly 200 million today.' (GCIM 2005, S. 83). Immer mehr Menschen verlassen somit im Laufe ihres Lebens das Land, in dem sie geboren wurden. Deutschland zählt nicht nur im europäischen, sondern auch im weltweiten Vergleich zur Gruppe von Staaten mit den größten Bevölkerungsanteilen von Zuwanderern erster Generation (vgl. Pallaske 2002, S. 9). Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (2004, S. 11) ist Polen im Jahr 2004 mit 139.283 Zuzügen das Hauptherkunftsland.1 Insgesamt stammen von den rund neun Millionen Einwohnern Deutschlands ca. eine Million aus Polen (vgl. Pallaske 2002, S. 9). Neben diesen quantitativen Veränderungen von Migrationsbewegungen ist auch eine qualitative Veränderung in den Verläufen und individuellen Organisationsformen von Migration zu erkennen. Es hat sich eine transnationale Form der Migration entwickelt, die durch räumliche Mobilität über internationale Grenzen hinweg und die Aufrechterhaltung verstärkter sozialer Verbindungen zwischen Herkunfts- und Zielland gekennzeichnet ist (vgl. Pries 1997, S. 16). Bei dieser Form der Migration geraten verstärkt die zwischen den Herkunfts- und Zielländern entwickelten sozialen Vermittlungsprozesse und Netzwerkstrukturen in den Fokus (vgl. Pries 1996, S. 456). Transnationale Migration zeichnet sich durch häufige Bewegungen und Verbindungen zwischen Herkunfts- und Zielland aus und spiegelt sich somit auch in den Lebensweisen von Migranten wider. Durch die ständigen sozialen Kontakte über nationale Grenzen hinweg kommt es zu einer Verbindung von geographisch entfernten Räumen, die zu einer neuen Einheit verschmelzen: dem transnationalen sozialen Raum (vgl. Glorius 2007b, S. 2). Insbesondere im US-amerikanischen Raum gibt es eine Reihe von Studien zum Theorieansatz der transnationalen Migration. Erst seit einigen Jahren ist die Diskussion auf den Migrationsraum Europa ausgedehnt und untersucht worden. Die polnischen Migranten gelten in Deutschland als eine unauffällige und gut integrierte Zuwanderergruppe.

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