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E-Book

Keine Angst, der will nur spielen

Der Männer-Report

AutorPaula Lambert
VerlagPiper Verlag
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl240 Seiten
ISBN9783492962704
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Warum geraten die entzückendsten Frauen an die falschen Männer? Und wie unterscheidet man die Luschen von den Volltreffern, bevor es zu spät ist? Paula Lambert untersucht in ihrem neuen Buch die verschiedenen Männertypen nach ihrem Beziehungsverhalten und kommt zu unglaublichen Erkenntnissen, die in keinem Single-Haushalt fehlen sollten - wahr und sehr witzig!

Paula Lambert, geboren 1974, hat mit ihrer Kolumne in der Zeitschrift GQ Monat für Monat Heerscharen von Lesern erregt. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

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Leseprobe

PROLOG


Sehen Sie diese Frau da drüben? Diese blonde, gut gebaute Person mit dem gewinnenden Lächeln? Sie kennen sie, ganz bestimmt. Ihr Name ist Anna. Das Verrückte daran ist, dass Anna nicht nur gut aussieht, sondern auch noch intelligent ist, gut ausgebildet und ziemlich unneurotisch (wenn man von ihrer Vorliebe für komplizierte Bestellungen in Restaurants mal absieht, angeblich hat sie eine Glutenunverträglichkeit). Anna ist lustig, warmherzig und für jeden Blödsinn zu haben. Anna hat eine Menge Eigenschaften, die beneidenswert sind. Trotzdem ist Anna seit fünf Jahren Single.

Wenn ich behaupte, dass Sie Anna kennen, dann vor allem deshalb, weil jeder in seinem Freundeskreis mindestens eine Frau hat, die ziemlich großartig ist – und trotzdem keinen Mann findet. Vielleicht sind ja sogar Sie selbst diese Frau.

Ich habe viele Jahre Frauen zum Thema Liebe befragt. Was wollt ihr von einer Partnerschaft? Was sind eure Wünsche? Warum fühlt ihr euch in Partnerschaften enttäuscht oder, schlimmer noch, getäuscht? Warum verharrt ihr manchmal in Beziehungen, in denen ihr hauptsächlich genervt seid, anstatt euer wahres Liebespotenzial mit jemandem auszuschöpfen, der wirklich zu euch passt?

Die Antworten waren fast immer die gleichen: Weil ich denjenigen oder diejenige einfach nicht finde. Weil ich Angst habe, dass ich dann allein dastehe.

Meine Antwort darauf war auch fast immer die gleiche: Kann gar nicht sein. Das müssen wir uns mal genauer angucken. Da muss irgendein Fehler im System stecken.

Ich habe diesen Fehler gefunden. Aber dazu später mehr.

Kehren wir zunächst einmal zu Anna zurück. Wir sitzen in einer Bar. Anna sieht mich aus ihren großen, blaugrünen Augen an und sagt den Satz, den ich so gerne am Anfang eines Gesprächs höre: »Du bist doch eine Frau.« Ich finde den Satz deshalb so großartig, weil er von »Hast du ein Tampon dabei« über »Kann ich mal deinen Lippenstift borgen« und »Warum kriegen wir die Umweltproblematik nicht in den Griff« bis »Erklär mir bitte noch mal ganz genau, warum er nicht zurückruft« so ziemlich alles abdeckt.

»Ich verstehe das nicht«, sagt Anna. »Wir haben uns super verstanden. Beim ersten Date waren wir im Kino und danach noch was essen. Beim zweiten Date in einer Ausstellung und tanzen. Bei der dritten Verabredung hat er mich dann nach meinen Zukunftsplänen gefragt. Natürlich habe ich ihm von meiner Beförderung erzählt. Danach war er wie ausgewechselt. Als wir uns verabschiedet haben, hat er mich nicht mal geküsst, sondern mir einen Knuff gegen den Oberarm gegeben. Was habe ich bloß falsch gemacht?«

Die Antwort ist natürlich einfach: Nichts. Im Grunde kann man beim Daten nichts falsch machen, solange man einfach man selbst bleibt. Nicht mal Psychopathen können beim Daten etwas falsch machen. (Es sei denn, sie tun so, als wären sie jemand anders, zum Beispiel jemand mit Seele und Tiefgang. Auf so jemanden reinzufallen kann einem schon mal passieren, aber es sollte auf keinen Fall die Regel sein, verstanden? Ich selbst bin einmal von so einem übertölpelt worden, und ich habe bis heute blutintensive Pläne mit ihm, sollte ich einmal in diesem Land eine kleine Privatdiktatur gründen!) Das Einzige nämlich, worauf man bei der Partnersuche achten muss, ist, sich jemanden auszusuchen, der vom Entwicklungsstand her ungefähr zu einem passt. Und das wiederum ist verflixt kompliziert.

Ich rede hier nicht von »Oh mein Gott, wir mögen BEIDE Simply Red, ist das nicht der Wahnsinn? Und wir waren beide schon in diesem entzückenden Lokal an der Amalfiküste. Das kann kein Zufall sein!«. Gemeinsamkeiten mit einem anderen Menschen zu finden ist so einfach wie Rotz von der Backe wischen. Man könnte mich zum Beispiel mit irgendeinem völlig absurden Menschen in einen Raum stellen, und ich könnte in null Komma nichts ungefähr zehn Dinge finden, die wir gemeinsam haben. Nehmen wir zum Beispiel George W. Bush. Wir mögen beide Alkohol, wir lieben Reisen in entfernte, sandige Länder – wobei ich noch nie im Irak war und auch nicht in Afghanistan, wohl aber in Dubai, Abu Dhabi, Marokko, Tunesien und in irgendeinem gottverlassenen Kaff mitten in der Sahara, wo es mitten in der Nacht anfing, wie aus Eimern zu gießen. (Mein Zelt war undicht.) Dann steht er total auf die USA, und ich ja irgendwie auch, vor allem auf die Landschaft. Wir haben beide nahe Verwandte mit dem Vornamen Barbara, können beide reiten und lesen beide gerne Bücher, in denen kleine Ziegen vorkommen. Er und ich mögen beide gutes Essen. Er tanzt gerne, ich auch. Uns stehen Cowboyhüte. Nicht zuletzt steht er total auf Sprachwitz (das macht er doch absichtlich, oder?) und ich auch! Zufall? Das will ich schwer hoffen. Ein kleiner Unterschied zwischen uns ist vielleicht, dass ich, als ich von 9/11 gehört habe, gleich aufgestanden und losgelaufen bin.

Was ich sagen will: Man kann sich mit jedem x-beliebigen Menschen irgendwie gemeinmachen. Und auch, wenn ich mich im täglichen Leben so weit wie möglich von Typen wie George W. distanziere, kann ich nachvollziehen, dass ein Mensch in Zeiten von Verzweiflung, Einsamkeit und/oder Verliebtheit nach möglichst vielen gemeinsamen Nennern sucht, um sich in der Partnerwahl möglichst offen und flexibel zu zeigen. Das klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Eine weise Partnerwahl sollte nicht aus Sentimentalitäten heraus getroffen werden.

»Anna«, frage ich, »wie sieht dein Traummann aus?«

Sie überlegt kurz, dann hellt sich ihr Gesicht auf, und sie sagt selbstbewusst: »Das ist ganz einfach. Mein Traummann ist Indiana Jones.«

Hier haben wir das Problem in zwei Worten. Indiana. Jones. Indiana Jones ist der Urtypus des selbstbestimmten, von Testosteron, Abenteuerlust, Bildung, Stärke und Cleverness durchtränkten Mannes. Er klingt zu gut, um wahr zu sein, und leider ist er das natürlich auch. Und das liegt nicht daran, dass der Typ ein fiktiver Charakter ist oder dass solche Männer, sollte es sie wirklich gegeben haben, seit mindestens achtzig Jahren komplett ausgestorben sind. Nein, das Problem liegt darin, dass Anna nicht genau hinschaut. Anna erhofft sich Indiana Jones, obwohl sie mit Florian Silbereisen ausgeht. Das kann nicht funktionieren.

Während man die Erwartungen einer Frau an einen Typen wie Indy durchaus nachvollziehen kann (ständig neue Storys, nicht immer die alte »Damals, als ich im Studentenwohnheim gelebt habe«-Leier, vermutlich großartiger Sex, ein von allen Frauen angehimmelter Mann, der mit den großen Geheimnissen der Welt per Du ist, prima Gene, zumindest von Vaters Seite, ziemlich gutes Hutgesicht), sieht die Realität leider vollkommen anders aus. Der Typ ist ständig weg, und wenn er mal wiederkommt, schmeißt er seine vor Dreck strotzenden Klamotten wahrscheinlich irgendwo in die Ecke. Zum Sex ist er entweder zu müde oder zu sehr verwundet, was bedeutet, dass man ihn erst mal wochenlang mit Suppen und heißen Bädern hochpäppeln muss. Er ist unzuverlässig und bewegt sich häufig jenseits der Grenzen der Legalität, was zur Folge haben kann, dass irgendwann, wahrscheinlich sogar häufiger, die Polizei auf der Matte steht. Schließlich sind Grabräuberei und die Entwendung von Nationalheiligtümern keine Kavaliersdelikte. Von den ständig zerschossenen Fenstern und der häufiger von irgendwelchen Gangstern durchwühlten Behausung abgesehen, wird Indiana Jones nach etwa zwei Wochen an einem Fleck mürrisch und träge, vermutlich sogar ausgesprochen übellaunig, während man als Frau dann nur noch hofft, dass möglichst bald irgendwelche Heinis aufkreuzen, die behaupten, das wirklich echte Grabtuch Jesu gefunden – und leider wieder verloren zu haben. Überhaupt eignet der Kerl sich nicht für ausgiebige Streicheleinheiten, und das, wo doch das Einzige, was eine Frau manchmal am Abend braucht, eine ausgiebige Rückenmassage ist.

Frauen, die auf Indiana Jones stehen, haben also ein Problem. Na gut, ich bin ehrlich: die anderen auch.

Wir Frauen neigen dazu, Realitäten romantisch zu verklären. Was schade ist, weil Männer in dieser Hinsicht wie eBay-Artikel sind: Das Ding ist gekauft wie gesehen. Die wenigsten Männer machen einem was vor. Frauen haben nur verlernt, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Kein Wunder. Die Wahrheit sieht nämlich manchmal aus wie Indiana Jones nach einer fünf Wochen währenden Thanksgiving-Party, allerdings ohne Schlaf, ohne Bewegung und vor allem ohne Dusche. Erwähnte ich schon, dass ich Indiana Jones wahnsinnig sexy finde?

In unserer Zeit wird die Suche nach einem Partner, wird das vollkommen Irrationale der Liebe gerne in praktische, saubere Rubriken verpackt. Jede Art von Attraktion wird in mundgerechte Typologien zerlegt, die leicht bekömmlich und noch leichter verdaulich sind. Es gibt Charts, Checklisten und Übereinstimmungsdiagramme. Wir lassen zu, dass Computer uns potenzielle Partner zuführen, die anhand von Algorithmen bestimmt werden. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass ich mit einem wie George W. zusammengeschmissen werde, schließlich mögen wir beide die Farbe Blau, und die Art, wie wir kleine Hunde malen, ist fast identisch!

Wenn Frauen also heute das Gefühl haben, dass es keine »Männer« mehr gibt und sie deshalb auch keinen Partner finden, dann liegt das daran, dass es tatsächlich keine Männer gibt, zumindest nicht, wie sie in der weiblichen Vorstellung existieren. Das muss nicht Indiana Jones sein. Es können, je nach Alter, auch Mick Jagger, Justin Bieber, Edward Cullen oder meinetwegen der Bäcker von nebenan sein. Die Wahrheit ist, dass der Mann heutzutage ein ganz anderer ist als noch vor zwanzig Jahren. Biologisch gesprochen: Bestimmte Arten sind längst ausgestorben. Andere haben...

Blick ins Buch

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