Sie sind hier
E-Book

Aktuelle Herausforderungen für die deutsche Lebensversicherung

35. Mannheimer Versicherungswissenschaftliche Jahrestagung

AutorGuido Bader, Christian Finke, Andreas Hogh
VerlagVVW GmbH
Erscheinungsjahr2011
ReiheMannheimer Vorträge zur Versicherungswissenschaft 90
Seitenanzahl54 Seiten
ISBN9783862980932
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
"Die 35. Mannheimer Versicherungswissenschaftliche Jahrestagung stand unter dem Generalthema ""Aktuelle Herausforderungen für die deutsche Lebensversicherung"". Das vorliegende Heft 90 der Mannheimer Vorträge zur Versicherungswissenschaft dokumentiert die beiden zu diesem Themenkreis im ersten, mathematisch-ökonomisch orientierten Block der Jahrestagung gehaltenen Referate. Guido Bader beleuchtet in seinem Vortrag die ""Perspektiven des Geschäftsmodells der deutschen Lebensversicherer"". Nach einer Bestandsaufnahme der Kernelemente des Geschäftsmodells (Ausgleich im Kollektiv und in der Zeit, werthaltige, meist lebenslange Optionen und Garantien der Versicherungsnehmer) geht er auf die aktuellen Herausforderungen ein (Kapitalmarktumfeld, Tendenzen in der Produktentwicklung, Trend zur Individualisierung von Risiken, Marktwertansatz) und zeigt schließlich Perspektiven für das Geschäftsmodell auf. Christian Finke und Andreas Hogh nehmen in ihrem Vortrag die ""Geldwertstabilität als Herausforderung für die Lebensversicherung"" unter die Lupe und analysieren auf der Basis einer stochastischen Simulation die Konsequenzen von Niedrig- sowie Hochzinsszenarien für ein Muster-Lebensversicherungsunternehmen. Der Titel richtet sich vornehmlich an Führungskräfte in den Bereichen Produktentwicklung und Asset/Liability-Management in Versicherungsunternehmen."

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
Perspektiven des Geschäftsmodells der deutschen Lebensversicherer (S. 7-8)

(Kurzfassung des Referats mit Folienpräsentation)

von Dr. Guido Bader

Seit einigen Monaten vergeht kaum ein Tag, an dem die Presse nicht das Ende des Geschäftsmodells der deutschen Lebensversicherer prophezeit. Sei es, dass die Versicherer sich die langfristigen Zinsgarantien nicht mehr leisten können, sei es, dass die Überschussbeteiligung schon seit Jahren rückläufig ist, sei es, dass neue internationale Bilanzierungsregeln oder gar Solvency II den Todesstoß für die Branche bedeuten. Eines ist jedoch allen Artikeln gemein: Sie reduzieren das Geschäftsmodell der deutschen Lebensversicherer immer auf einen Baustein, ein Detail – meist sogar ein unbedeutendes.

Die Frage, was das Geschäftsmodell wirklich ausmacht, ist dagegen vielschichtig. Eine entscheidende Zäsur für das Geschäftsmodell der deutschen Lebensversicherer stellte sicherlich das Alterseinkünftegesetz im Jahr 2005 dar. Standen bis dahin steuerlich begünstigte Kapitallebensversicherungen im Mittelpunkt, so werden seitdem vornehmlich Rentenversicherungen verkauft, entweder als geförderte Produkte der Schichten 1 und 2 oder als private Rentenversicherungen der Schicht 3. Statt einfacher, standardisierter Sparprodukte mit Todesfallabsicherung werden nun zunehmend komplexe und flexible Rentenprodukte verkauft, die das von den Versicherern wenig geliebte Langlebigkeitsrisiko absichern.

Neben der Produktlandschaft gibt es jedoch weitere Kernelemente, die erst in ihrer Gesamtheit betrachtet das Geschäftsmodell der Lebensversicherer ausmachen. Zu diesen Kernelementen gehören einerseits die Garantien, vor allem der Garantiezins, und die werthaltigen Optionen der Versicherungsnehmer, wie die Stornomöglichkeit während der Laufzeit oder das Kapitalwahlrecht zu Rentenbeginn. Zu diesen Kernelementen gehören aber auch der Gleichbehandlungsgrundsatz nach § 11 (2) VAG, der keine Schlechterstellung einzelner Versicherungsnehmer gegenüber dem gesamten Kollektiv erlaubt, sowie der vertikale und horizontale Risikoausgleich.

Dabei wird in der Öffentlichkeit vor allem der vertikale Risikoausgleich wahrgenommen, unter dem der Ausgleich biometrischer Risiken im Kollektiv sowie der Ausgleich von Kapitalanlagerisiken durch Mischung und Streuung in einem gemeinsamen Deckungsstock verstanden wird. Ebenso bedeutend ist jedoch der horizontale Ausgleich in der Zeit: Die Glättung der Überschussbeteiligung durch die Pufferwirkung der „Rückstellung für Beitragsrückerstattung“ (RfB).

Erst das Zusammenwirken all dieser Bausteine macht das einzigartige und von Banken oder Fondsgesellschaften nicht reproduzierbare Geschäftsmodell der deutschen Lebensversicherer aus. Das derzeitige Umfeld für das Geschäftsmodell der deutschen Lebensversicherer ist jedoch ganz ohne Frage schwierig. Erwähnenswert sind hier beispielsweise das aktuell für die Branche problematische Kapitalmarktumfeld, die kritisch zu hinterfragenden Tendenzen in der Produktentwicklung, die negativen Folgen nachteiliger Gerichtsurteile bzw. Gesetze oder die Auswirkungen von Solvency II. Diese vier Problemfelder sollen im Folgenden näher beleuchtet und hinsichtlich ihrer tatsächlichen Auswirkungen auf die deutschen Lebensversicherer genauer analysiert werden.

Das Umfeld an den europäischen und internationalen Kapitalmärkten stellt derzeit eine große Herausforderung für die Branche dar. Die deutschen Lebensversicherer investieren die Kundengelder seit jeher vornehmlich in festverzinsliche Wertpapiere. Riskantere Kapitalanlagen wie Aktien, Immobilien, Beteiligungen usw. sind in den letzten Jahren – auch im Vorgriff auf Solvency II (doch dazu später) – zunehmend aus den Büchern der Versicherer verschwunden.
Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Herausforderungen für die deutsche Lebensversicherung1
Vorwort4
Inhaltsverzeichnis6
Perspektiven des Geschäftsmodells der deutschen Lebensversicherer8
Das Geschäftsmodell der deutschen Lebensversicherer16
Ein schwieriges Umfeld für das Geschäftsmodell19
Ausblick für das Geschäftsmodell29
Geldwertstabilität als Herausforderung für die Lebensversicherung32
35. Mannheimer Versicherungswissenschaftliche Jahrestagung36
1. Deutsche Bank Gruppe: Ein starkes Fundament37
2. Geldwertstabilität - Deflation oder Inflation40
3. Auswirkungen auf ein Lebensversicherungsunternehmen43
4. Fazit53

Weitere E-Books zum Thema: Banken - Versicherungen - Finanzdienstleister

MIFID - Probleme und Chancen

E-Book MIFID - Probleme und Chancen

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich BWL - Bank, Börse, Versicherung, Note: 1,3, Hochschule RheinMain, Veranstaltung: Finanzierung, 13 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, ...

Weitere Zeitschriften

aufstieg

aufstieg

Zeitschrift der NaturFreunde in WürttembergDie Natur ist unser Lebensraum: Ort für Erholung und Bewegung, zum Erleben und Forschen; sie ist ein schützenswertes Gut. Wir sind aktiv in der Natur und ...

BONSAI ART

BONSAI ART

Auflagenstärkste deutschsprachige Bonsai-Zeitschrift, basierend auf den renommiertesten Bonsai-Zeitschriften Japans mit vielen Beiträgen europäischer Gestalter. Wertvolle Informationen für ...

der praktiker

der praktiker

Technische Fachzeitschrift aus der Praxis für die Praxis in allen Bereichen des Handwerks und der Industrie. “der praktiker“ ist die Fachzeitschrift für alle Bereiche der fügetechnischen ...

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg) ist das offizielle Verbandsorgan des Württembergischen Landessportbund e.V. (WLSB) und Informationsmagazin für alle im Sport organisierten Mitglieder in Württemberg. ...

DHS

DHS

Die Flugzeuge der NVA Neben unser F-40 Reihe, soll mit der DHS die Geschichte der "anderen" deutschen Luftwaffe, den Luftstreitkräften der Nationalen Volksarmee (NVA-LSK) der ehemaligen DDR ...

rfe-Elektrohändler

rfe-Elektrohändler

rfe-Elektrohändler ist die Fachzeitschrift für die CE- und Hausgeräte-Branche. Wichtige Themen sind: Aktuelle Entwicklungen in beiden Branchen, Waren- und Verkaufskunde, Reportagen über ...

FileMaker Magazin

FileMaker Magazin

Das unabhängige Magazin für Anwender und Entwickler, die mit dem Datenbankprogramm FileMaker Pro arbeiten. In jeder Ausgabe finden Sie praxiserprobte Tipps & Tricks, die Ihnen sofort die ...