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Den Sprung wagen

Wie wir uns von destruktiven Gewohnheiten und Ängsten befreien

AutorPema Chödrön
VerlagArkana
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl128 Seiten
ISBN9783641045104
FormatePUB/PDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis6,99 EUR
'Mögen alle Wesen glücklich sein!' lautet ein bekannter Segensspruch der Buddhisten. Was können wir tun, um diesem anspruchsvollen Ziel näher zu kommen? Sind wir nicht alle gespalten in positive und destruktive Wesensanteile? Pema Chödrön, die wohl populärste Lehrerin des tibetischen Buddhismus, fordert uns auf zu wählen, welche Anteile wir in uns fördern möchten. Dazu benötigen wir den Mut, uns bewusst mit Ängsten und unseren negativen Denkgewohnheiten auseinanderzusetzen. Wie wir diesen Erkenntnisprozess ins Leben umsetzen, zeigt die Autorin mit Übungen, die auch ohne Meditationspraxis durchgeführt werden können. Wir lernen, den Alltag als unseren Lehrer zu betrachten. Je bewusster wir leben, desto mehr wird die tägliche Erfahrung zu einem Übungsfeld, in dem wir unsere natürliche Wärme, Offenheit und Intelligenz frei legen können, um sie der Welt zum Geschenk zu machen. So kann der Sprung in die Freiheit gelingen.
Mit Übungen - auch ohne Meditationspraxis anwendbar.


Pema Chödrön ist US-Amerikanerin und buddhistische Nonne in der Tradition des tibetischen Meditationsmeisters Chögyam Trungpa. Sie ist Leiterin des tibetischen Klosters Gampo Abbey auf der kanadischen Insel Cape Breton. Neben Ayya Khema gehört Pema Chödrön heute zu den bekanntesten buddhistischen Lehrerinnen der Welt. Wie diese wurde sie Mutter, bevor sie ihre Gelübde als Nonne ablegte und ist somit bestens sowohl mit dem weltlichen als auch dem geistlichen Leben vertraut.

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Leseprobe
9 DEN SINN DES LEIDENS ERKENNEN (S. 60-61)

Bevor wir wirklich verstehen können, was natürliche Wärme ist, müssen wir oft erst einen Verlust erleiden. Jahrelang leben wir gewohnheitsmäßig vor uns hin und halten das Leben für selbstverständlich. Dann haben wir oder jemand, der uns nahesteht, einen Unfall oder wir werden schwer krank, und es fällt uns wie Schuppen von den Augen. Wir sehen, wie bedeutungslos so vieles von dem ist, was wir tun, und wie leer so vieles von dem ist, woran wir hängen.

Als meine Mutter starb und man mich bat, ihre persönliche Habe durchzusehen, traf mich diese Erkenntnis hart. Sie hatte Schachteln voller Papier und liebgewordenem Krimskrams aufbewahrt, Dinge, an denen sie während ihrer vielen Umzüge in immer kleinere Wohnungen festgehalten hatte. Sie waren für sie Symbole der Geborgenheit und des Trostes gewesen, und sie hatte sich nicht von ihnen trennen können. Jetzt waren es nur noch Schachteln mit irgendwelchem Zeugs, Dinge ohne Bedeutung, die niemandem Trost oder Geborgenheit spendeten.

Für mich waren es nur sinnlose Gegenstände, aber sie hatte daran gehangen. Als ich das sah, wurde ich traurig und nachdenklich. Danach konnte ich das, was ich angesammelt hatte, nie mehr mit denselben Augen betrachten. Ich hatte begriffen, dass die Dinge an sich einfach sind, was sie sind – weder wertvoll noch wertlos –, und dass all die Etiketten, Ansichten und Meinungen, mit denen wir sie versehen, willkürlich sind.

Durch diese Erfahrung kam ich mit der natürlichen Wärme in Berührung. Der Verlust meiner Mutter und der Schmerz, den ich empfand, als ich so deutlich wahrnahm, wie wir die Welt mit Urteilen, Werten, Meinungen, Vorlieben und Abneigungen befrachten, lösten bei mir großes Mitgefühl für unser gemeinsames menschliches Dilemma aus. Ich erinnere mich, wie ich mir im Stillen sagte, dass die ganze Welt aus Menschen wie mir besteht, die viel Lärm um nichts machen und furchtbar darunter leiden.

Als meine zweite Ehe in die Brüche ging, erfuhr ich die Bitterkeit der Trauer und die tiefe Halt- und Bodenlosigkeit des Kummers, und alle Schutzschilde, die ich immer hatte aufrechterhalten können, zerbröckelten. Zu meiner Verwunderung erlebte ich zusammen mit dem Schmerz auch eine echte Zärtlichkeit für andere Menschen. Ich erinnere mich an die vollständige Offenheit und Sanftmut, die ich für Menschen empfand, die ich kurz bei der Post oder beim Einkaufen traf. Ich betrachtete die Menschen, die mir begegneten, als mir gleich – als durch und durch lebendige Wesen, voll und ganz dazu fähig, gemein oder freundlich zu sein, zu stolpern, zu fallen und wieder aufzustehen. Ich hatte nie zuvor so viel Nähe zu Unbekannten verspürt.

Ich konnte Verkäuferinnen und Automechanikern, Bettlern und Kindern in die Augen schauen und unsere Gleichheit spüren. In meinem Unglück tauchten die Eigenschaften der natürlichen Wärme — Eigenschaften wie Güte, Einfühlungsvermögen und Anerkennung – ganz spontan auf. Es heißt, dass noch einige Wochen nach dem 11. September eine solche Atmosphäre in New York herrschte. Als die allen vertraute Welt zusammenbrach, rückte eine ganze Stadt voller Menschen zusammen, man kümmerte sich umeinander und hatte keine Hemmungen mehr, einander in die Augen zu schauen.
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