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E-Book

Janusz Korczak - Themen seines Lebens

Eine Werkbiographie

AutorFriedhelm Beiner
VerlagGütersloher Verlagshaus
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl288 Seiten
ISBN9783641059590
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis15,99 EUR
Das Denken und Handeln des »Vaters fremder Kinder«

- Ein einzigartiger Verständnisschlüssel für das Werk Janusz Korczaks

- Ausgestattet mit einem umfangreichen Titel-, Namen- und Sachregister

Das umfangreiche publizistische und literarische Werk Janusz Korczaks ist ohne Kenntnis der biografischen Hintergründe, vor denen es entstanden ist, nur schwer zu verstehen. Hier zeichnet Friedhelm Beiner nach, in welchen Lebensabschnitten und unter welchen Eindrücken der Arzt, Literat und Pädagoge seine Themen entwickelte. In der Entfaltung der Lebensthemen Korczaks entsteht so eine einzigartige Werk-Biografie. Sie reicht von den Erinnerungen Korczaks an seine Kinder- und Jugendzeit bis zum Tagebuch aus dem Warschauer Ghetto, das Korczak am 4. August 1942 abbrechen muss, weil die Nazi-Schergen ihn und seine Kinder in die Todeswaggons nach Treblinka trieben.

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Leseprobe
"10. Erzieher der ErzieherInnen: 1921ff (S. 145-146)

Ab dem Jahr 1921 ist Korczak nicht mehr nur der Erzieher der Kinder, sondern auch ein Erzieher der ErzieherInnen und das nicht nur im Dom Sierot und Nasz Dom. Er wirkt in mehreren Bereichen als pädagogischer Lehrer: – Die pädagogischen MitarbeiterInnen der Außenstation »Różyczka« arbeiten nach seinen Methoden und Ideen; – er hält Referate, beispielsweise: Der Frühling und das Kind sowie Über die Schulzeitung; – er beteiligt sich an der Ausbildung von Kindergärtnerinnen; – in den Bursen der Waisenhäuser hilft er angehenden ErzieherInnen, praktische pädagogische Erfahrungen zu sammeln.

10.1 In der Kolonie »Różyczka« (1921)

Korczak hatte bereits vor einigen Jahren im Wochenblatt des Dom Sierot darüber berichtet, dass sich die Mitglieder der Gesellschaft »Hilfe für Waisen« auf ihren Jahresversammlungen stets über den Stand der Erziehung im Dom Sierot informieren und sich erkundigen, »was man noch tun muss, damit es die Kinder besser haben. Also haben wir einmal gesagt, dass im Sommer nur 2 Jungen aufs Land fahren konnten, und alle anderen Kinder saßen in der Stadt, obwohl sie so gerne gefahren wären. Damals haben sie beschlossen, dass man im Sommer ein Haus für die Kinder bauen müsse, damit sie in den Ferien dort hinfahren können; und wenn jemand hustet oder nicht zunimmt, dann sollte er auch den Winter über auf dem Land bleiben können.«

Dieser Wunsch geht im Jahr 1921 in Erfüllung: Das Dom Sierot erhält eine Außenstation auf dem Lande. Im einem Jahresbericht der Gesellschaft heißt es: »Auf dem 10 Morgen großen Landgut, das uns von Maksymilian Cohn gespendet wurde, haben wir eine eigene Sommerkolonie eingerichtet. « In Gocławek, in der Gemeinde Wawer nahe Warschau, entsteht die Kolonie »Różyczka«, so genannt nach der Tochter (Röschen) des Spenders. Różyczka soll nicht nur den Kindern des Dom Sierot, sondern auch Kindern anderer Erziehungsanstalten zur Erholung dienen. Nach dem Vorschlag von Dr. Eliasberg, dem Vorsitzenden der Gesellschaft, pachtet der Verein zusätzlich 20 Morgen Land in der Nachbarschaft des Koloniegebäudes, um dort eine Landwirtschaft zu betreiben. Auf dem Bauuernhof sollen Lebensmittel für das Waisenhaus erwirtschaftet werden:

»Wir beginnen mit dem Aufbau eines Bauernguts. Womöglich ist es ein riskantes Unterfangen, aber notwendig; ohne eigenes Mehl, eigene Kartoffeln und Milch sowie eigenes Gemüse – werden wir den Bedürfnissen nicht gerecht.«339 Der Hof wird sich mit der Zeit zu einem Lehrhof für Zöglinge des Dom Sierot entwickeln, auf dem einige nach Verlassen des Heims die Landwirtschaft erlernen können. In der Różyczka wird später auch ein Kindergarten entstehen. Die Betreuung der Kinder unterschiedlichen Alters erfolgt über pädagogische »Multiplikatoren«: Mitarbeiter aus der Burse, die in der Różyczka nach Korczaks Methoden und Ideen arbeiten. Und Korczak selbt wird in den Sommermonaten gerne Gast in der Różyczka sein."
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