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E-Book

Typografie kompakt

Vom richtigen Umgang mit Schrift am Computer

AutorMax Bollwage
VerlagSpringer-Verlag
Erscheinungsjahr2005
Seitenanzahl142 Seiten
ISBN9783540275626
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis24,99 EUR
'Learning by doing', klappt das wirklich immer? Zumindest für die professionelle Textgestaltung am Bildschirm sind ein paar Grundkenntnisse der Typografie unerlässlich. Dieses Buch vermittelt typografisches Basiswissen auf knappe und anschauliche Weise. Es bietet Hilfe für alle, die am Computer Texte bearbeiten, Internetseiten entwerfen und Drucksachen gestalten wollen. Es ist praxisgerecht aufgebaut aus Antworten auf Fragen, die der Computer stellt nach Format, Satzspiegel, Schrift, Schriftgröße, Abstände, Gliederung u.a.m. Keine langen Beschreibungen, dafür leicht merkfähige Abbildungen und in der Praxis erprobte Gestaltungsmodelle. Ein Kapitel befasst sich ausführlich mit der Rolle der Typografie im Corporate Design. Für die heute fast unübersehbare Zahl von Schriften bietet das Buch ein neues Ordnungssystem, das den Überblick über die Schriften erleichtert und hilft, eine passende Schrift zu finden.

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Leseprobe
Der Computer fragt nach den Rändern und meint den Satzspiegel (S. 24)

Der bedruckte Teil einer Seite ist der Satzspiegel. Er kann aus Text, aus Bildern oder beidem bestehen. Seine Proportionen sollten in Büchern denen des Formats angeglichen sein. Die Ränder sind der unbedruckte Teil. Sie umgeben den Satzspiegel oben, unten, innen und außen. Im Buch sollte ihr Verhältnis gut abgestimmt sein. Nicht immer funktioniert das übliche Schema: innen 2, oben 3, außen 4 und unten 5 Einheiten. Häu.g sind die innenliegenden Seiten eines Buches sehr stark gewölbt, so dass ein zu klein gewählter Rand innen das Lesen erschweren kann. Bei Werbedrucksachen kommt es nicht selten vor, dass ein Heftrand verlangt wird, und der sollte nicht unter 18 mm breit sein.

Am Computer wird der Satzspiegel vor dem Öffnen eines neuen Dokuments durch Bestimmung der Ränder festgelegt. Das bedeutet, dass man sich vorher überlegen muss, wie groß der Satzspiegel sein soll und wo er auf der Seite stehen soll. Eine Skizze dazu ist immer nützlich.

Ein Satzspiegel für alle Zwecke

Ich habe, aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit immer wiederkehrenden ähnlichen Aufgaben, einen universellen Satzspiegel entwickelt, wie er auf der gegenüberliegenden Seite dargestellt ist. Mit dem kann ich alle alltäglichen Aufträge im Format DIN A4 und kleiner lösen. Entsprechend der jeweiligen Aufgabe lege ich den breiteren Rand nach innen oder nach außen.

Wichtig ist die Vielseitigkeit der Spalteneinteilung, um Abwechslung ins Layout bringen zu können, ohne den Satzspiegel zu sprengen – was aber nicht verboten ist. Der immer gleiche 4 mm große Spaltenzwischenraum ermöglicht es, verschieden breite Spalten zu kombinieren, was für die Verteilung verschieden großer Bilder von Vorteil ist. Der Spaltenzwischenraum passt zu allen Schriftgrößen für den normalen Leseabstand. Im Allgemeinen reichen sie von 8 bis 12 pt; in der täglichen Praxis sind es gewöhnlich 9 bis 10 pt. Der Spaltenabstand ist in jedem Fall immer größer als die Wortabstände, sodass die Gefahr des Überlesens von einer Spalte in die andere nicht gegeben ist.

Wirtschaftliche Überlegungen bestimmen die Weise, wie man mit diesem Satzspiegel umgehen muss. Wenn man von den fünf Spalten nur zwei benutzt, erhält man eine großzügiger wirkende Seite, als wenn man den Satzspiegel von Rand zu Rand füllt. Großzügigkeit ist nach Möglichkeit immer zu praktizieren. Man muss lernen, auch einmal auf das eine oder andere Bild zu verzichten.

Rationell oder splendid – Formular und Geschäftsbericht

Großzügigkeit ist geboten bei repräsentativen Objekten wie Geschäftsberichten oder auch Firmenund Kundenzeitschriften. Rationelle Raumaufteilung ist zum Beispiel notwendig bei der Gestaltung komplizierter Formulare. Dominiert bei Ersteren die Ästhetik, so müssen bei Letzteren praktische Lösungen im Vordergrund stehen. Dazwischen begegnen uns die unzähligen Varianten in Form von Zeitschriften und Werbedrucksachen, bei denen sowohl die Ästhetik als auch die wirtschaftlichen Überlegungen unsere Arbeit bestimmen. Damit will ich nicht sagen, dass Formulare nicht ästhetisch sein müssen,im Gegenteil, sie sind es viel zu selten! Aber hier hat die Information Vorrang. Es ist eine lohnende Aufgabe, dabei auch eine ästhetisch befriedigende Lösung zu erreichen.

Teilt man den Satzspiegel nicht nur in senkrechte Spalten, sondern darüber hinaus noch in untereinander gleichgroße waagerechte Segmente, so erhält man einen klassischen typografischen Raster. Solch einen Raster braucht man für bilderreiche, mehrseitige Publikationen, um trotz der Fülle des unterschiedlichsten Materials kein Chaos entstehen zu lassen und je nach Art der Publikation mehr oder weniger Ruhe ins Layout zu bringen. Das ist nötig, um den einzelnen Bildern die ihnen gebührende Geltung zu verschaffen und ihre Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Wichtig ist, dass eine Seite zwar lebendig aussieht und das gesamte Druckobjekt abwechslungsreich wirkt, jedoch darf man nicht Unruhe für Lebendigkeit halten.

Die waagerechte Teilung kann nach Millimetern errechnet werden oder aber mit der schon klassischenMethode der Rastertypogra.e nach einer sich regelmäßig wiederholenden Anzahl von Textzeilen, wie dies die roten Linien im Vielzweck-Satzspiegel andeuten.

Bei durchscheinendem Papier ist es wichtig, dass sich die Zeilen der Vorderseite mit denen der Rückseite decken. Man nennt das Registerhalten. Das Satzbild wirkt dadurch klarer und ruhiger. Das ist wichtig für Büchermacher. Für sie empfiehlt es sich, mit dem Grundlinienraster zu arbeiten.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt7
Vorwort: Die Regeln der Typografie gelten für Papier und Bildschirm9
Das richtige Papierformat10
Traditionelle Papierformate11
DIN-Papierformate12
Mehr Exemplare fürs gleiche Geld13
Achtung Laufrichtung!14
Zeitschriften- und Prospektformate15
Zeitungsformate16
Vom Bogen zur Rolle17
Buchgrößen und ihre Verwendung19
Bücher und ihre Proportionen21
Plakatformate23
Ränder und Satzspiegel24
Der Computer fragt nach den Rändern und meint den Satzspiegel25
Ein Vielzweck-Satzspiegel26
Arbeiten mit dem Vielzweck-Satzspiegel27
Ein Satzspiegel muss kein graues Viereck sein28
Text-Bild-Kombinationen mit dem Vielzweck-Satzspiegel29
Ein größerer Vielzweck-Satzspiegel 188 mm breit für DIN A431
Ränder und Satzspiegel im Buch35
Gestaltungsraster für Schautafeln41
Satzspiegel für einen Normbriefbogen43
Satzformen und Abstände Typografie für den Bildschirm44
Vom Leser und vom Lesen45
Ausrichtung und Satzform46
Satzformenübersicht49
Spaltenabstand50
Zeilenabstand51
Wechselnde Zeilenabstände54
Wortabstand und Schriftstil55
Ändern der Wortabstände56
Buchstabenabstand oder Laufweite57
Laufweite und Schriftgröße58
Ausgleichen kann der Computer nicht59
Ligaturen und Unterschneidungen61
Typografie für den Bildschirm62
Die passende Schrift64
Mit Bildern hat es angefangen65
Sicher durch den Schriftendschungel67
Die Ordnung der Druckschriften70
Die Druckschriften im Überblick71
Beschreibung der Gruppen73
I. Antiquaschriften73
II. Groteskschriften77
III. Egyptienneschriften79
IV. Auszeichnungsschriften81
V.Geschriebene Schriften83
Schrift kann mehr als Inhalte transportieren85
Schriftstärke und Schriftbreite87
Die Standard-Schriftformen und das Chaos der Bezeichnungen88
Die richtige Schriftgröße89
Buchstaben messen und beschreiben91
Figuren einer Satzschrift - Minion von Adobe92
Druckschriften richtig mischen93
Buchstabenformen und Lesbarkeit95
Typografie im Corporate Design96
Corporate Identity und Corporate Design97
Corporate Design und Typografie98
Schritt für Schritt zum Corporate Design101
Aufgaben der Typogra.e im CD102
Das Firmenzeichen103
Die Firmenschrift104
Geschäftspapiere und Formulare105
Externe Formulare107
Bescheinigungen, Zeugnisse, Urkunden109
Interne Formulare110
Einheitliche Drucksachengestaltung111
Personalanzeigen113
Typogra.e für die Straße115
Kleine Werbegeschenke119
Tragetasche aus Papier120
Bekannte Schriftzüge aus Satzschriften121
Was Sie noch wissen sollten122
Texte werden für Leser geschrieben – für die sollten sie auch gestaltet werden123
Wie man Texte durch Absätze gliedern kann124
Wie man Textstellen hervorhebt125
Wie man Initialen einsetzt126
Wie man Tabellen setzt127
Auch das Nichts hat seine Regeln129
Hässlichkeit verkauft sich schlecht130
Checkliste für die Drucksachengestaltung131
Manuskriptberechnung132
Wurde nichts übersehen? Abschluss-Check nach Indra Kupferschmid133
Die versteckten Tastenbelegungen134
Die Tastenbelegungen für Zapf Dingbats135
Weiterführende Bücher137
Verzeichnis der Stichwörter139
Schlusspunkt142

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