Dass Tibet eines der beliebtesten Ziele für China-Reisende ist, wissen die meisten. Neben den traumhaften Landschaften mit von Schnee überzogenen Bergen am Horizont und den faszinierenden Tempeln, die die Mönche und Buddha-Statuen ihr zu Hause nennen, gibt es aber ein anderes, ungewöhnliches Highlight zu bestaunen.

In der auf über 3500 Metern gelegenen Hauptstadt Tibets, Lhasa, gibt es nämlich eine ganz besondere Schule, die man bei einer Reise durch Tibet auf keinen Fall aussparen sollte. Sabriye Tenberken aus Bonn, selbst seit ihrem zwölften Lebensjahr blind, unternahm während ihres Tibetologie-Studiums im Jahr 1997 eine Reise nach Tibet, um die Möglichkeiten für das Errichten einer Blindenschule auszuloten. Nachdem Sabriye den örtlichen Behörden von ihren Ideen erzählte, durften sie und und der Holländer Paul Kronenberg in Lhasa im Mai 1998 ein Blindenzentrum mit Internatsschule eröffnen.

Seit diesem Zeitpunkt sind die beiden dort fest eingespannt. Anfänglich waren sie noch selbst mit der Leitung und dem Unterrichten beschäftigt. Inzwischen haben die beiden diese Aufgaben aber weitergegeben und sind immer seltener in Tibet zu sehen. Nichtsdestotrotz besteht das Projekt weiterhin aufgrund der von ihnen gegründeten Organisation „Braille ohne Grenzen“, die durch private Spenden und Fördergelder – unter anderem der Bundesregierung – finanziert wird.

Insgesamt dreißig Schüler aller Altersklassen, die jüngsten erst drei Jahre alt, besuchen die Internatsschule in der 1,1 Millionen-Stadt, um unter anderem die von Sabriye während ihres Studiums entwickelte Blindenschrift der tibetischen Sprache zu lernen. Außerdem können die Schüler des Blindenzentrums eine Berufsausbildung absolvieren. Die Ausbildung umfasst Berufe wie z. B. den des Masseurs oder des Sängers, bietet darüber hinaus unter anderem aber auch die Möglichkeit, eine landwirtschaftliche Ausbildung zu absolvieren, in der die Schüler beispielsweise lernen, Gemüse anzubauen oder Käse herzustellen.

Nachdem sie die Ausbildung im Internat abgeschlossen haben, kehren viele der Schüler zurück in ihre Heimatdörfer, aus denen sie nach Lhasa gekommen sind. Zu Hause angekommen, können sie dort im Idealfall dann einem Beruf nachgehen oder in eine gewöhnliche Schule integriert werden. Manche Absolventen machen sich sogar selbstständig. So betreibt ein ehemaliger Schüler eine Massageklinik in Lhasa und einem anderen Absolventen gehört eine Druckerei für Blindenschrift.

Leider gibt es aufgrund der Umwelteinflüsse in Tibet überdurchschnittlich viele Seherkrankungen. So tragen unter anderem eine erhöhte UV-Strahlung, Mangelernährung, verschmutzte Luft durch Kohleheizungen und mangelnde Hygiene und ärztliche Versorgung dazu bei, dass mehr als 30.000 der 2,4 Millionen Tibeter erblindet sind.

Obwohl das Blindenzentrum in einer kleinen Nebengasse der Jiangsu-Straße versteckt ist, ist es in der Hauptstadt der autonomen Region inzwischen recht bekannt. Vom chinesischen Staatsfernsehen hat Sabriye im Jahr 2010 nämlich sogar eine Auszeichnung erhalten, als Chinas 10 bewegendste Persönlichkeiten des Jahres geehrt wurden.

Sabriye und Paul sind inzwischen verheiratet. Paul hatte ihretwegen sogar seinen Job in den Niederlanden gekündigt, um Sabriye bei ihrem Traum zu unterstützen. Inzwischen haben die beiden bereits 200 Kindern dabei geholfen, ihren Schulabschluss zu machen. Außerdem haben sie bereits eine zweite Blindenschule in Xigaze eröffnet. Xigaze ist die zweitgrößte Stadt Tibets mit etwas mehr als 90,000 Einwohnern und liegt ca. 250 Kilometer westlich von Lhasa.

Wer mehr über Tibet wissen möchte oder gar Tibet besuchen will, kann sich an www.china-entdecken.com wenden. Dort steht man gern mit Rat und Tat zur Verfügung.

Markus Bo
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