Bei der Auswahl einer neuen Eingangstüre – sei es im Rahmen einer Renovierung oder eines Neubaus – gibt es viel zu beachten. Immerhin ist eine Haustüre kein Inventar, dass man alle paar Monate wechselt. Ganz im Gegenteil, sie verschafft oft über Jahrzehnte Einlass in die eigenen vier Wände. Wer sich dabei für ein modernes und technisch ausgeklügeltes Modell entscheidet, vereint gleich mehrere Vorzüge. Immerhin soll eine Eingangstüre nicht nur den individuellen Charakter eines Hauses unterstreichen und dem persönlichen Geschmack entsprechen, sondern auch zu mehr Sicherheit beitragen. Gerade in diesem Punkt hat sich in den letzten Jahren viel getan.

 

Sicherheit ist einer der wichtigen Aspekte

Experten der Executive warnen immer wieder davor, Fenster und Türen nicht unverschlossen zu halten. Immerhin passieren die meisten Einbrüche durch Haus- und Terrassentüren sowie Fenster. Unbefugten den Eintritt in das Eigenheim zu verwehren ist eine der Hauptaufgaben, die moderne Haustüren zu erfüllen haben. Im Sektor Sicherheit hat sich dank neuer technischer Methoden viel getan.

 

Wie wirksam der Einbruchsschutz einer Eingangstüre ist, geben die DIN Widerstandsklassen an. Für den Außenbereich gibt es sieben Kategorien, die in „RC“ angegeben sind. Diese Abkürzung steht für das englische Wort Resistance Class was soviel wie Widerstandklasse bedeutet. Hier einige wissenswerte Informationen:

 

  • Türen in den Klassen RC1 und RC2N lassen sich mit reiner Muskelkraft oder mit in jedem Baumarkt erhältlichen Werkzeugen wie einer simplen Zange öffnen. Sie bieten also wenig Schutz vor Einbrechern.
  • Bei der Klasse RC2 dauert es schon mindestens drei Minuten, bis ein Einbruchsversuch erfolgreich ist. Diese Modelle bieten technischen Schutz wie Zylinderschlösser mit Mehrfachverriegelung und Schutzbeschläge
  • Bei der Klasse RC3 ist schon mehr Werkzeug nötig, außerdem benötigen Kriminelle mit fünf Minuten schon relativ lange, um diese Türen zu knacken
  • In den höheren Klassen ist mitunter schweres Gerät notwendig

Experten empfehlen für private Haushalte eine Türe in den Klassen RC 2 oder RC 3. Immerhin zählen Einbrecher darauf, dass sie sich möglichst schnell einen Zugang verschaffen. Müssen sie schon fünf Minuten im Freien werken, werden sie möglicherweise von ihrem Vorhaben aus Furcht vor Entdeckung ablassen. Moderne Eingangstüren mit zeitgemäßer Technik setzen beim Einbruchschutz auf mehrere Komponenten. Eine davon ist natürlich das Schloss, doch auch das Material an und für sich entscheidet, ob eine Türe eine unüberwindbare Barriere darstellt oder auch ohne Schlüssel leicht zu öffnen ist.

 

Die Materialwahl ist nicht nur Geschmacksache

Moderne und technisch ausgeklügelte Eingangstüren gibt es heute aus verschiedenen Materialien. Nach wie vor zählt Holz zu den beliebten Stoffen, da es als Naturmaterial besonders harmonisch und warm wirkt. Darüber hinaus punktet Holz mit sehr guter Wärmedämmung. In den Fasern sind unzählige Luftkammern eingeschlossen, die Wärme gut speichern. Darüber hinaus bieten Holztüren auch einen guten Schallschutz: Lärm von draußen dringt nur gedämpft herein. Doch wer sich für eine Holztüre entscheidet, muss einige Zeit in die Pflege investieren. Nur wenn Holz regelmäßig mit einer Lasierung behandelt wird, bleibt es über Jahre schön.

 

Besonders edel wirken Haustüren aus Aluminium. Das Material kann sehr gut mit anderen Oberflächen kombiniert werden. Ein Grund dafür ist auch, dass Aluminium in der Verarbeitung sehr gut formbar ist. Auch mit seiner Langlebigkeit und der unproblematischen Pflege sammelt das Material Punkte. Haustüren aus Aluminium halten Wind und Wetter gutstand und sind auch Temperaturschwankungen gegenüber unempfindlich. Wichtig ist jedoch, bei einer Aluminiumtüre auf ein Modell zu setzen, dass eine zusätzliche Dämmschicht enthält. An und für sich ist das Material nämlich nur schlecht wärmedämmend. Ein Manko ist außerdem der relativ hohe Preis von Aluminiumtüren.

 

Günstiger steigen Haus- und Wohnungsbesitzer aus, die sich für eine Eingangstüre aus Kunststoff entscheiden. Sie sind besonders einfach zu pflegen und können mit einem Lappen abgewischt werden. Das Material bietet außerdem vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, Kunststofftüren sind in vielen Farben und Designs erhältlich. Hochwertige Modelle enthalten einen Stahlkern, der ein Verziehen der Türe verhindert. Bei langjähriger Sonnenbestrahlung kann es zu Verfärbungen im Kunststoff kommen.

 

Wärmeschutz ebenfalls beachten

In der modernen Bautechnik macht sich immer mehr der Umweltgedanke breit. Daher sollte man bei der Haustüre ein Modell wählen, dass eine besonders gute Wärmedämmung bietet. Durch Ritzen an Fenstern und Türen entweicht viel warme Luft, wodurch vermehrtes Heizen notwendig ist. Auskunft darüber, wie wärmedämmend eine Haustüre ist, gibt der U-Wert. Je geringer er ausfällt, umso besser sind die Dämmeigenschaften.

 

Im Zuge der letzten Novelle zur Energiesparverordnung 2016 wurden die Maximalwerte des Wärmedurchgangskoeffizienten angepasst. Aktuell dürfen Eingangstüren einen Wer von maximal 1,8 W/m ²/K aufweisen. Wichtig ist, sich nicht nur an den Werten für die Eingangstüren zu orientieren, sondern außerdem auf eine entsprechende Abdichtung der Fugen zu achten. Eine besonders energieeffiziente Eingangstüre ist wenig wirkungsvoll, wenn sie z.B. einen Briefschlitz aufweist. Daher montiert man besser einen freistehenden, separaten Briefkasten neben dem Eingangsbereich.

 

Obwohl eine Eingangstüre auf dem modernsten Stand der Technik eine beachtliche Investition ist, lohnt es sich im Endeffekt etwas mehr Geld auszugeben. Immerhin spart man durch den besseren Wärmeschutz und muss dank der langen Haltbarkeit die Türe für Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, nicht ersetzen.