die Zertifikate zur KlimaneutralitätDer Klimawandel zeigt sich im Alltag nicht nur theoretisch. Dürren, Starkregenperioden, Überschwemmungen, Wirbelstürme und immer neue Hitzerekorde zeigen uns: Das Thema Klimaneutralität ist dringend. Der Wandel hin zum klimaneutralen Leben und klimaneutralen Unternehmen ist unvermeidbar und muss schnell gehen.

In diesem Beitrag schauen wir uns den Begriff der Klimaneutralität einmal näher an. Was bedeutet Klimaneutralität, was kann die Einzelperson tun, um dem klimaneutraler zu werden? Wie erkenne ich klimaneutrale Unternehmen, und nach welchen Kriterien werden die bewertet?

Was bedeutet Klimaneutralität?

Auf der 21. Weltklimakonferenz COP21 in Paris wurde im Jahr 2015 eine Vereinbarung getroffen, die die Begrenzung der globalen Erwärmung und damit den Klimaschutz in den Mittelpunkt der weltpolitischen Interessen und Handlungen rückt. Das sogenannte „2-Grad-Ziel“ setzt eine Zielmarke, die vor den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels schützen soll. Hier will die EU-Kommission als Vorbild vorangehen und die Weltgemeinschaft anführen – das Ziel ist Europa als erster klimaneutraler Kontinent.

Unter Klimaneutralität verstehen Experten das Gleichgewicht zwischen der Kohlenstoff-Emission und der Aufnahme dieses Treibhausgases aus der Atmosphäre in sogenannten Senken. Senken können beispielsweise Wälder oder Moore sein, die in der Lage sind, das schädliche Gas zu speichern.

Etwa neun bis elf Gigatonnen CO2 pro Jahr können die natürlichen Senken entfernen, schätzen Experten. Die Emissionen des Jahres 2019 betrugen allerdings 38 Gigatonnen – hier sehen wir, warum das Thema Wandel so wichtig ist.

Klimaneutralität in allen Bereichen

Wenn nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden, als auf natürlichem Weg durch die Senken aufgenommen werden, haben wir den Zustand von netto null Emissionen erreicht, wie es der BMU Klimaschutzplan 2050 vorsieht.

Fassen wir den Begriff Klimaneutralität etwas weiter, werden auch Faktoren wie die Boden- und Gewässerverschmutzung, die Rohstoffressourcen und deren Verbrauch oder die Biodiversität miteinbezogen. All diese Bereiche haben einen starken Einfluss auf den Zustand des Klimas.

Für den Alltagsgebrauch im Privaten wie auch für Unternehmen bedeutet klimaneutrales Leben und Arbeiten, dass alle Handlungen, Lebens- und Produktionsweisen auf ihren CO2-Ausstoß überprüft und wo möglich abgesenkt werden müssen. Oberstes Ziel ist es, die Emissionen auf jenes Maß zu drücken, das dem Weltklima nicht mehr schadet.

10 Tipps für den klimaneutralen Konsum

Angesichts grosser Industrielandschaften, des regen Reiseverkehrs rund um den Globus oder den großen Agrarindustrien der Welt mag der Einzelne schnell das Gefühl bekommen, kaum einen Einfluss auf das Klima-Geschehen zu haben. Doch tatsächlich, so betonen Experten, gibt es auch im Alltagsleben jedes Menschen die Möglichkeit, kleine und doch so hilfreiche Schritte zu gehen, um dem großen Ziel der Klimaneutralität näherzukommen. Je mehr Menschen Anpassungen in ihrer Lebensweise vornehmen, desto größer ist der Effekt – und dabei spielt die eigene Vorbildfunktion für das persönliche Umfeld eine große Rolle.

So verringern Sie Ihre Treibhausgasemissionen

Etwa 11,61 Tonnen CO2 im Jahr erzeugen die Deutschen pro Kopf und Jahr, ermittelte das Umweltbundesamt. Wünschenswert wäre, diesen Wert deutlich zu reduzieren. Der Weg ist also klar vorgezeichnet, doch wie gelangen wir ans Ziel?

Schauen wir uns einmal die zehn wichtigsten Tipps rund um den klimaneutralen Konsum etwas näher an.

Ernährung allgemein: regional und saisonal

Die Lebensmittelherstellung verursacht CO2-Emissionen. Doch wie hoch die sind, unterscheidet sich teils gewaltig. Das beginnt schon beim Transport und bei der Lagerung von Produkten, die wir täglich auf den Tisch bringen. Wer sich im Supermarkt für Obst und Gemüse aus der heimischen Region entscheidet, kauft Produkte, die weniger Emissionen durch lange Anfahrtswege verursacht haben. Sind Äpfel, Tomaten und Gurken auch noch gerade saisonbedingt reif, können Sie hier guten Gewissens zugreifen. Die Lagerung von Lebensmitteln verschlingt nämlich ebenfalls weitere Ressourcen – darum empfiehlt es sich, so oft es geht, zur frischen Ware aus der eigenen Heimat zu greifen.

Fleisch

Tierische Produkte in der Ernährung sind ein echter Klimakiller. Fleisch und Käse, Milch und Butter erfordern eine Menge an Energieaufwand und Wasser. Die Tiere benötigen Futter, für das wiederum große Landflächen genutzt werden. Diese stehen dann nicht mehr für Wälder zur Verfügung und treiben damit den Treibhauseffekt weiter voran. Hinzu kommen die Transportemissionen, die gerade bei Fleisch aus konventioneller Herstellung enorm sein können, da Schlachttiere teils über weite Strecken und mehrere Länder und Kontinente transportiert werden.

Schon der gelegentliche Verzicht auf das tägliche Fleischprodukt macht sich deutlich im persönlichen CO2-Fußabdruck bemerkbar. Noch nachhaltiger wirkt die Umstellung auf vegetarische oder gar vegane Ernährung.

Mobilität

Der moderne Mensch ist mobil. Geschäfts- und Urlaubsreisen führen uns rund um den Globus. Hier können manche Wege eingespart werden. Wo das nicht möglich ist, reduziert auch die Wahl des Verkehrsmittels den CO2-Ausstoß. Wer den Flieger gegen die Bahn tauscht, für die Kurzstrecke lieber aufs Rad steigt oder für den Pendlerverkehr zur Arbeit die Fahrgemeinschaft nutzt, leistet einen täglichen Beitrag zum Klimaschutz. Weitere Schritte können der Umstieg aufs E-Auto sein, oder die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit. Das bringt bei 20 km/h weniger Tempo etwa 20% weniger CO2-Ausstoß.

Konsum

Klimabewusst einkaufen heißt: Gebrauchte Gegenstände sind besser als neue. Kleidung lässt sich im Second-Hand-Shop finden. Wer diese dann noch möglichst lange trägt, spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt.

 

Verpackungen

Möglichst wenig Verpackung verwenden, und wenn, dann wiederverwendbare. So wird die Herstellung von Plastik und anderen Materialien reduziert, deren Produktion und Entsorgung die Umwelt belasten.

Elektrogeräte

Reparieren statt wegwerfen heißt hier die Devise. So manches Gerät lässt sich wieder in Gang bringen – in immer mehr Städten helfen sogenannte „Repair-Cafés“ dabei, Reparaturen durchzuführen oder jemanden zu finden, der dies erledigt.

Strom

Etwa die Hälfte der Republik versorgt sich im Jahr 2020 noch mit Kohlestrom und Kernenergie. Hier bringt der Umstieg auf Ökostrom die Bilanz voran. Wer Ökostrom aus vollständig erneuerbaren Energiequellen bezieht, nutzt außerdem Anbieter, die zusätzlich einen festen Betrag je Kilowattstunde in den Ausbau dieser Energien und in Energiewende-Projekte investieren.

Klimaneutrale Unternehmen bevorzugen

Immer mehr Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, auf klimaneutrales Wirtschaften und Produzieren umzustellen. Hier können Sie sich bei jedem Produkt, jeder Dienstleistung informieren, ob der Anbieter bereits klimaneutral arbeitet oder zumindest auf dem Weg dorthin ist. Die steigende Nachfrage der Konsumenten nach solchen Anbietern motiviert die Unternehmen, den Wandel voranzutreiben.

Kompensation

Auch als Privatperson können Sie den CO2-Ausstoß neutralisieren. Verschiedene Organisationen, die etwa Umweltschutzprojekte finanzieren, stehen hier zur Auswahl. Um eine Tonne CO2 zu kompensieren, sind Zahlungen zwischen vier und zwölf Euro nötig.

Wie kann ich klimaneutrale Unternehmen erkennen?

Ein grosser Teil der Treibhausgas-Emissionen entsteht aus der wirtschaftlichen Tätigkeit der Unternehmen. Immer mehr Firmen stellen sich daher der Herausforderung, Emissionen zu vermeiden, zu vermindern oder zu kompensieren.

Dazu bieten sich Einsparmaßnahmen an, etwa verkürzte Transportwege oder der Umstieg auf die Schiene. Die unvermeidbaren Emissionen lassen sich eventuell reduzieren. Als dritte Möglichkeit bietet sich die Kompensation.

Der erste Schritt hin zum nachhaltigeren Umgang mit Emissionen ist die Erfassung, wie viel und an welchen Stellen überhaupt emittiert wird.

Das GHG Protocol mit Scope 1, 2 und 3

Der inzwischen am meisten verbreitete Standard, um Treibhausgasbilanzen zu erstellen, ist das sogenannte Greenhouse Gas Protocol, kurz GHG Protocol genannt. Inzwischen setzen weit mehr als 90% der größten Unternehmen weltweit diesen Standard ein, um ihre Unternehmensbilanz beim Treibhausgas zu erfassen.

Das Ziel eines klimaneutralen Unternehmens entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen heißt, dass nur die absolut unvermeidbaren Emissionen per Zahlungen ausgeglichen werden. Experten unterscheiden gemäß dem Protokoll die Emissionen in drei Bereichen:

Scope 1: direkte Emissionen

Scope 2: indirekte Emissionen

Scope 3: Emissionen aus den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten

Viele Unternehmen kompensieren nur den Scope 1 und Scope 2. Mit einer Zertifizierung als “ Klimaneutrales Unternehmen (DIQP)“ zeigen Unternehmen ihren Kunden, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit, wie hoch ihr Engagement in Sachen Klimawandel ist.

Der Standard des DIQP Deutsches Institut für Qualitätsstandards und -prüfung e.V. (https://www.diqp.eu) geht über den Scope 1 und Scope 2 hinaus. Es werden beispielsweise zusätzliche Faktoren wie die Anfahrt zum Arbeitsplatz oder der Papierverbrauch in der Verwaltung mit eingerechnet. Damit legt der Standard die Messlatte deutlich höher – und trägt in der Folge mehr zur Reduktion von Emissionen und damit zum Erreichen des Ziels der Klimaneutralität bei.

Wie funktioniert die Treibhausgaskompensation?

Für den Treibhauseffekt ist die gesamte Menge von Treibhausgasen, die in der Atmosphäre vorhanden sind, entscheidend. Wo die im Einzelnen ausgestoßen werden, ist dem Klima gleichgültig. Da die Regionen rund um den Globus stark unterschiedliche Emissionen produzieren, entstand die Idee der Kompensation. Schädliches Wirtschaften an einem Ort soll dann durch Klimaschutzmaßnahmen andernorts ausgeglichen werden, zum Beispiel durch Aufforstungsprojekte. Gemäß Standards wird berechnet, wie viel Geld ein Unternehmen in Umweltschutzprojekte investieren muss, um eine bestimmte Menge ausgestoßenes CO2 zu kompensieren.

Wie kann man hochwertige Kompensationsprojekte erkennen?

Die UN erreichte in ihrem Kyoto-Protokoll von 1997 wegweisende Übereinkünfte für die umweltverträgliche Entwicklung des Wirtschaftslebens. Ein Teil des Planes, der auch Schwellen- und Entwicklungsländern Möglichkeiten zum Umweltschutz geben soll, ist die Kompensation von Emissionen. Diese Kompensationen werden bewertet anhand von Zertifizierungsstandards.

Der Gold Standard

Der angesehenste unter diesen Zertifizierungsstandards ist der sogenannte Gold Standard. Er weist die strengsten Kriterien auf und gilt daher als der effektivste Standard zur Beurteilung von Kompensationen. Gefördert werden Unternehmen, die bei der eigenen Energieeffizienz und den erneuerbaren Energien nachbessern, die soziale Komponenten ihres Wirtschaftens mit einbeziehen und etwa die lokale Bevölkerung unterstützten. Vor allem aber ist das Ziel der Unternehmen mit Goldstandard die eigene Emissionsvermeidung anstelle von Kompensationen. Kompensationen etwa mit Aufforstungsprojekten binden CO2 nur zeitweise. Kaum wird der Baum gefällt, das Waldstück gerodet, wird das gebundene Gas wieder freigesetzt. Die nachhaltigste Form des Klimaschutzes ist und bleibt die Emissionsvermeidung – und diese fördert der Goldstandard gezielt.

SQC-QualityCert engagiert sich selbst im Umweltschutz und im Bereich Bildung, was den vergebenen Zertifizierungen und Arbeitgebersiegeln weitere Glaubwürdigkeit verleiht. Zudem ist SQC-QualityCert in der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) Mitglied. Zahlreiche SQC-QualityCert Zertifizierungen wie auch zahlreiche Arbeitgebersiegel wurden von Label-online.de als „besonders empfehlenswert“ deklariert. Interessiert sich ein Unternehmen für eine Zertifizierung, so kann es sich in einem unverbindlichen Erstgespräch mit SQC-QualityCert über mögliche Siegel informieren und Details zum Zertifizierungsablauf erfahren. SQC-QualityCert ist Mitglied in der DGFP – Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. und engagiert sich zudem in den Bereichen Bildung und Umweltschutz. SQC-QualityCert arbeitet zudem als klimaneutrales Unternehmen.

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